Diplomarbeit, 2006
157 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
Einleitung
1. Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen
1.1 Demographische Entwicklung der Bevölkerung
1.2 Ausblick auf die aktuelle Situation im deutschen Gesundheitswesen
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Gesundheits- und sozialpolitische Entwicklung
2.2 Kooperation und Vernetzung im Gesundheitswesen
2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen von integrierter Versorgungsform
2.3.1 Case Management
2.3.2 Care Management
2.3.3 Managed Care
2.3.4 Pflegeüberleitung/ Entlassungsmanagement
2.3.5 Disease Management
2.3.6 Clinical Pathways – Behandlungspfade
3. Hintergrund und Problembeschreibung
3.1 Ableitung des Forschungsziels und der Forschungsfragen
4. Case Management als integrierte Versorgungsform
4.1 Definitionen und Klassifizierung von Case Management
4.2 Case Management als Prozessablauf
4.3 Rollen und Aufgaben des Case Managers
4.3.1 Case Manager als Kundenanwalt – Advocacy Function
4.3.2 Case Manager als Koordinationsmanager – Broker Function
4.3.3 Case Manager als Steuerungsmanager – Gatekeeper Function
4.4 Ausgewählte Modelle integrierter Versorgung und Case Management in der Pflege
4.4.1 Case Management in München-Neuperlach
4.4.2 Integrierte Versorgung: Ein Kooperationsvertrag zwischen der AOK Bayern und einigen Kliniken
4.4.3 PAGT- Modellprojekt
5. Die Pflege und ihre Aufgaben
5.1 Anforderungsprofile und Kompetenzen professionell Pflegender
5.2 Anforderungsprofile und Kompetenzen von Pflege-Case-Managern
6. Untersuchungsmethoden, Planung und Durchführung
6.1 Methodische Überlegungen
6.2 Auswahl und Beschreibung der Erhebungsmethode des Experteninterview
6.2.1 Methodische Überlegungen
6.2.2 Auswahl und Beschreibung der Expertenwahl
6.2.3 Planung und Durchführung des Experteninterview
6.3 Vorbereitung, Verlauf und Durchführung der Interviews
6.3.1 Methodische Überlegungen
6.3.1.1 Interviewleitfaden
6.3.1.2 Organisatorische Vorbereitungen
6.3.1.3 Akquirierung von Patienten
6.4. Pretest und Auswahl sowie Beschreibung der Stichprobe
6.5 Durchführung der stationären Interviews
6.6. Vorbereitung der telefonischen Interviews
6.6.1 Durchführung der telefonischen Interviews
6.7 Verfahren zur Auswertung des Datenmaterials
7. HELIOS Kreiskrankenhaus Gotha/Ohrdruf als Untersuchungsfeld
7.1 Demographische Entwicklung des Kreis Gotha
7.2 HELIOS Kreiskrankenhauses Gotha/Ohrdruf – ,,im Überblick“
7.3 3. Pflegetag im HELIOS Kreiskrankenhaus Gotha/Ohrdruf: Integrierte Versorgung
8. Ergebnisse der Untersuchungen
8.1 Ergebnisse aus dem Experteninterview
8.2 Ergebnisse aus den Interviews mit den stationären Patienten
8.3. Ergebnisse aus den telefonischen Nachinterviews mit den Patienten
8.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
9. Allgemeine Gütekriterien der Forschung
9.1 Kritik an der qualitativen Forschung
9.2 Rechtliche und ethische Überlegungen zur Untersuchung
9.3 Zusammenfassende kritische Betrachtung der Untersuchung
10. Empfehlungen für die Praxis an der untersuchten Einrichtung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, das Case Management als Berufsfeld für die professionelle Pflege zu etablieren, Anforderungsprofile und notwendige Kompetenzen zu definieren sowie anhand einer qualitativen Untersuchung von Patienten Erfahrungen hinsichtlich der Notwendigkeit einer koordinierten Versorgung aufzuzeigen, um den Einsatz von Case Management als Lösungsansatz zur Optimierung des Ressourceneinsatzes zu begründen.
4.3.1 Case Manager als Kundenanwalt – Advocacy Function
Mit der Advocacy Function wird das Ziel verfolgt, für einzelne Gruppen und Personen entsprechende Zugangschancen zu vorhandenen Versorgungsangeboten von „unten“ zu verbessern, sowie diese bei ihrer Problembewältigung zu beraten und zu unterstützen (EWERS, M., 2002, S.16). Die Menschen, die diese Funktion des Case Managements in Anspruch nehmen, können auf Grund ihrer individuellen Hilfsbedürftigkeit ihre persönlichen Interessen nicht geltend machen. Der Case Manager übernimmt die Anwaltschaft für diese hilfsbedürftigen Menschen, vertritt ihre Interessen und sorgt für den Zugang zu vorhandenen Ressourcen. Die Versorgungsgerechtigkeit soll somit besser gewährleistet werden.
Eine Voraussetzung zur Durchführung dieser Funktion ist, dass der Case Manager die Versorgungssituation des Patienten wahrnimmt, die bestehenden Versorgungsdefizite erkennt und an die entsprechenden Dienstleister herantritt. Ein wichtiger Aspekt ist, dass der Case Manager den „Fall“ nicht in erster Linie von seiner professionellen Sicht aus betrachtet, sondern aus der Perspektive des Klienten. Das erklärte Ziel dieser Funktion innerhalb des Case Management ist: „Einerseits Klienten zu befähigen, sich für ihre eigenen Belange einzusetzen, andererseits aber auch aus professioneller Sicht Lücken im Versorgungssystem aufzudecken und diese Informationen an die Verantwortlichen auf übergeordneten Handlungs- und Entscheidungsebenen weiterzuleiten“ (SAMBALE, M., 2005, S.88).
1. Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen: Behandelt die demographische Entwicklung der Bevölkerung sowie die sich daraus ergebenden Herausforderungen für das Gesundheitssystem.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Legt die gesundheits- und sozialpolitischen Grundlagen dar und erläutert verschiedene Ansätze integrierter Versorgung.
3. Hintergrund und Problembeschreibung: Beschreibt die durch Reformen und Demographie entstandenen Defizite in der Patientenversorgung und leitet daraus die Forschungsziele ab.
4. Case Management als integrierte Versorgungsform: Definiert Case Management, beschreibt Prozessabläufe und stellt verschiedene Modelle und Rollenbilder dar.
5. Die Pflege und ihre Aufgaben: Analysiert das Berufsbild der professionellen Pflege und die spezifischen Anforderungen an Pflege-Case-Manager.
6. Untersuchungsmethoden, Planung und Durchführung: Erläutert das methodische Vorgehen der qualitativen Untersuchung inklusive Experten- und Patienteninterviews.
7. HELIOS Kreiskrankenhaus Gotha/Ohrdruf als Untersuchungsfeld: Bietet einen Überblick über das spezifische Setting und die demographischen Daten der untersuchten Klinik.
8. Ergebnisse der Untersuchungen: Präsentiert die Ergebnisse der Interviews mit Experten und Patienten zu Themen wie Information, Koordination und Kooperation.
9. Allgemeine Gütekriterien der Forschung: Reflektiert kritisch die angewandten Forschungsmethoden und die ethischen Rahmenbedingungen.
10. Empfehlungen für die Praxis an der untersuchten Einrichtung: Schlägt konkrete Schritte zur Implementierung von Case Management in der untersuchten Einrichtung vor.
Case Management, Pflege, Integrierte Versorgung, Patientenzufriedenheit, Entlassungsmanagement, Pflegeüberleitung, Gesundheitswesen, Pflegemanagement, Prozessoptimierung, Koordination, Beratung, Qualitätssicherung, Kompetenzprofil, stationäre Versorgung, ambulante Pflege
Die Arbeit untersucht das Case Management als neues Berufsfeld für die professionelle Pflege. Ziel ist es, den Bedarf an koordinierter Patientenversorgung aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, um Schnittstellenprobleme im Gesundheitssystem zu minimieren.
Die Arbeit beleuchtet die demographische Entwicklung, bestehende Versorgungsdefizite, verschiedene Konzepte integrierter Versorgung sowie die Rollen und Kompetenzanforderungen an Case Manager.
Das Ziel ist die Implementierung eines pflegerischen Case Managements als Lösungsansatz zur Optimierung des Ressourceneinsatzes und zur Verbesserung der Versorgungskontinuität von Patienten.
Die Autorin nutzte einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus einer Literaturanalyse sowie empirischen Erhebungen durch ein Experteninterview und leitfadengestützte Interviews mit stationären Patienten.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung der Case Management-Konzepte, eine detaillierte Untersuchung der Arbeitsprozesse in einer ausgewählten Klinik sowie die Auswertung der empirischen Daten zu den Erfahrungen der Patienten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Case Management, Pflegerisches Entlassungsmanagement, Integrierte Versorgung, Schnittstellenmanagement und Patientenzentrierung charakterisiert.
Die Patienten äußerten sich kritisch hinsichtlich der frühen und umfassenden Information zur Entlassung sowie zur Koordination der Nachsorge; die persönliche Zuwendung durch das Pflegepersonal wurde hingegen positiv wahrgenommen.
Die Autorin betont, dass Sozialarbeiter über Fachwissen in rechtlichen Belangen verfügen, während professionell Pflegende durch ihre Erfahrung am Pflegebett die notwendigen Voraussetzungen mitbringen, um den komplexen Pflegeprozess fallweise zu steuern.
Es wird empfohlen, entweder einen standardisierten Entlassungsprozess einzuführen oder als Pilotprojekt eine Fachstelle für Pflege-Case-Management zu schaffen, um die Informationslücken und Schnittstellenprobleme abzubauen.
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