Examensarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Leben der Aborigines in Australien
2.1 Indigene Kulturen
2.1.1 Aboriginal Dreaming
2.1.2 Präkontaktphase
2.1.3 Kontaktphase
2.2 Zeitgenössische gesellschaftliche Konfliktlinien
2.2.1 Konflikt zwischen Tradition und Moderne
2.2.2 Neuschreibung der australischen Geschichte
2.2.3 Aborigines und das australische Rechtssystem
2.2.4 Stolen Generations
2.2.5 Häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch
2.2.6 Die Suche nach kultureller Identität
3 Indigenes Theater in Australien
3.1 Die Entdeckung einer neuen Gattung
3.1.1 Historischer Abriss
3.1.2 Produktionsfirmen
3.2.1.1 Ilbijerri (Melbourne)
3.2.1.2 Kooemba Jdarra (Brisbane)
3.2.1.3 Yirra Yaakin (Perth)
3.2 Christopher Balmes Theatrical Syncretism
4 Performative Darstellung indigener Lebensumstände
4.1 Jack Davis Dreamers und der Konflikt zwischen Tradition und Moderne
4.1.1 Jack Davis
4.1.2 The Dreamers – Inhaltliche Einführung
4.1.3 „We Have Survived“
4.2 Jack Davis No Sugar und die Neuschreibung der Geschichte Australiens
4.2.1 No Sugar – Inhaltliche Einführung
4.2.2 The Other Side of the Story
4.3 Julie Jansons Gunjies und das australische Rechtssystem
4.3.1 Julie Janson
4.3.2 Gunjies – Inhaltliche Einführung
4.3.3 „Haunted by the Past“
4.4 Jane Harrisons Stolen und die Stolen Generations
4.4.1 Jane Harrison
4.4.2 Stolen – Inhaltliche Einführung
4.4.3 „White Australia Has a Black History“
4.5 Tammy Andersons I Don’t Wanna Play House und häusliche Gewalt / Alkohol
4.5.1 Tammy Anderson
4.5.2 I Don’t Wanna Play House – Inhaltliche Einführung
4.5.3 „Sit Down and I’ll Give You a Whizzie“
4.6 Tracey Rigneys Belonging und die Suche nach kultureller Identität
4.6.1 Tracey Rigney
4.6.2 Belonging – Inhaltliche Einführung
4.6.3 „I Wish I Was a Gubbah“
5 Conclusion
Diese Arbeit untersucht, inwieweit indigene Diskurse und die Lebensumstände der Aborigines in Australien im zeitgenössischen indigenen Theater reflektiert und durch dieses geprägt werden. Anhand ausgewählter Dramen analysiert der Autor die Wechselwirkung zwischen kultureller Identität, historischer Aufarbeitung und performativer Ästhetik.
3.2 Christopher Balmes Theatrical Syncretism
Nachdem in den 1990er Jahren zunehmend auf die Merkmale post-kolonialer Dramen hingewiesen wurde und ihnen spezifisch indigene Aufführungsformen bescheinigt wurden, lieferte Christopher Balme 1999 mit dem von ihm benannten theatrical syncretism die analytische Grundlage für eine Analyse der performativen Besonderheiten indigener Theaterstücke.
Zu Beginn seiner Studien war ihm aufgefallen, dass sich in den Werken post-kolonialer Schriftsteller eine Mischung von dramatischen und performativen Stilen fand, die mit den Techniken der westlichen Dramenanalyse nicht hinreichend besprochen werden konnten: „Neither the traditional approaches focusing on plot, character, and social-political criticism, or the more innovative thematic analysis coming from feminist and materialist schools of thought, offered ways of looking at the performative dimension.“
In diesem Zusammenhang benutzt Balme den Begriff theatrical syncretism, um die Mischung indigener und westlicher Theaterformen zu beschreiben und interpretieren zu können. Der Begriff „syncretism“ ist aus der komparativen Religionswissenschaft entliehen, in der er den Prozess beschreibt, durch den zwei miteinander in Verbindung gebrachte Religionen einander verändern und sich schließlich zu einer neuen Religion verbinden. Für den Bereich der Theaterwissenschaften grenzt Balme allerdings die Qualität dieses Prozesses vom allgemeinen Wandel der Religionen ab: „In contrast to religious syncretism, which is usually an extended process brought about by friction and interchange between cultures, theatrical syncretism is in most cases a conscious, programmatic strategy to fashion a new form of theatre in the light of colonial or post-colonial experience.“
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der sozialen Lage der Aborigines und Skizzierung des Forschungsziels, die Darstellung ihrer Lebensumstände im zeitgenössischen Theater zu analysieren.
2 Das Leben der Aborigines in Australien: Umfassender historischer und soziologischer Überblick über die Kultur der Aborigines, von der spirituellen Bedeutung des „Dreaming“ bis hin zu aktuellen Konfliktfeldern wie Stolen Generations und Rechtssystem.
3 Indigenes Theater in Australien: Beleuchtung der Genese des indigenen Theaters, Vorstellung bedeutender Produktionsfirmen und Einführung in das theoretische Konzept des „theatrical syncretism“ von Christopher Balme.
4 Performative Darstellung indigener Lebensumstände: Detaillierte Fallstudien von sechs zeitgenössischen Dramen, die verschiedene Aspekte des indigenen Lebens und Widerstands künstlerisch verarbeiten.
5 Conclusion: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des indigenen Theaters als Medium der historischen Aufarbeitung und als Forum für indigene Identität und Stimme.
Aborigines, Australien, Indigenes Theater, Theatrical Syncretism, Stolen Generations, Identität, Kolonialismus, Post-koloniale Literatur, Performative Darstellung, Sozialpolitik, Traumzeit, Tradition, Moderne, Widerstand, Dramenanalyse
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Lebensbedingungen und die Identitätssuche der Aborigines innerhalb des australischen zeitgenössischen Theaters.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Aborigines, den Einfluss von Kolonialpolitik, die „Stolen Generations“, häusliche Gewalt, Alkoholismus sowie die Frage nach kultureller Identität.
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, inwieweit das indigene Theater als Medium genutzt wird, um öffentliche Diskurse zu spiegeln und die Lebensumstände indigener Gemeinschaften zu präsentieren.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der historische Fakten mit der dramaturgischen Analyse verbindet, insbesondere unter Anwendung des Konzepts des „theatrical syncretism“.
Im Hauptteil werden sechs spezifische Dramen von Autoren wie Jack Davis, Julie Janson, Jane Harrison, Tammy Anderson und Tracey Rigney in ihren inhaltlichen und performativen Aspekten analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Indigenes Theater, kulturelle Identität, Post-Kolonialismus, soziale Ausgrenzung und Widerstand charakterisiert.
Während frühere Werke wie die von Davis stark naturalistische Züge aufwiesen, zeigen neuere Stücke eine Entwicklung hin zu anderen performativen Formen, die vermehrt die psychologische Zerrissenheit der jüngeren Generation reflektieren.
Es dient als analytisches Werkzeug, um zu verstehen, wie indigene und westliche Theaterformen verschmelzen, um eine eigene indigene Performanzästhetik zu erschaffen.
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