Diplomarbeit, 2006
210 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Einführung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Der Begriff Infografik – Definition und Eingrenzung
2.2 Systematik der Vielfalt – Kategorien der Infografik
2.2.1 Statistische Infografiken
2.2.2 Kartografische Infografiken
2.2.3 Funktionsinfografiken
3. Die Infografik als journalistische Darstellungsform in der Praxis
3.1 Informationsvermittlung durch Infografiken
3.2 Ansprüche an Umsetzung und Gestaltung von Infografiken
3.2.1 Leitsätze der Wahrnehmungs- und Gestaltpsychologie
3.2.2 Journalistische Kriterien
3.2.3 Statistische Ansprüche
3.2.4 Kartografische Konventionen
4. Einordnung in den Forschungskontext
5. Untersuchung von Einsatz und Gestaltungsqualität
5.1 Vorstellung der untersuchten Medien
5.2 Forschungsfragen und Operationalisierung
5.3 Darstellung der Ergebnisse und Interpretation
5.3.1 Einsatz von Infografiken
5.3.2 Gestaltungsqualität von Infografiken
6. Rezipienten-Studie zu Informationsvermittlung, Einsatz und Gestaltung von Infografiken
6.1 Begründung der Forschungsmethode
6.2 Forschungsfragen und Operationalisierung
6.3 Darstellung der Ergebnisse und Interpretation
6.3.1 Informationsvermittlung
6.3.2 Bewertung des Einsatzes
6.3.3 Bewertung der Gestaltung
7. Schlussbetrachtungen
Die Diplomarbeit untersucht den Einsatz, die Gestaltungsqualität und die Informationsvermittlung von Infografiken in den deutschen General-Interest-Magazinen "Focus", "Stern" und "Spiegel". Das primäre Ziel ist es, die Qualität und den Nutzen dieser visuellen Darstellungsform empirisch zu evaluieren, um Forschungslücken in diesem Bereich zu schließen und Kriterien für eine effektivere Gestaltung abzuleiten.
3.1 Informationsvermittlung durch Infografiken
Ziel dieses Kapitels ist es, Kriterien für die Gestaltung von Infografiken zu erarbeiten. Diese sollen eine Grundlage für die späteren Forschungsfragen bilden. Dafür ist es zunächst wichtig, den Vorgang der Informationsvermittlung durch Infografiken zu erörtern. Vorweg ist anzumerken, dass noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Vorgänge im Gehirn während der Informationserfassung aus Infografiken vorliegen. Dies liegt zum einen daran, dass es keine allgemein gültige Definition für Infografiken gibt. Zum anderen sind Infografiken so vielfältig in ihrer thematischen und gestalterischen Umsetzung, dass einzelne Forschungsergebnisse nicht automatisch auf das gesamte Feld der Infografik übertragen werden können. Denn der Prozess der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung etwa beim Betrachten eines Balkendiagramms ist ein anderer als der einer umfangreichen Funktionsinfografik. Aus diesen Gründen werden in der Literatur die Abläufe im Gehirn während der Verarbeitung von Informationen aus Infografiken abgeleitet von Erkenntnissen der Bild- und Textkommunikation. Kroeber-Riel verzichtet gänzlich auf eine sprachliche Unterscheidung zwischen Grafik und Bild und spricht allgemein von Bildinformationen.
Die Ergebnisse verschiedener Studien zeigen, dass bildliche Informationen von Lesern eher beachtet und schneller erfasst werden als Informationen textlicher Art. Teichert spricht daher vom modernen Menschen als „Augenmensch“. Und laut Glotz leben wir im „visuellen Jahrhundert“. Die Bevorzugung von Bildinformationen lässt sich durch die unterschiedliche Art der Informationsverarbeitung erklären.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsrelevanz und der Zielsetzung der Arbeit zur Schließung der Forschungslücke bei Infografiken in deutschen Printmedien.
2. Einführung des Untersuchungsgegenstandes: Definition und Systematisierung des Begriffs Infografik sowie Abgrenzung zu anderen journalistischen Darstellungsmitteln.
3. Die Infografik als journalistische Darstellungsform in der Praxis: Erarbeitung von Gestaltungsanforderungen auf Basis psychologischer Erkenntnisse und journalistischer Standards.
4. Einordnung in den Forschungskontext: Zusammenfassung des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstandes und Verortung der eigenen Untersuchung innerhalb der Kommunikationswissenschaft.
5. Untersuchung von Einsatz und Gestaltungsqualität: Deskriptive Analyse des Infografik-Einsatzes und der Einhaltung von Qualitätskriterien in den drei Magazinen mittels Inhaltsanalyse.
6. Rezipienten-Studie zu Informationsvermittlung, Einsatz und Gestaltung von Infografiken: Auswertung einer Online-Befragung zur Nutzerakzeptanz und Wirksamkeit von Infografiken.
7. Schlussbetrachtungen: Fazit der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfragen und Empfehlungen für die redaktionelle Praxis sowie künftige Forschung.
Infografik, Journalismus, Printmedien, Informationsvermittlung, Gestaltungsqualität, Inhaltsanalyse, Wahrnehmungspsychologie, Statistik, Karten, Funktionsgrafik, Rezipientenforschung, Online-Befragung, Focus, Spiegel, Stern.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche General-Interest-Magazine wie Focus, Spiegel und Stern Infografiken einsetzen und gestalten, und analysiert deren Effektivität bei der Informationsvermittlung.
Die zentralen Felder sind die Definition und Systematik von Infografiken, die wahrnehmungspsychologischen Grundlagen ihrer Wirkung sowie die journalistische Praxis ihrer Gestaltung.
Das Ziel ist es, den Status quo der Infografik-Nutzung zu erfassen, Qualitätsmängel zu identifizieren und einen Kriterienkatalog für eine optimierte journalistische Infografik-Gestaltung zu entwickeln.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus einer umfangreichen quantitativen Inhaltsanalyse der Magazine sowie einer empirischen Rezipientenstudie (Online-Fragebogen).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Kriterienentwicklung für die Gestaltung, eine detaillierte Inhaltsanalyse des Infografik-Einsatzes in den drei Magazinen und die Auswertung einer Nutzerbefragung zur Informationsaufnahme.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Infografik, Gestaltungsqualität, Informationsvermittlung, Medienanalyse und Rezipientenforschung charakterisieren.
Die Arbeit greift auf Gestaltgesetze zurück, um zu erklären, wie grafische Elemente im Gehirn verarbeitet werden, und leitet daraus konkrete Regeln für die Vermeidung von Wahrnehmungstäuschungen ab.
Die Untersuchung zeigt, dass der Qualitätsstandard in den untersuchten Magazinen zwar hoch ist, aber oft an einfachen Kriterien wie der Quellenangabe oder der korrekten Achsenskalierung mangelt.
Die Online-Studie belegt, dass Leser Infografiken grundsätzlich begrüßen und als Bereicherung empfinden, allerdings bei komplizierten grafischen Lösungen (z.B. zu viele Pfeile) Probleme bei der Übersichtlichkeit haben.
Die Autorin empfiehlt eine engere Absprache zwischen Redakteuren und Grafikern sowie eine stärkere Fokussierung auf die Vermittelbarkeit der Inhalte bei der Gestaltung, um den Nutzen für den Leser zu maximieren.
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