Diplomarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,3
Einleitung – Problembeschreibung und Vorgehensweise
1. Beispiele zur Illustration
1.1 Bayerische Bauindustrie
1.2 United Fruit Company/ Chiquita International Brands
2. Ethik, Moral und Wettbewerb – Abgrenzung des Themas
3. Individualethik – Vertrauen und Eigenverantwortung
3.1 Unvollständige Verträge und Asymmetrische Information
3.2 Prinzipal-Agent-Theorie
3.3 Theorie der Verfügungsrechte (property rights)
3.4 Transaktionskostentheorie
4. Unternehmensethik – Soziale Verantwortung und Unternehmenskultur
5. Ordnungsethik – Rahmenordnung, Dilemmastruktur und Wettbewerb
5.1 Rahmenordnung und Dilemmastruktur
5.2 Dilemmastruktur und Wettbewerb
5.3 Aushebelung und Stabilisierung von Dilemmastrukturen
6. Governanceethik und Wertemanagement
6.1 Definition, Ziele und strategische Einordnung
6.2 Ethik der Governance
6.3 Transkulturelle Governance
6.4 Lokale und globale Governance, Relativismus und Universalismus
6.5 Komplexität, Individualisierung und gesellschaftliche Verantwortung als Treiber eines Ethikmanagements
6.6 Mechanismen der Governance
6.6.1 Implementierung eines Wertemanagementsystems
6.6.2 Wertekatalog und Prozessstufen
6.6.3 Instrumente
6.6.4 Praxisbericht über die Einführung eines Wertemanagementsystems beim Schiffsgetriebehersteller ZF Marine
Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie ethische Standards in die Organisationsstruktur von Unternehmen integriert werden können und warum eine solche wertegebundene Unternehmensführung ökonomisch sinnvoll und notwendig ist. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie moralisches Handeln in einer komplexen globalen Umwelt nicht im Widerspruch, sondern als Erfolgsfaktor zur ökonomischen Vernunft stehen kann.
Unternehmensethik – Soziale Verantwortung und Unternehmenskultur
Die Rahmenordnung eines Marktes (siehe Kapitel 5.1) ist die prädominante Stufe zur Einsetzung und Durchsetzung moralischer Regeln, aber nicht die einzige. Auf der Ebene der Organisation, der Unternehmung, kann sich der Handelnde nicht durchgängig auf diese Ordnung stützen; das soll er auch nicht. Die Rahmenordnung ist lückenhaft und unvollkommen, Freiräume lassen Freiheiten für eigenverantwortliches Operieren gegenüber allen am Unternehmen interessierten Anspruchsgruppen (Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre, usw.). Diese Leerstelle füllt die Unternehmensethik. Unternehmensethik ist die an Prinzipien ausgerichtete normative Prüfung und Begründung der Unternehmenskultur. Sie bestimmt strategisches Handeln so, dass der unternehmerische Erfolg moralisch verantwortbar erzielt wird. Reflexionsobjekt ist die Moral der Unternehmung, die sich an der Unternehmenskultur, den Werten und Denkmustern aller involvierten Akteure, ablesen lässt.
Unternehmen als juristische Personen und mithin Träger von Rechten und Pflichten, können wie Individuen als moralische Akteure tituliert werden. Das Handeln des sozialen, sich selbst organisierenden Gebildes ist nicht kongruent mit dem Handeln seiner Mitglieder und kann daher eigenständig genannt werden. Der Einwand, nur die Mitglieder einer Organisation könnten sich moralisch oder amoralisch verhalten, aber nicht die Organisation selbst, hieße, es gäbe keine Ethik der Unternehmung, sondern nur innerhalb derselben. Die Handlungen der Organisationsmitglieder werden aber nicht unwesentlich durch Struktur und Kultur der Organisation normativ geformt.
Einleitung – Problembeschreibung und Vorgehensweise: Führt in die Problematik des Spannungsfeldes zwischen ökonomischen Zielen und moralischen Anforderungen ein und legt den Aufbau der Arbeit dar.
1. Beispiele zur Illustration: Veranschaulicht anhand von Praxisbeispielen wie der bayerischen Bauindustrie und Chiquita die unterschiedlichen Beweggründe für ein Ethikmanagement.
2. Ethik, Moral und Wettbewerb – Abgrenzung des Themas: Definiert die grundlegenden Begriffe der Moralphilosophie und grenzt verschiedene ethische Strömungen im Kontext des Wettbewerbs ab.
3. Individualethik – Vertrauen und Eigenverantwortung: Analysiert Vertrauen als ökonomische Ressource und behandelt die Neue Institutionenökonomik zur Komplexitätsreduktion.
4. Unternehmensethik – Soziale Verantwortung und Unternehmenskultur: Erläutert die Rolle der Unternehmensethik als Ergänzung zur marktlichen Rahmenordnung und ihre Bedeutung für die Organisationskultur.
5. Ordnungsethik – Rahmenordnung, Dilemmastruktur und Wettbewerb: Untersucht die spieltheoretischen Hintergründe von sozialen Fallen im Wettbewerb und wie diese durch Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
6. Governanceethik und Wertemanagement: Beschreibt detailliert die theoretischen Konzepte der Governanceethik sowie die praktische Implementierung von Wertemanagementsystemen.
Unternehmensethik, Wertemanagement, Governanceethik, Corporate Social Responsibility, Vertrauen, Wettbewerb, Ordnungsethik, Institutionenökonomik, Unternehmenskultur, Stakeholder, Moral, Kooperation, Spieltheorie, Nachhaltigkeit, Compliance
Die Arbeit befasst sich mit der Integration ethischer Standards in Unternehmen und der Frage, wie eine wertegebundene Führung zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg beiträgt.
Die zentralen Felder sind Ethik in der Ökonomie, das Zusammenspiel von Wettbewerb und Moral, die Rolle von Vertrauen sowie die praktische Umsetzung durch Wertemanagementsysteme.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Unternehmen trotz des ökonomischen Wettbewerbsdrucks moralisch integres Verhalten institutionalisieren können, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.
Die Arbeit nutzt einen induktiven Ansatz und stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomik, die Spieltheorie sowie die Governanceethik von Josef Wieland.
Der Hauptteil analysiert die Ebenen des Individuums (Individualethik), der Organisation (Unternehmensethik) und der Rahmenbedingungen (Ordnungsethik) sowie die konkrete Implementierung von Systemen zur Steuerung ethischen Verhaltens.
Wichtige Begriffe sind Wertemanagement, Governanceethik, Vertrauen, Corporate Social Responsibility (CSR) und die spieltheoretische Analyse von Dilemmastrukturen im Wirtschaftsleben.
Das Ethik-Management-System der Bauwirtschaft ist ein Branchenmodell, das durch Selbstbindung der Mitglieder Transparenz und Integrität bei der Auftragsvergabe sicherstellen soll.
Es dient als praxisorientierter Bericht zur erfolgreichen Einführung eines Wertemanagementsystems in einer heterogenen Konzernstruktur, um eine kohärente Unternehmenskultur zu schaffen.
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