Bachelorarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Wissenschaftlicher Teil
2.1 Forschungsstand
2.1.1 Frustration, Aggression und Gewalt
2.1.1.1 Einleitung
2.1.1.2 Begriffserläuterungen
2.1.1.3 Theorien zur Entstehung von Aggressionen
2.1.2 Aggression und Gewalt in den Medien und in der Schule
2.1.2.1 Aggression und Gewalt in den Medien
2.1.2.2 Aggression und Gewalt in der Schule
2.2 Der Fragebogen
2.2.1 Konzeption des Fragebogens
2.2.1.1 Entstehung des Fragebogens
2.2.1.2 Form des Fragebogens
2.2.1.3 Inhalt des Fragebogens
2.2.1.4 Erläuterungen zum Fragebogen
2.2.2 Distribution des Fragebogens
2.2.2.1 Ort der Befragung
2.2.2.2 Teilnehmer der Befragung
2.2.2.3 Dauer und Verfahren der Befragung
2.3 Auswertung der Ergebnisse
2.3.1 Präsentation und Diskussion der Ergebnisse
2.3.1.1 Präsentation der Ergebnisse
2.3.1.2 Diskussion der Ergebnisse
2.3.1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3. Praktischer Teil
3.1 Das Schulprojekt
3.1.1 Projektbeschreibung
3.1.1.1 Einführung in das Projekt
3.1.1.2 Bearbeitung des Fragebogens
3.1.1.3 Diskussion der Ergebnisse in der Klasse
3.1.1.4 Anfertigung und Besprechung der Collagen
3.1.1.5 Abschließendes Gespräch
3.1.1.6 Schlussbetrachtung des Projekts
3.2 Praktische Umsetzungsmöglichkeiten zur Gewaltprävention im Schulalltag
3.2.1 Handlungskonzepte
3.2.1.1 Streit-Schlichter-Programme (Peer-Mediation)
3.2.1.2 Konflikttraining nach Gordon
3.2.1.3 Konzepte zur Förderung der Moralentwicklung
3.2.1.4 Geschlechterspezifische Ansätze
4. Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt im schulischen Alltag einer neunten Realschulklasse, um daraus präventive Handlungsansätze abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen, dem Empathievermögen und der subjektiven Wahrnehmung von Schule als Sicherheitsraum.
Die Frustrations-Aggressions-Theorie
„Die Frustrationstheorie geht von folgender Annahme aus: Aggressives Verhalten beruht auf aggressiven Impulsen, die durch Frustrationen entstehen.“34 „Die Kernaussage dieser Theorie, die vor allem auf den Psychologen John Dollard zurückgeht, ist die Annahme, dass auf jede Frustration eine Aggression folgt.“35
Etwa zwanzig Jahre nachdem Freud seine psychoanalytische Triebtheorie postuliert hatte, stellte eine Gruppe von Psychologen der Yale University eine weitere, alternative Betrachtungsweise der Aggression vor: die Frustrations-Aggressions-Hypothese (Dollard, Doob, Miller, Mowrer & Sears 1939). Ihrer Meinung nach war Aggression ein erworbener - und somit kein angeborener – Trieb, der als Reaktion auf Frustration entstanden ist.36 Sie stellten zwei Hypothesen auf: „Aggression ist immer die Folgen einer Frustration“, „Frustrationen führen immer zu Aggression“. Um diese beiden Thesen zu fundieren, luden sie Studenten für ein Experiment ein, um angeblich herauszufinden, wie sie ermüden. Tatsächlich aber wollten Sears und seine Mitarbeiter die Teilnehmer dabei beobachten, wie sie Frustrationen erleben. Es galt Rauch- und Sprechverbot, zudem mussten sie begonnene Spiele plötzlich abbrechen und das vom Versuchsleiter versprochene warme Frühstück kam auch nie an. Man konnte beobachten, dass die Versuchspersonen zunehmend Aggressionen zeigten. Auch der Geisteszustand des Versuchsleiters und das gesamte Experiment wurden von Seiten der Probanden negativ diskutiert.37 Das Experiment bestätigte also die aufgestellten Hypothesen insoweit, dass Frustrationen zu Aggressionen führen können. Das nicht jede Frustration jedoch automatisch zu aggressivem Verhalten führt, sprich die individuelle Verarbeitung von Frust, und dass es noch andere Faktoren gibt, die zu Aggressionen führen können, wurde dabei fälschlicherweise nicht in Betracht gezogen. Aufgrund dessen wurde diese Theorie schon bald modifiziert. Frustration erzeuge, so hieß es dann schließlich, „[...] Anreize für verschiedene Verhaltensweisen – einer dieser Reize führe stets zur Aggression. Frustration erhöhe also die Wahrscheinlichkeit von Aggression“38. Die Faustregel dieser Theorie lautet: Je höher die Frustration, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Aggression.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Gewalt an Schulen und stellt das Ziel vor, durch eine Projektstudie die Wahrnehmung der Schüler für Gewaltphänomene zu schärfen.
2. Wissenschaftlicher Teil: Dieser Abschnitt bietet einen fundierten Überblick über Theorien zu Frustration und Aggression sowie die Konzeption und Durchführung der empirischen Befragung.
3. Praktischer Teil: Der praktische Teil beschreibt das durchgeführte Schulprojekt mit einer neunten Klasse und diskutiert verschiedene pädagogische Ansätze zur Gewaltprävention im Schulalltag.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass Gewalt an Schulen ein ernstzunehmendes Thema ist, das verstärkter Präventionsarbeit und einer engeren Kooperation zwischen allen Beteiligten bedarf.
Gewaltprävention, Schule, Aggression, Frustration, Empathievermögen, Peer-Mediation, Jugendmedienstudie, Moralentwicklung, Zivilcourage, Konflikttraining, Schulalltag, Sozialisation, Schülerinteraktion, Gewaltformen, pädagogische Intervention.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Aggression und Gewalt im schulischen Alltag einer neunten Realschulklasse und deren Möglichkeiten zur Prävention.
Zentrale Themen sind psychologische Theorien zu Frustration und Aggression, die empirische Untersuchung von Gewalterfahrungen bei Jugendlichen sowie die praktische Umsetzung von Gewaltpräventionskonzepten.
Das Ziel ist es, das Problembewusstsein bei Schülern durch eine Umfrage und ein begleitendes Projekt zu stärken und effektive Möglichkeiten für ein gewaltfreies Miteinander aufzuzeigen.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine empirische Datenerhebung mittels Fragebogen (inklusive Moralstufen-Test) sowie ein praktisches Projekt durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen wissenschaftlichen Teil zum Forschungsstand und ein praktisches Kapitel, das den Ablauf des Schulprojekts sowie Konzepte wie Streit-Schlichter-Programme beschreibt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gewaltprävention, Schule, Empathievermögen, Moralentwicklung und Konflikttraining.
Die Bestimmung der Moralstufe erfolgte mittels des „Moralische-Urteils-Präferenztests“ (MUP) nach Ralf Briechle, der auf der Theorie von Lawrence Kohlberg basiert.
Die Ergebnisse bestätigten die Hypothese, dass Jungen signifikant häufiger physische Gewalt ausüben, während Mädchen in Bereichen wie Reuegefühl und Wiedergutmachung ein höheres Maß an Empathie zeigten.
Die Schüler zeigten sich sehr engagiert und motiviert; das Projekt wurde von ihnen positiv aufgenommen und förderte die Zusammenarbeit innerhalb der Klassengemeinschaft.
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