Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 1,70
1. Einleitung und Problemstellung
2. Begriffliche Grundlagen und Bezugsrahmen der Untersuchung
2.1. Begriffsbestimmungen und Spezifizierung
2.2. Einordnung des Themas in ein Gesamtkonzept der Internationalisierung
3. Aspekte des internationalen Markteintritts von Handelsunternehmen
3.1. Theoretische Erklärungsansätze zur Wahl der Markteintrittsform
3.2 Handelsrelevante Organisationsformen des Markteintritts
3.3. Empirische Befunde zu internationalen Markteintrittsformen
3.4. Interne und externe Einflussfaktoren auf den Markteintritt
4. Aspekte der internationalen Marktbearbeitung von Handelsunternehmen
4.1. Theoretische Erklärungsansätze zur internationalen Marktbearbeitung
4.2. Entscheidungsparameter der internationalen Marktbearbeitung
4.3. Empirische Befunde zur internationalen Marktbearbeitung
4.4. Interne und externe Einflussfaktoren auf die Marktbearbeitung
5. Anlage und Ergebnisse der empirischen Untersuchung
5.1. Vorgehensweise und Methodik
5.2. Allgemeine Ergebnisse der Untersuchung
5.3. Empirische Ergebnisse zu Formen des Markteintritts
5.4. Empirische Ergebnisse zur Marktbearbeitung
5.5. Ausgewählte Kurzfallstudien
5.5.1. Carrefour, Metro und WalMart im Vergleich
5.5.2. Vergleich deutscher und französischer Handelsunternehmen
5.5.3. Markteintrittsformen und Marktbearbeitung in ausgewählten Zielländern
6. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen
Ziel dieser Arbeit ist es, die strategischen Entscheidungen von Handelsunternehmen bei der internationalen Expansion – insbesondere im Hinblick auf Markteintrittsformen und Marktbearbeitungsstrategien – zu analysieren und durch eine empirische Untersuchung zu untermauern.
3.1. Theoretische Erklärungsansätze zur Wahl der Markteintrittsform
Auch bei theoretischen Erklärungsmodellen zur Internationalisierung des Handels besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, da auf die theoretische Fundierung von Internationalisierungsstrategien hin entwickelte Konzepte meist erst an handelsspezifische Eigenschaften angepasst werden müssen. Nichtsdestotrotz können sie Erklärungsansätze liefern, die gleichwohl für die konkrete grenzüberschreitende Gestaltung der Absatzaktivitäten eine gewichtige Rolle spielen. In der betriebswirtschaftlichen Literatur existiert zwar keine allgemeingültige Theorie zur Wahl einer bestimmten Markteintrittsform, dennoch besteht eine Vielfalt von teils konkurrierenden, teils sich ergänzenden Ansätzen. Die wichtigsten dieser theoretischen Ansätze werden im Rahmen dieses Abschnittes skizziert.
Das Konzept der Psychischen Distanz kann als theoretischer Ansatz zur Erklärung internationaler strategischer Entscheidungen von Unternehmen dienen. Die Psychische Distanz ist definiert als “the distance between the home market and a foreign market resulting from the perception of cultural and business differences.” In der Fachliteratur basiert das Konstrukt der Psychischen Distanz meist auf der Annahme, dass Unternehmen am erfolgreichsten in Länder expandieren, die ähnlich zum Heimatmarkt sind, d.h. also wenige Unterschiede vor allem in kultureller Hinsicht aufweisen. Hieraus kann bereits eine erste Schlussfolgerung extrahiert werden:
“It can be argued that the perception of cultural and business differences will lead to a sense of uncertainty about the foreign market, which will result in a more extensive strategic decision making process.”
Als Konsequenz dieses Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesses der Psychischen Distanz resultieren schließlich weitere theoretische Erklärungsansätze und Schlussfolgerungen bezüglich der Markteintrittsformwahl. So scheint es für Handelsunternehmen sinnvoll zu sein, bei wahrgenommenen großen Distanzen eher kosten- und risikominimierende Eintrittsoptionen wie Franchising oder Joint Ventures auszuwählen. Konträr dazu erscheint der Eigenaufbau von Tochtergesellschaften dann sinnvoll, wenn der anvisierte Markt eine geringe Psychische Distanz aufweist, was die Wahrscheinlichkeit hoher finanzieller Risiken beispielsweise durch Unsicherheiten über den Markt verringert.
1. Einleitung und Problemstellung: Darstellung der wachsenden Internationalisierungsdynamik im Handel und Definition der Forschungsfragen sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffliche Grundlagen und Bezugsrahmen der Untersuchung: Definition relevanter Begriffe und Einordnung der Internationalisierung in ein konzeptionelles Gesamtmodell.
3. Aspekte des internationalen Markteintritts von Handelsunternehmen: Untersuchung theoretischer Ansätze zur Markteintrittswahl, Vorstellung von Organisationsformen sowie Analyse empirischer Befunde und Einflussfaktoren.
4. Aspekte der internationalen Marktbearbeitung von Handelsunternehmen: Erläuterung der Gestaltung von Marketinginstrumenten im Ausland sowie theoretische Diskussion zwischen Standardisierungs- und Differenzierungsstrategien.
5. Anlage und Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Präsentation und Diskussion der eigenen empirischen Ergebnisse zur Markteintritts- und Marktbearbeitungspraxis sowie Analyse spezifischer Kurzfallstudien.
6. Zusammenfassung und Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Untersuchungsergebnisse und Ableitung von Implikationen für die weitere Forschung.
Internationalisierung, Handel, Markteintritt, Marktbearbeitung, Filialisierung, Joint Venture, Akquisition, Franchising, Psychische Distanz, Transaktionskostentheorie, Standardisierung, Differenzierung, Betriebstypenpolitik, Marketinginstrumente, Wettbewerbsvorteile.
Die Arbeit befasst sich mit den Strategien und Entscheidungsprozessen von Handelsunternehmen bei der internationalen Expansion, mit Fokus auf Markteintritt und Marktbearbeitung.
Im Zentrum stehen die Wahl der Markteintrittsform, die Ausgestaltung internationaler Marketingkonzepte sowie die Analyse interner und externer Einflussfaktoren auf diese Entscheidungen.
Das Ziel ist es, bestehende theoretische Erkenntnisse mit einer empirischen Analyse zu verknüpfen, um Erfolgsfaktoren und Gestaltungsoptionen für die Internationalisierung des Handels zu identifizieren.
Es wird eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer sekundärstatistischen, empirischen Datenanalyse von Handelsunternehmen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Strategiewahl sowie eine detaillierte empirische Auswertung zu Markteintrittsformen, Betriebstypen und Marketinginstrumenten.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von klassischen Theorien wie der Transaktionskostentheorie mit spezifischen Branchenerkenntnissen des Lebensmitteleinzelhandels aus.
Die empirischen Daten zeigen, dass die Filialisierung als Eintrittsform mit hoher Eigenkontrolle bei den untersuchten Unternehmen am häufigsten bevorzugt wurde.
Diese Regionen sind aufgrund der Marktentwicklung und regulatorischer Rahmenbedingungen als zentrale Wachstumsfelder mit spezifischen Eintrittserfordernissen identifiziert worden.
Discounter setzen tendenziell stärker auf eine hochgradige Standardisierung ihrer Betriebstypenkonzepte, um Größenvorteile (Economies of Scale) zu realisieren.
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