Magisterarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 2,0
A. Problemstellung
a) Fragestellung
b) Theoretischer Ansatz
B. Hypothesenüberprüfung
1. Die Distanzierungsphase (1990-1993)
1.1 Nordkoreapolitik direkt: Kürzung der Wirtschaftshilfe
a) Der teure Nachbar: Nordkorea als wirtschaftliche Bürde
b) „Juche“ über alles: Frustration Chinas über die Wirtschaftspolitik Nordkoreas
Kürzung der Wirtschaftshilfe – Fazit 1.1
1.2. Nordkoreapolitik indirekt: China will Südkorea gewinnen und Nordkorea isolieren
a) Attraktiverer Partner: Südkoreas Wirtschaft
b) Möglicher machtpolitischer Meilenstein: Koreas Wiedervereinigung
c) Korea als Machtfaktor im Ringen mit Japan, Russland und den USA
d) China will der Vermittler sein: Die bewusste Isolierung Nordkoreas
China will Südkorea gewinnen und Nordkorea isolieren – Fazit 1.2
<Zusammenfassung Teil 1 - Die Distanzierung als systemischer Effekt
2. Die Kooperationsphase (ab 1993)
2.1 Nordkoreas Atomrüstung als machtpolitische Bedrohung
a) Der amerikanische Raketenabwehrschirm
b) Die Bombe für alle – Nordkorea als potenzieller Proliferateur
Wettrüsten, Bandwagoning und Proliferation als Bedrohung – Fazit 2.1
2.2 Instabilität und ein nordkoreanischer Kollaps als Bedrohung
a) Furcht um die Stabilität der Region
b) Furcht vor dem nordkoreanischen Kollaps
Wirtschaftliche Instabilität und ein nordkoreanischer Kollaps als Bedrohung – Fazit 2.2
<Zusammenfassung Teil 2 - Kooperation und Rapprochement als systemische Effekte
C. Ergebnisse
a) Systemische Effekte – die Umverteilung der Capabilities
b) Die Veränderung in der Struktur des Systems
c) Begründung für die Zäsuren in der chinesischen Nordkoreapolitik – Beantwortung der Forschungsfrage
D. Anhang
Die Arbeit untersucht aus neorealistischer Perspektive, warum sich die chinesische Nordkoreapolitik in den 1990er Jahren grundlegend veränderte, wobei sie insbesondere den Einfluss struktureller Veränderungen im regionalen Staatensystem Ostasiens auf die chinesische Außenpolitik analysiert.
a) Fragestellung
„Wenn China erwacht, wird die Erde beben.“ Dieses Napoleon zugeordnete Zitat wird bei Abhandlungen zum heutigen China nach wie vor gerne genannt. Stets als Hinweis auf das mögliche hohe Potenzial an wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und militärischer Kraft gedacht, ordnet es China den Status als „kommende“ Macht zu. Schon das Alter dieses Ausspruchs, der nach wie vor passend zu sein scheint – etwa 200 Jahre – zeigt, wie lange – wenn auch nicht ohne Unterbrechung – China schon als aufsteigende Macht gesehen wird.
Die Erwartungen gegenüber dem China der Zukunft reichten und reichen vom „regionalen Hegemon“ bis hin zu einer möglicherweise absoluten Weltmacht. Selbst die Weltbank wurde im Jahr 1997 – etwas voreilig – dazu verleitet, die Ablösung der USA als größte Wirtschaftsmacht für das Jahr 2020 vorherzusagen. Darüber hinaus glauben nicht wenige Menschen, dass China den Vereinigten Staaten von Amerika, die ihrerseits die Weltmacht des 20. Jahrhunderts gewesen seien, und den Europäern, die die Welt des 19 Jahrhunderts beherrscht hätten, im 21. Jahrhundert nachfolgen könnten, und somit ein „chinesisches Jahrhundert“ anbrechen würde. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zeigt: so weit ist es noch nicht.
A. Problemstellung: Die Einleitung definiert die Forschungsfrage, ob strukturelle Zwänge im Staatensystem Ostasiens für den Wandel in Chinas Nordkoreapolitik verantwortlich sind, und erläutert den theoretischen neorealistischen Ansatz.
B. Hypothesenüberprüfung: Dieser Hauptteil analysiert chronologisch die Distanzierungsphase (1990-1993) sowie die Kooperationsphase ab 1993, um die Auswirkungen von Veränderungen der "Capabilities" einzelner Akteure auf die chinesische Strategie zu prüfen.
C. Ergebnisse: Das Kapitel fasst die systemischen Effekte und die strukturelle Umverteilung der Machtmittel im regionalen System zusammen und beantwortet abschließend die zentrale Forschungsfrage.
Nordkoreapolitik, Volksrepublik China, Neorealismus, Ostasien, Internationale Beziehungen, Machtmittel, Capabilities, Atomwaffenprogramm, Rapprochement, regionale Sicherheit, Systemstruktur, Wirtschaftshilfe, Wiedervereinigung, Nuklearrüstung, Proliferation
Die Arbeit analysiert die Veränderungen der chinesischen Politik gegenüber Nordkorea seit 1990 unter Anwendung neorealistischer Theorien der Internationalen Beziehungen.
Zu den Kernbereichen gehören die sino-nordkoreanischen Beziehungen, die Auswirkungen des Endes des Kalten Krieges, Nordkoreas Atomwaffenprogramm und Chinas Streben nach regionaler Stabilität.
Die zentrale Frage lautet: "Warum hat sich die chinesische Politik gegenüber Nordkorea in den Neunziger Jahren verändert?"
Die Untersuchung erfolgt aus einer neorealistischen Perspektive, wobei insbesondere das Konzept der Struktur des internationalen Systems und der Machtmittel (Capabilities) der Akteure genutzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Phasen: die Distanzierung zwischen 1990 und 1993 sowie die anschließende Kooperationsphase, in der China auf nordkoreanische Provokationen und systemische Bedrohungen reagierte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemstruktur, Capabilities, "Juche"-Ideologie, "Rapprochement", nukleare Proliferation und regionale Hegemonie.
Der Wegfall der Sowjetunion als rivalisierende Großmacht wird als systemische Veränderung gewertet, die Chinas Abhängigkeit von Nordkoreas Ausspielen der "Moskauer Karte" beendete.
Chinas Annäherung an Südkorea wird als strategische Notwendigkeit dargestellt, um wirtschaftliche Vorteile zu sichern und das Machtgleichgewicht gegenüber Japan und den USA in der Region zu stabilisieren.
China agiert als Vermittler, um durch Institutionalisierung der Gespräche den Einfluss auf Nordkorea zu behalten und eine nukleare Aufrüstung zu verhindern, die regionale Instabilität provozieren könnte.
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