Magisterarbeit, 2006
138 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG
1.2 AUFBAU
2. WAS IST FILM NOIR?
2.1 ERSTE ANNÄHERUNGEN
2.2 BEGRIFFSGENESE
2.3 GENRE, STIL UND/ODER BEWEGUNG?
3. DIE WURZELN DES FILM NOIR
3.1 HISTORISCHE EINFLÜSSE
3.2 LITERARISCHE EINFLÜSSE
3.3 FILMISCHE EINFLÜSSE
4. DIE PROTAGONISTEN IM FILM NOIR
4.1 MÄNNLICHE PROTAGONISTEN
4.2 WEIBLICHE PROTAGONISTEN
5. DER VISUELLE STIL DES FILM NOIR
5.1 LOW-KEY VS. HIGH-KEY
5.2 SCHATTEN UND SILHOUETTEN
5.3 EXPRESSIVE KAMERAPOSITIONEN
6. DIE NARRATIVEN STRUKTUREN DES FILM NOIR
6.1 VOICE-OVER UND RÜCKBLENDE ALS GESTÄNDNIS
6.2 INVESTIGATIVE RÜCKBLENDEN UND VOICE-OVER
6.3 DAS ENDE DES HAPPY-ENDS
6.4 DIE AUDITIVE EBENE
7. DIE HANDLUNGSMOTIVE DES FILM NOIR
7.1 DER HANDLUNGSORT
7.2 DIE DARSTELLUNG VON GEWALT
7.3 DOPPELGÄNGER, SPIEGEL UND PORTRÄTS
8. VOM FILM NOIR ZUM NEO-NOIR
8.1 DIE ENTWICKLUNGSPHASEN DES KLASSISCHEN FILM NOIR
8.1.1 ROMANTIK (1941-CA.1946)
8.1.2 ENTFREMDUNG (1944 – 1949)
8.1.3 OBSESSION (1949 -1958)
8.2 FILM NOIR WIRD GENRE
8.3 DIE ENTWICKLUNGSPHASEN DES NEO-NOIR
8.3.1 NOSTALGIE (1960ER UND 70ER)
8.3.2 RENAISSANCE (1980ER)
8.3.3 IRONIE (1990ER) UND EXZESS (AB 2000)
9. JOHN WOOS THE KILLER: EIN HONGKONG NEO-NOIR
9.1 BIOGRAPHIE UND WERKBESCHREIBUNG VON JOHN WOO
9.2 EXKURS: SELBSTREFLEXIVITÄT IM NEO-NOIR
9.3 SELBSTREFLEXIVITÄT UND INTERTEXTUALITÄT IN THE KILLER
9.4 PROTAGONISTEN IN THE KILLER
9.5 VISUALITÄT IN THE KILLER
9.6 NARRATIVE STRUKTUREN IN THE KILLER
9.7 HANDLUNGSMOTIVE IN THE KILLER
10. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Magisterarbeit untersucht die Übertragbarkeit der narrativen und ästhetischen Merkmale des amerikanischen Film Noir auf das Hongkong-Kino der späten 80er Jahre. Anhand der detaillierten Analyse von John Woos Meisterwerk „The Killer“ wird aufgezeigt, wie klassische Noir-Konventionen in einem anderen soziokulturellen Kontext neu interpretiert und als hybrider „Neo-Noir“ transformiert werden.
3.3 Filmische Einflüsse
Während sich die Einflüsse der hard boiled school of fiction auf die Dialoge, die Erzählstruktur und die Charakterzeichnung der Protagonisten des Film Noir auswirkten, reichten die Wurzeln seiner visuellen Topoi bis zum deutschen expressionistischen Film der 20er Jahre zurück. Filme wie DER STUDENT VON PRAG (Henrik Galeen, 1926), DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (Carl Boese/Paul Wegener, 1920), DAS CABINET DES DR. CALIGARI (Robert Wiene, 1920) und M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Fritz Lang, 1930/31) hatten einen wichtigen Einfluss auf die visuellen Ausdrucksformen der Schwarzen Serie. Nach der Machtübernahme Hitlers im März 1933 zog es unzählige Filmschaffende aus Deutschland und Österreich in die USA. Viele von ihnen fanden ihr Filmexil in Hollywood und brachten ihren künstlerischen Hintergrund mit in ihre (amerikanischen) Filme ein, wodurch sie den Charakter des Film Noir entscheidend prägten:
Die Exilanten arbeiteten besonders im Film noir und den B-Pictures aller Genres. Dabei konnten und mussten sie ihre künstlerische Prägung nicht verleugnen, sondern brachten sie teils bewusst, teils unbewusst in die amerikanischen Filme ein und verbanden sie mit noch frischen und sozialen und kulturellen Erfahrungen.
Hollywood kam nun in Kontakt mit den Charakteristika des deutschen Expressionismus, der mit der Uraufführung von Robert Wienes stilprägenden Werk DAS CABINET DES DR. CALIGARI bereits im Februar 1920 das deutsche Kino erfasst hatte. Der Expressionismus, der zwischen 1910 und 1929 das künstlerische und geistige Klima in Deutschland bestimmte, richtete sich gegen den mimetischen Charakter des Naturalismus und die Darstellung der äußeren Erscheinung der Dinge des Impressionismus. Sein Augenmerk lag nicht mehr auf der Abbildung einer rationalen Wirklichkeit, sondern richtete den Blick auf das Innere des Menschen: seine subjektiven Empfindungen.
1. EINLEITUNG: Führt in die zeitliche und räumliche Ausbreitung des Film Noir von den 40er Jahren in Amerika bis zum Hongkong-Kino der 80er Jahre ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. WAS IST FILM NOIR?: Beleuchtet die Komplexität und Entstehungsgeschichte des Begriffs und diskutiert, ob er als Genre, Stil oder filmische Bewegung klassifiziert werden kann.
3. DIE WURZELN DES FILM NOIR: Analysiert die historischen, literarischen und filmischen Einflüsse, die die charakteristischen Merkmale und die düstere Grundstimmung des Film Noir geformt haben.
4. DIE PROTAGONISTEN IM FILM NOIR: Untersucht die archetypischen Figuren des Noir, insbesondere männliche Antihelden und die ambivalenten Frauenrollen wie die femme fatale.
5. DER VISUELLE STIL DES FILM NOIR: Beschreibt die formale Gestaltung durch Low-Key-Beleuchtung, Chiaroscuro sowie Schatten und Silhouetten als Ausdrucksmittel psychischer Deformationen.
6. DIE NARRATIVEN STRUKTUREN DES FILM NOIR: Analysiert den Einsatz von Voice-Over und Rückblenden sowie den Bruch mit dem klassischen Happy-End als Strategien der Desorientierung.
7. DIE HANDLUNGSMOTIVE DES FILM NOIR: Behandelt die Inszenierung der urbanen Großstadt, die Darstellung expressiver Gewalt und die symbolische Nutzung von Spiegeln und Doppelgängern.
8. VOM FILM NOIR ZUM NEO-NOIR: Verfolgt die Evolution des Genres durch verschiedene Entwicklungsphasen bis zum modernen, selbstreflexiven Neo-Noir.
9. JOHN WOOS THE KILLER: EIN HONGKONG NEO-NOIR: Führt eine detaillierte Fallstudie von John Woos Werk durch, unter Einbeziehung biographischer Kontexte, visueller und narrativer Analysen.
10. SCHLUSSBETRACHTUNG: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die erfolgreiche Adaption von Noir-Verfahrensweisen im Hongkong-Kino durch John Woo.
Film Noir, Neo-Noir, Hongkong-Kino, John Woo, The Killer, Femme Fatale, Expressionismus, Hard-Boiled School, Noir-Ästhetik, Narrative Strukturen, Doppelgänger, Genretheorie, Selbstreflexivität, Gewaltdarstellung, Fatalismus.
Die Arbeit analysiert die Übertragung der klassischen Merkmale des amerikanischen Film Noir auf das Hongkong-Kino der späten 1980er Jahre anhand von John Woos Film „The Killer“.
Zu den Schwerpunkten zählen die visuelle Ästhetik, narrative Strukturen, die Charakterisierung der Noir-Protagonisten (wie der Femme Fatale) sowie der Einfluss historischer und literarischer Vorbilder auf den Neo-Noir.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass John Woos Werk trotz kultureller Unterschiede eine kohärente Weiterführung der Noir-Tradition darstellt und als hybrider Neo-Noir klassifiziert werden kann.
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die Theorieansätze (z.B. von Paul Schrader, Janey Place) mit einer detaillierten Analyse von Filmsequenzen und Symboliken kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Grundlagen des Film Noir und eine anschließende detaillierte Hauptuntersuchung von „The Killer“ bezüglich dessen visueller, narrativer und motivischer Ausgestaltung.
Wichtige Begriffe sind Neo-Noir, Femme Fatale, Hard-Boiled, Noir-Ästhetik, Selbstreflexivität, Doppelgänger und Hongkong-Kino.
Die Arbeit zeigt auf, dass John Woo die Ästhetik und Choreographie der chinesischen Oper, insbesondere die Stilisierung von Bewegungen, nutzte, um die „Todesballette“ und Kampfszenen seines Films eine eigene Dynamik und Kunstform zu verleihen.
Die Kirche fungiert sowohl als Ort der Ruhe und des spirituellen Rückzugs für den Protagonisten Jeffrey als auch als schicksalhafter Ort des finalen Showdowns, der die moralische Ambivalenz des Killers verdeutlicht.
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