Diplomarbeit, 2003
62 Seiten, Note: 2,0
1 EINFÜHRUNG
1.1 ZIEL UND GLIEDERUNG DER ARBEIT
2 GRUNDLAGEN DER AUKTIONSTHEORIE
2.1 DIE STANDARD-AUKTIONEN
2.1.1 ENGLISCHE AUKTION
2.1.2 HOLLÄNDISCHE AUKTION
2.1.3 ERSTPREIS-AUKTION
2.1.4 ZWEITPREIS-AUKTION
2.2 DIE MODELLANNAHMEN
2.2.1 RISIKOBEREITSCHAFT
2.2.2 ZAHLUNGSBEREITSCHAFT
2.2.3 UNTERSCHEIDBARKEIT
2.3 DAS ÄQUIVALENZTHEOREM
2.3.1 ENGLISCHE AUKTION UND ZWEITPREIS-AUKTION
2.3.2 HOLLÄNDISCHE AUKTION UND ERSTPREIS-AUKTION
2.4 LITERATURHINWEIS
3 VERSTEIGERUNG EINES EINZELNEN OBJEKTES
3.1 DAS SYMMETRISCHE MODELL
3.2 ZWEITPREIS-AUKTIONEN
3.2.1 RENTE DES BIETERS
3.2.2 BESTIMMUNG DES OPTIMALEN GEBOTES
3.2.3 ERWARTETE ZAHLUNGEN
3.3 ERSTPREIS-AUKTIONEN
3.3.1 RENTE DES BIETERS
3.3.2 BESTIMMUNG DES OPTIMALEN GEBOTES
3.3.3 DAS SYMMETRISCHE GLEICHGEWICHT
3.3.4 DAS TRADE-OFF PROBLEM
3.3.5 GLEICHVERTEILUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN
3.4 ERLÖSVERGLEICH
3.5 WICHTIGE ERGEBNISSE
3.6 MODELLKRITIK
3.7 VON DER TRADITIONELLEN AUKTION ZUR INTERNET-AUKTION
3.8 LATE BIDDING
3.8.1 AUKTIONEN BEI EBAY UND AMAZON
4 VERSTEIGERUNG MEHRERER IDENTISCHER OBJEKTE
4.1 PREISREGELN FÜR VERDECKTE AUKTIONSFORMEN
4.1.1 DISKRIMINIERENDE AUKTION
4.1.2 UNIFORME AUKTION
4.1.3 VICKREY AUKTION
4.2 PREISREGELN FÜR OFFENE AUKTIONSFORMEN
4.2.1 HOLLÄNDISCHE MULTIUNIT AUKTION
4.2.2 ENGLISCHE MULITUNIT AUKTION
4.2.3 AUSUBEL AUKTION
4.3 BIETSTRATEGIEN IN MULTIUNIT AUKTIONEN
4.3.1 VICKREY AUKTION
4.3.2 UNIFORME AUKTION
4.3.3 NACHFRAGEREDUZIERUNG
4.3.4 DISKRIMINIERENDE AUKTION
4.4 WICHTIGE ERGEBNISSE
4.5 OPENIPO: EINE UNIFORME AUKTION IM INTERNET
4.6 DIE AUSUBEL AUKTION ALS EFFIZIENTE ALTERNATIVE
4.6.1 BEISPIEL EINER AUSUBEL AUKTION
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
6 ANHANG
6.1 HERLEITUNG DER SYMMETRISCHEN GLEICHGEWICHTSSTRATEGIE BEI GLEICHVERTEILUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN
6.2 HERLEITUNG DER ZWEITHÖCHSTEN ORDER STATISTIC
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Grundlagen der Auktionstheorie formal darzustellen, auf die Versteigerung einzelner sowie mehrerer identischer Objekte (Multiunit Auktion) zu übertragen und deren Effizienz im Kontext von Internet-Auktionen kritisch zu analysieren.
3.1 Das Symmetrische Modell
Es werden nun, in Anlehnung an William Vickrey, Versteigerungen eines einzelnen Objektes betrachtet. Wie gezeigt wurde, haben je zwei Auktionsformen äquivalente Bietstrategien und Ergebnisse. Aufgrund dessen genügt es für die anschließenden Modellbetrachtungen lediglich die verdeckten Auktionsformen zu analysieren. Im Anschluss soll formal hergeleitet werden, welche optimalen Bietstrategien zu einem symmetrischen Gleichgewicht führen und welcher Verkaufspreis daraus resultiert. Dazu wird das so genannte symmetrische Modell herangezogen.
Die Annahmen des Modells lauten:
Es bieten N potentielle Käufer für ein einzelnes Verkaufsobjekt.
Der Bieter i misst dem Auktionsgut einen Wert Xi bei, der seiner maximalen Zahlungsbereitschaft entspricht.
Xi ist eine Zufallsvariable, die durch eine Verteilungsfunktion F im Intervall [0,w] verteilt ist, wobei 0 der minimalen und w der maximalen Zahlungsbereitschaft entspricht.
Bieter i kennt seine eigene Zahlungsbereitschaft, also die Realisation xi der Zufallsvariable Xi und er weiß, dass die voneinander unabhängigen Zahlungsbereitschaften aller anderen Bieter durch dieselbe Verteilungsfunktion F verteilt sind.
Durch die Ableitung der Verteilungsfunktion F erhält man die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion f.
Die Bieter sind risikoneutral und wollen ihren erwarteten Gewinn maximieren.
Es existieren keine Budgetbeschränkungen.
Die Strategie eines Bieters i wird beschrieben durch eine Funktion βi, welche für jede Zahlungsbereitschaft xi das zugehörige Gebot bi bestimmt.
1 EINFÜHRUNG: Einleitung in die Auktionstheorie anhand historischer Beispiele und Erläuterung der Relevanz moderner Internet-Auktionen.
2 GRUNDLAGEN DER AUKTIONSTHEORIE: Erläuterung der vier Standard-Auktionsformen sowie Darstellung grundlegender Modellannahmen wie Risikoneutralität und private-values.
3 VERSTEIGERUNG EINES EINZELNEN OBJEKTES: Formale Analyse und Vergleich der Bietstrategien und Erlöse bei Erstpreis- und Zweitpreis-Auktionen.
4 VERSTEIGERUNG MEHRERER IDENTISCHER OBJEKTE: Analyse von Preisregeln und Bietstrategien für Multiunit-Auktionen sowie Diskussion von Effizienzaspekten bei komplexeren Auktionsformen.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Effizienz von Auktionsverfahren und Empfehlungen für den Einsatz moderner Auktionsformate.
6 ANHANG: Mathematische Herleitung der Gleichgewichtsstrategien und statistischer Größen für die Modellbetrachtungen.
Auktionstheorie, Erstpreis-Auktion, Zweitpreis-Auktion, Vickrey-Auktion, Multiunit-Auktion, Internet-Auktionen, Bietstrategien, Zahlungsbereitschaft, Nachfragereduzierung, Spieltheorie, Auktionseffizienz, late bidding, OpenIPO, Ausubel-Auktion, Marktmechanismen.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Auktionstheorie und analysiert, wie verschiedene Auktionsformate – sowohl für einzelne als auch für mehrere Objekte – strukturiert sind und welche Auswirkungen sie auf das Bietverhalten haben.
Zu den Schwerpunkten gehören die Standard-Auktionsformen, die spieltheoretische Modellierung von Geboten, die Analyse von Multiunit-Auktionen sowie die speziellen Herausforderungen von Online-Auktionsplattformen.
Das Ziel ist es, die Effizienz verschiedener Auktionsverfahren zu bewerten, insbesondere unter der Frage, welches Verfahren den Bieter mit der höchsten Zahlungsbereitschaft identifiziert und den Zuschlag erteilt.
Die Autorin nutzt formale, spieltheoretische Analysen, um Gleichgewichtsstrategien zu bestimmen. Dabei werden mathematische Modelle wie Verteilungs- und Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen herangezogen, um das optimale Bietverhalten zu simulieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse einzelner Auktionen, den Vergleich von Erst- und Zweitpreis-Auktionen sowie die Erweiterung dieser Konzepte auf Versteigerungen mehrerer Einheiten (Multiunit Auktionen), inklusive der Behandlung von Phänomenen wie "bid shading".
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Auktionstheorie, Bietstrategien, Multiunit-Auktion, Effizienz, Nachfragereduzierung und Internet-Auktionen charakterisieren.
eBay nutzt meist feste Endzeitpunkte, was zu "late bidding" (sniping) führen kann, um das Überbotenwerden kurz vor Ende zu vermeiden. Amazon hingegen bietet eine automatische Verlängerung der Auktionsdauer an, falls in den letzten Minuten geboten wird, um dieses strategische Bieten zu verhindern.
Die Ausubel-Auktion gilt als effizient, da sie das Problem der Nachfragereduzierung ("bid shading") bei Multiunit-Auktionen löst. Sie ist äquivalent zur Vickrey-Auktion und bietet Bietern keinen Anreiz, ihre wahre Nachfrage zu verbergen, was zu einer effizienteren Allokation der Güter führt.
Bieter stehen vor dem Konflikt, dass ein höheres Gebot zwar die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht, jedoch die erzielbare Rente (Differenz aus Wertschätzung und Gebot) verringert. Sie müssen daher ihr Gebot strategisch unter ihre wahre Zahlungsbereitschaft senken.
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