Diplomarbeit, 2004
180 Seiten, Note: Sehr gut
1 Theoretische Einführungen
1.1 Definition von Behinderung
1.2 Definition von Schwerstbehinderung
1.3 Geschichte der Entwicklung der Sonderschulen in Österreich
2 Definition der Integration
2.1 Gesetze zur Integration
2.2 Thesen zu Integration von Georg Feuser
2.3 Forderung der Integration in Österreich
2.4 Entwicklung der schulischen Integration in Österreich
2.4.1 Die braven 70er Jahre
2.4.2 Die kämpferischen 80er Jahre
2.4.3 Die grundlegenden 90er Jahre
2.4.4 Die beschwerliche Gegenwart
2.5 Gesetzliche Bestimmungen für die Volksschule
2.5.1 Integration oder Sonderschule? Die Wahlmöglichkeit der Eltern
2.5.2 Lehrplaneinstufung
2.5.3 Kriterien bei der Aufnahme behinderter Schüler/innen
2.5.4 Leistungsbeurteilung
2.6 Integrativer Unterricht
2.6.1 Unterrichtsdifferenzierung
2.6.2 Offenes Lernen
2.7 Modelle der Integration
2.7.1 Integrationsklasse
2.7.2 Kooperative Klasse
2.7.3 Klein- oder Förderklasse
2.7.4 Stützlehrer
2.8 Schwierigkeiten und Probleme der Integration von schwerstbehinderten Kindern
2.8.1 Schwierigkeiten und Probleme der Integration – Team – Teaching
2.9 Qualität der Integration
3 Von der Integration zur Inclusion - eine Schule für alle
4 Kinder mit schweren Behinderungen in der Schule
4.1 Schulische Situation von schwerstbehinderten Kindern in Graz
4.2 Welche Schulen bieten in Graz Integration an?
5 Empirischer Teil
5.1 Die Methode
5.1.1 Das Leitfadeninterview
5.1.2 Das qualitative Interview
5.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5.2.1 Techniken qualitativer Inhaltsanalyse
5.3 Das Untersuchungsdesign
5.3.1 Interviewleitfaden
5.3.2 Interviewverlauf
5.4 Auswertung der Interviews
5.4.1 Darstellung der qualitativen Inhaltsanalyse anhand des Interviews der Mutter 1
5.4.2 Erklärung der folgenden Tabelle
5.4.3 Quervergleich innerhalb der Ergebniskategorien
6 Gesamtdarstellung der Ergebnisse
6.1 Kategoriale Auswertung der Interviews der Eltern
6.1.1 Kind und Behinderung
6.1.2 Entscheidung für die Integration
6.1.3 Organisatorischer Aufwand
6.1.4 Eltern über das Kind in der Schule
6.1.5 Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Eltern
6.2 Kategoriale Auswertung der Interviews der Lehrerinnen
6.2.1 Meinung zur Integration
6.2.2 Das Kind in der Schule
6.2.3 Sozialverhalten der Mitschüler/innen
6.2.4 Kind und Unterricht
6.2.5 Meinung zum Team-Teaching
6.2.6 Unterstützung des Landesschulrates
6.2.7 Zusammenarbeit mit den Eltern
6.2.8 Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Lehrerinnen
7 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse der Eltern
7.2 Zusammenfassung der Ergebnisse der Lehrerinnen
8 Schlussfolgerungen
9 Schlussworte
Die Diplomarbeit untersucht die schulische Integration schwerstbehinderter Kinder in Graz aus der Perspektive von betroffenen Eltern und Lehrkräften, um bestehende Schwierigkeiten und Problemlagen zu identifizieren und förderliche Faktoren für eine gelingende Integration aufzuzeigen.
1.2 Definition von Schwerstbehinderung
Ist es notwendig, den Begriff „schwerstbehindert“ genau zu definieren? Im Alltagsgebrauch kennen wir verschiedene Bezeichnungen für schwere Behinderung: schwerst-geistig behindert, schwerstbehindert, schwerstmehrfachbehindert, extrem behindert oder schwerst cerebral bewegungsgestört.
Die Diskussion von Schweregraden des Behindertseins scheint ein Problem grundlegender Art zu sein, denn wie im vorherigen Kapitel festgestellt wurde, gibt es keine allgemein gültig anerkannte Definition der Behinderung.
Es ist auch nicht erwünscht, dass für alle Zeiten allgemeingültig festgelegt werde, wer als behindert zu gelten hat und wer nicht. Die Tatbestände Behindertsein und Behinderung sind sozial vermittelt: Soziale Normen, Konventionen und Standards bestimmen darüber, wer behindert ist. Der Begriff der Behinderung selbst unterliegt einem handlungsgeleiteten Erkenntnisinteresse. Darum sind Aussagen darüber, wer gestört, behindert, beeinträchtigt, geschädigt ist usw., relativ von gesellschaftlichen Einstellungen und diagnostischen Zuschreibungen abhängig (Bleidick 1998, S. 18-19).
Schwerste Behinderung lässt sich mit Hilfe des Konzeptes der Lebensformen folgendermaßen definieren: Gemeint sind Menschen, die diesbezüglich auf umfassende Unterstützung angewiesen sind, weil sie hier kaum Autonomie entwickelt haben.
1 Theoretische Einführungen: Definiert die Begriffe Behinderung sowie Schwerstbehinderung und gibt einen historischen Rückblick auf das österreichische Sonderschulwesen.
2 Definition der Integration: Erläutert gesetzliche Grundlagen, Modelle und Problematiken der schulischen Integration sowie deren Entwicklung in Österreich seit den 1970er Jahren.
3 Von der Integration zur Inclusion - eine Schule für alle: Thematisiert den Übergang vom Integrations- zum Inklusionskonzept und die damit verbundene „Pädagogik der Vielfalt“.
4 Kinder mit schweren Behinderungen in der Schule: Diskutiert die spezifische Situation schwerstbehinderter Kinder, deren Recht auf Teilhabe und die Herausforderungen für die Schule.
5 Empirischer Teil: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, das Untersuchungsdesign und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der Experteninterviews.
6 Gesamtdarstellung der Ergebnisse: Präsentiert die Ergebnisse der Eltern- und Lehrerinterviews, kategorisiert nach verschiedenen Themenbereichen wie Kind, Unterstützung und Zusammenarbeit.
7 Zusammenfassung der Ergebnisse: Fasst die Haupterkenntnisse aus den Eltern- und Lehrerbefragungen kompakt zusammen.
8 Schlussfolgerungen: Zieht Bilanz aus der Untersuchung und diskutiert Handlungsbedarfe zur Verbesserung der Integrationspraxis.
9 Schlussworte: Schließt die Arbeit mit einem Plädoyer für ein Bildungssystem ohne Ausgrenzung ab.
Schulische Integration, Schwerstbehinderung, Inklusion, Sonderpädagogik, Österreichisches Schulwesen, Elternperspektive, Lehrerperspektive, Qualitative Inhaltsanalyse, Sozialverhalten, Team-Teaching, Lernziele, Bildungsrecht, Unterstützungssysteme, Kooperative Klasse, Behinderung.
Die Arbeit befasst sich mit der schulischen Integration von Kindern mit Schwerstbehinderung in Graz und beleuchtet diese aus der Sicht der unmittelbar beteiligten Eltern sowie Sonderschullehrkräfte.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Integration, die gesetzliche Entwicklung in Österreich, verschiedene Integrationsmodelle, Herausforderungen im Schulalltag sowie die Qualität der Integration und Inklusion.
Das Ziel ist es, alltägliche Schwierigkeiten und Probleme bei der Umsetzung der Integration aufzuzeigen und gleichzeitig positive Erfahrungen sowie Wünsche und Anregungen der Betroffenen zur Verbesserung des Integrationsprozesses zu erfassen.
Die Autorin führt eine empirische Untersuchung durch, bei der qualitative Interviews (Leitfadeninterviews) durchgeführt und diese anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Integrationspädagogik sowie einen empirischen Abschnitt, in dem die Ergebnisse aus den Interviews mit 14 Beteiligten kategorial aufbereitet und interpretiert werden.
Die wesentlichen Begriffe sind Schulische Integration, Schwerstbehinderung, Inklusion, Sonderschulwesen, Team-Teaching und pädagogische Qualität.
Die Eltern berichten oft von einem "mühsamen Weg" bei Behördenwegen und der Schulsuche, zeigen sich aber nach der Aufnahme des Kindes in eine passende Schule zumeist sehr zufrieden mit der schulinternen Situation und dem sozialen Umgang der Kinder.
Ein Großteil der befragten Lehrkräfte bewertet das Team-Teaching als sehr erfolgreich und identitätsstiftend für eine gute Integration, wobei jedoch Einsparungen und Ressourcenmangel bei der Unterstützung durch den Landesschulrat als belastend wahrgenommen werden.
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