Diplomarbeit, 2006
65 Seiten, Note: 2,0
1. Konzeptionelle Anlage der Arbeit
1.1 Begründung des Themas
1.2 Problemlage und Arbeitsstandpunkte
1.3 Wissenschaftliche Fragestellungen
1.4 Methodisches Vorgehen
2. Stand der Forschung zum Thema „Burnout“
2.1 Probleme im Zusammenhang mit dem Begriff „Burnout“
2.2 Gemeinsamkeiten verschiedener Burnout-Konzepte
2.3 Einteilung der Burnout-Ansätze
2.4 Arbeits- und organisationsbezogene Ansätze des Burnout im Überblick
2.4.1 Ansatz von Pines, Aronson und Kafry
2.4.2 Ansatz von Cherniss
2.4.3 Ansatz von Maslach, Jackson und Leiter
2.5 Die Messung von Burnout
2.6 „Pufferfaktoren“ zur Abschwächung von Burnout
2.6.1 Die Bedeutung von guten Teamverhältnissen
2.6.2 Die Bedeutung von Wertschätzung
2.6.3 Die Bedeutung der sozialen Unterstützung
3. Berufsbild „Arzthelferin“
3.1 Entwicklung und Einordnung des Berufes
3.2 Arzthelferinnenätigkeit als „typischer Frauenberuf“
3.3 Tätigkeitsschwerpunkte
3.4 Motive zur Berufswahl
3.5 Verweildauer im Beruf
3.6 Gewerkschaftliche Vertretung der Arzthelferinnen
3.7 Untersuchungen zum Burnout-Syndrom bei Arzthelferinnen
3.8 Diskussion über mögliche Zusammenhänge zwischen konkreten Arbeitsbedingungen und –belastungen bei Arzthelferinnen und Burnout
3.8.1 Arbeitszeitenregelung und Zusammenhang mit Burnout
3.8.2 Arbeitsüberlastung und Stress im Zusammenhang mit Burnout
3.8.3 Autonomiemangel und Zusammenhang mit Burnout
3.8.4 Patientenkontakt und Zusammenhang mit Burnout
3.8.4.1 Konfrontation mit Problemen
3.8.4.2 „Gefühlsarbeit“ bei Arzthelferinnen
3.8.4.3 Rollenkonflikte
3.8.5 Mangelnde Belohnungen und Zusammenhang mit Burnout
3.8.5.1 Missverhältnis zwischen Anforderungen und Entlohnungen bei Arzthelferinnen
3.8.5.2 Eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten
3.8.5.3 Maßlosigkeit an Anforderungen und geringe Wertschätzung
3.8.5.4 Arbeitsplatzunsicherheit
3.9 Positive Aspekte in der Arzthelferinnentätigkeit und mögliche Pufferwirkung
4. Methodisches Vorgehen bei der Fragebogenerhebung
4.1 Durchführung der Untersuchung
4.2 Aufbau des Fragebogens
4.3 Erfassung demographischer und berufsspezifischer Daten
4.4 Erfassung der Belastungsfaktoren und Auswertung
4.5 Erfassung der tendenziellen Burnout-Ausprägung mit dem MBI
4.5.1 Auswertung der MBI-Ergebnisse
5. Deskriptive Ergebnisdarstellung der Fragebogenerhebung
5.1 Zusammensetzung der Stichprobe
5.2 Schwerpunkte der Hauptbelastungsfaktoren bei Arzthelferinnen
5.3 Gesamtergebnisse des MBI
5.3.1 Ergebnisse des MBI bei den Interviewpartnerinnen
6. Die qualitative Befragung: Methodisches Vorgehen
6.1 Überlegungen zur Vorgehensweise
6.2 Erstellung des Interviewleitfadens
6.3 Auswahl der Teilnehmerinnen und Durchführung der Interviews
6.4 Auswertung der Interviews
7. Ergebnisse der Interviews
7.1 Kurzbeschreibung der Interviewpartnerinnen
7.2 Ergebnisse der Kategorie: Soziale Wertschätzung der Arbeit
7.3 Ergebnisse der Kategorie: Unterstützung am Arbeitsplatz
7.4 Ergebnisse der Kategorie: Arbeitsklima
7.5 Zusammenfassung
8. Diskussion und Schlussfolgerungen
9. Zusammenfassung
10. Summary
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausprägung des Burnout-Syndroms bei Arzthelferinnen unter Berücksichtigung spezifischer Arbeitsbedingungen sowie unterstützender Faktoren. Ziel ist es, durch eine Kombination aus quantitativer Fragebogenerhebung und qualitativer Befragung festzustellen, ob eine Tendenz zu Burnout in dieser Berufsgruppe vorliegt und welche beruflichen Belastungsfaktoren hierbei eine zentrale Rolle spielen.
3.8.2 Arbeitsüberlastung und Stress im Zusammenhang mit Burnout
In den Arztpraxen kommt es aufgrund von Personalmangel und hohem Patientenaufkommen häufig zu Stresssituationen und Arbeitsüberlastungen, was laut der Untersuchung von Hecker (1991, S. 35) nicht selten in „Dauerstress“ übergeht. Vielfach müssen die Tätigkeiten aufgrund großen Patientenandranges unter Hektik verrichtet werden, wie eine Umfrage ergab (Ärztezeitung, 24.1.05: http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/01/24/011a0408.asp?cat=/medizin/stress). Darüber hinaus ist die Tätigkeit auch gekennzeichnet durch häufige Handlungsunterbrechungen. Laut Dormann u.a. (o.J., S. 78 ff.) ist die Häufigkeit von Handlungsunterbrechungen in fast keinem Beruf so oft anzutreffen wie bei den Arzthelferinnen.
Seit Einführung der Praxisgebühr zum 01.01.04 im Rahmen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes ist die Arbeitsbelastung in den Arztpraxen noch weiter gestiegen. Rothe vom Berufsverband der Arzthelferinnen führt in diesem Zusammenhang an, dass der bürokratische Aufwand, wie zum Beispiel das Abkassieren der Praxisgebühr oder Mahnverfahren bei Nicht-Zahlung, einen nicht unerheblichen, zeitlichen Mehraufwand bedeutet, der die Arbeitsbelastung noch steigert (Rothe 2004: http://www.vmf-online.de/download/00000028.pdf).
In der Burnoutliteratur wird Arbeits- bzw. Rollenüberlastung und Überforderung, Zeitdruck und Personalmangel aufgrund der Entleerung von emotionalen Ressourcen in den Zusammenhang gebracht mit der Entstehung von emotionaler Erschöpfung (Enzmann/Kleiber 1989, S. 165; Aries-Kiener/Zuppiger Ritter 1999, S. 229 ff.; Pines et al. 1992, S. 82; Demerouti 1999, S. 126; Maslach/Leiter 2001, S. 41 ff.). Auch häufige Handlungsunterbrechungen weisen einen Zusammenhang mit Erschöpfung auf (Burisch 1989, S. 79 ff).
Vorhandener Zeitdruck kann weiterhin auch dazu führen, dass sich die Betroffenen von den Patienten distanzieren, weswegen sich auch die Burnoutdimension Depersonalisation anschließen kann (Gusy 1995, S. 178 ff.). Laut Aries-Kiener, Zuppiger Ritter (1999, S. 234 f.) sowie Enzmann und Kleiber (1989, S. 165) kann Arbeitsüberlastung auch zum Gefühl der eingeschränkten Leistungsfähigkeit beitragen.
1. Konzeptionelle Anlage der Arbeit: Einleitung und Definition des Forschungsinteresses sowie Darlegung der Fragestellungen und des methodischen Vorgehens.
2. Stand der Forschung zum Thema „Burnout“: Theoretische Übersicht über Burnout-Konzepte, Messinstrumente wie das MBI und die Rolle von Pufferfaktoren.
3. Berufsbild „Arzthelferin“: Detaillierte Darstellung des Berufsbildes, der Tätigkeitsschwerpunkte sowie Diskussion von Belastungsfaktoren und potenziellen Zusammenhängen mit Burnout.
4. Methodisches Vorgehen bei der Fragebogenerhebung: Erläuterung der Stichprobenauswahl, des Fragebogenaufbaus und der analytischen Vorgehensweise zur Auswertung der Belastungsfaktoren und MBI-Ergebnisse.
5. Deskriptive Ergebnisdarstellung der Fragebogenerhebung: Präsentation der statistischen Daten zur Stichprobe und der Burnout-Tendenzen bei Arzthelferinnen.
6. Die qualitative Befragung: Methodisches Vorgehen: Begründung und Beschreibung des problemzentrierten Interviewverfahrens zur tiefergehenden Untersuchung von Wertschätzung, Unterstützung und Arbeitsklima.
7. Ergebnisse der Interviews: Analyse und Auswertung der geführten Experteninterviews in Bezug auf die drei zentralen Kategorien.
8. Diskussion und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse aus Fragebogen und Interviews sowie Ableitung von Empfehlungen für den Berufsalltag.
9. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Forschungsarbeit und Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.
Arzthelferin, Burnout, Burnout-Syndrom, Maslach Burnout Inventory, emotionale Erschöpfung, Arbeitsüberlastung, Arbeitsbedingungen, Wertschätzung, soziale Unterstützung, Arbeitsklima, Patientenkontakt, Gesundheitswesen, Prävention, Berufsbelastung, Berufsalltag.
Die Arbeit untersucht die Verbreitung und Ausprägung des Burnout-Syndroms bei Arzthelferinnen unter dem Einfluss verschiedener arbeitsbedingter Stressfaktoren.
Zentrale Themen sind die Belastungen durch Arbeitsüberlastung, der Patientenkontakt, die Bedeutung von Wertschätzung sowie die unterstützende Wirkung eines guten Arbeitsklimas.
Das Ziel ist es, auf Basis einer Querschnittserhebung und begleitender Interviews eine fundierte Tendenz über das Burnout-Risiko bei Arzthelferinnen zu ermitteln und auf die oft ungünstigen Arbeitsbedingungen in diesem Bereich aufmerksam zu machen.
Die Autorin kombiniert eine quantitative Befragung mittels des „Maslach Burnout Inventory“ (MBI) mit einer qualitativen, halbstrukturierten Befragung von fünf Interviewpartnerinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen zur Burnout-Forschung, eine Analyse des Berufsbildes „Arzthelferin“ sowie die detaillierte Ergebnisdarstellung der empirischen Untersuchungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Burnout, Arbeitsüberlastung, Arzthelferinnen, emotionale Erschöpfung, Pufferfaktoren und soziale Unterstützung.
Die Wahl fiel auf Arzthelferinnen, da sie trotz ihrer hohen Anzahl (über 500.000) im Vergleich zu anderen Gesundheitsfachberufen nur selten Gegenstand wissenschaftlicher Belastungsuntersuchungen waren.
Mit Ausnahme einer Befragten bewerteten die Teilnehmerinnen das Arbeitsklima und die Unterstützung durch Kolleginnen und Vorgesetzte bei Problemen als überwiegend positiv.
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