Examensarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 2,3 meines Examens
Einleitung
1. Die Funktion der Schule aus gesellschaftlicher Sicht
2. Die Geschichte des Zeugnisses
2.1. Das Benefizienzeugnis
2.2. Das Reifezeugnis
2.3. Das Abgangszeugnis
2.4. Das periodische Zeugnis
3. Die Entstehungsgeschichte der Zensur
3.1. Die Zensur im schulischen Kontext
3.2. Zusammenfassung unter der Betrachtung der Entwicklung von unterschiedlichen Funktionen des Zeugnisses und der Zensur
3.2.1. Die Orientierungs- und Berichtfunktion
3.2.2. Die pädagogische Funktion
4. Die Zeugnisregelung in der Bundesrepublik und in Sachsen
4.1. § 19 Halbjahresinformationen
4.2. § 20 Jahreszeugnisse
4.3. § 21 Bildungsempfehlung
5. Leistung
5.1. Leistung im Kontext Schule
5.2. Leistung als Prinzip der Gesellschaft
5.3. Ansatz eines pädagogischen Leistungsbegriffes
5.3.1. Leistung mit produkt- und prozessorientiertem Charakter
5.3.2. Leistung in der Schule bedeutet individuelles und zugleich soziales Lernen
5.3.3. Leistung als problemmotiviertes Prinzip
5.3.4 Leistung als norm- und zweckbezogenes Mittel der Schule
5.3.5. Die Schulleistung unterliegt stets einer Eigen- und Fremdbewertung
5.3.6. Annerkennung und Ermutigung über den Leistungsbegriff
5.2. Zusammenfassung
6. Die Qualität von Leistungsbeurteilung
6.1. Die Bezugnormenfindung
6.1.1. Die subjektorientierte (individuelle) Bezugsnorm
6.1.2. Die lernzielorientiert (sachliche) Bezugsnorm
6.1.3. Die vergleichsorientierte (soziale) Bezugsnorm
6.2. Zusammenfassung unter Berücksichtigung der pädagogischen Umsetzung
7. Gütekriterien der Qualitätssicherung von Messergebnissen
7.1. Objektivität
7.2. Reliabilität
7.3. Validität
8. Urteilsfehler
8.1. Der Hof- oder Heloeffekt
8.2. Der Erwartungseffekt (Pygmalioneffekt)
8.3. Die unterschiedlichen Beurteilungstendenzen
8.4. Der Projektionsfehler
8.5. Zusammenfassung unter Berücksichtigung des Wunsches, die Note als exaktes Instrument zu sehen
9. Die Kritik an der Zensur: Zwei Begründungen
10. Die aktuelle Beurteilungspraxis im Fach Mathematik -Anforderungen an die moderne Grundschule-
10.1. Begriffdifferenzierung von Leistungsbeurteilung und Leistungsbewertung
10.1.1. Leistungsbeurteilung
10.1.2. Leistungsbewertung
10.2. Leistungsbegriff im aktuellen Mathematikunterricht
10.3. Formen der Leistungsmessung im Mathematikunterricht der Grundschule
10.3.1. Die mündliche Leistungsmessung
10.3.1.1. Durchführung von mündlichen Leistungsmessungen
10.3.2. Die Klassenarbeit
10.3.2.1. Erarbeiten einer Klassenarbeit für die Grundschule
10.3.2.2. Durchführung einer Klassenarbeit
10.3.2.3. Bewertung einer Klassenarbeit
10.4 Zusammenfassung
11. Die Suche nach Alternativen
Schlussbemerkung
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Leistungsbeurteilung und Zensur sowie deren heutige Anwendung und Problematik im schulischen Kontext, insbesondere am Beispiel des Mathematikunterrichts in der Grundschule, um einen pädagogisch fundierteren Leistungsbegriff zu entwickeln.
2.4. Das periodische Zeugnis
Im Gegensatz zu allen anderen Zeugnisarten und Zeugnisformen, die bisher beschrieben wurden und die alle samt beim Abgang von der Schule ausgestellt werden, handelt es sich beim periodischen Zeugnis um eines, welches in regelmäßigen Zeiträumen im Laufe eines Schuljahres erteilt und ausgestellt wird.
Schon im 16. Jahrhundert findet man bei den Jesuiten diese Form der Beurteilung in bestimmten Intervallen, was gleichzeitig deutlich macht, dass es sich dabei ebenfalls um eine Form handelt, die parallel und eigenständig zu den anderen ihre Entwicklung nahm. Schon früh in der Entwicklung des Zeugnisse war klar beziehungsweise es ergab sich von selbst, dass Schule und Schulbildung in gewissen Schritten abläuft und somit auch abgestuft und in zeitlich vorgegeben Intervallen eine Beurteilung erfolgen muss. Eine Art Nahziel wurde geschaffen, was als Anreiz für das eigentliche Ziel, den Abschluss, stand. Zudem sind die dadurch entstehenden Kontrollmöglichkeit nicht zu verachten. Anreizfunktion und Kontrollfunktion finden in den Schultypen unterschiedliche Ausprägung. In den Elementarschulen herrscht die Kontrollfunktion vor, wogegen bei den höheren Schulen der Anreiz das primäre und pädagogische Ziel ist. Schon früh taucht die Prüfung und damit verbunden Versetzung in einer jährlich zweimaligen Periodik auf19. Im Laufe der Geschichte kam es aber auch zu deutlichen Schwankungen der Periodik. Es gibt Quellen, die von wöchentlicher bis jährlicher Zeugnisverteilung berichten. Immer am dominantesten war aber das Quartalszeugnis.
1. Die Funktion der Schule aus gesellschaftlicher Sicht: Die Schule erfüllt zentrale gesellschaftliche Aufgaben wie Selektion, Integration und Qualifikation, die tief in unserer Leistungsgesellschaft verankert sind.
2. Die Geschichte des Zeugnisses: Das Zeugnis entwickelte sich historisch aus sozialen Zwecken und dem Gerichtswesen, wobei vier Grundformen existieren, die den Übergang vom Einzelfall zur staatlich geregelten Norm markieren.
3. Die Entstehungsgeschichte der Zensur: Der Begriff der Zensur stammt aus dem alten Rom und wandelte sich im schulischen Kontext zu einem mathematischen Instrument der Rangordnung und Kontrolle.
4. Die Zeugnisregelung in der Bundesrepublik und in Sachsen: Dieses Kapitel behandelt die aktuelle, staatlich verordnete Beurteilungspraxis, einschließlich der Regelungen zu Zeugnissen und Bildungsempfehlungen im Freistaat Sachsen.
5. Leistung: Es wird zwischen dem gesellschaftlich statischen und einem pädagogisch dynamischen Leistungsbegriff unterschieden, wobei letzterer den ganzen Menschen in den Fokus rückt.
6. Die Qualität von Leistungsbeurteilung: Die Wahl der richtigen Bezugsnorm (individuell, sachlich oder sozial) ist entscheidend für die pädagogische Qualität der Bewertung.
7. Gütekriterien der Qualitätssicherung von Messergebnissen: Um eine fachlich fundierte Benotung zu gewährleisten, müssen die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität in der pädagogischen Arbeit reflektiert werden.
8. Urteilsfehler: Der Lehrer ist als Messinstrument anfällig für systematische Fehler wie den Hof-Effekt oder den Erwartungseffekt, was die vermeintliche Exaktheit von Noten in Frage stellt.
9. Die Kritik an der Zensur: Zwei Begründungen: Die Kritik entzündet sich an der mangelnden pädagogischen Aussagekraft von Noten und der empirisch nachgewiesenen Messungenauigkeit.
10. Die aktuelle Beurteilungspraxis im Fach Mathematik -Anforderungen an die moderne Grundschule-: Das Kapitel beleuchtet spezifische Methoden der Leistungsmessung im Mathematikunterricht und fordert eine Professionalisierung der Bewertungspraxis.
11. Die Suche nach Alternativen: Ein kurzer Ausblick auf alternative Beurteilungsformen wie Lernberichte, die den Stressdruck mindern und eine individuelle Förderung unterstützen sollen.
Leistungsbeurteilung, Schulzeugnis, Zensur, Leistungsgesellschaft, Grundschule, Mathematikunterricht, Pädagogik, Bezugsnorm, Objektivität, Reliabilität, Validität, Urteilsfehler, Lernfortschritt, Leistungsdruck, Schulentwicklung.
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der historischen Entstehung und der aktuellen Praxis der Leistungsbeurteilung und Zensur in der Schule auseinander.
Die Arbeit fokussiert auf die gesellschaftliche Funktion von Schule, die Geschichte der Zeugniserteilung, die wissenschaftlichen Gütekriterien der Benotung sowie die spezifische Umsetzung im Mathematikunterricht der Grundschule.
Ziel ist es, die Problematik der Zensur als vermeintlich objektives Instrument aufzuzeigen und Ansätze für eine pädagogisch sinnvollere Beurteilungspraxis zu formulieren.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, kombiniert mit einer Auswertung pädagogischer Fachliteratur und einschlägiger Rechtsvorschriften für den Freistaat Sachsen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Zensur, eine fachdidaktische Diskussion von Gütekriterien, eine Reflexion über typische Urteilsfehler von Lehrkräften und eine konkrete Analyse der Beurteilung im Mathematikunterricht.
Wesentliche Begriffe sind Leistungsgesellschaft, Zensuren, Pädagogische Bezugsnorm, Objektivität und Schulleistung.
Weil Kinder in der Grundschule sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen und die individuelle Bezugsnorm den Lernfortschritt des einzelnen Kindes in den Mittelpunkt stellt, anstatt es mit der gesamten Klasse zu vergleichen.
Noten werden als "Prestigeprodukte" mit geringer pädagogischer Aussagekraft kritisiert, die zudem anfällig für subjektive Urteilsfehler (wie den Hof-Effekt) sind und soziale Selektion statt individueller Förderung begünstigen.
Der Autor sieht in mündlichen Prüfungen eine wichtige Ergänzung zur Erfassung von Denkprozessen, warnt jedoch vor einer höheren Fehleranfälligkeit durch subjektive Eindrücke der Lehrkraft.
Der Autor fordert eine stärkere Professionalisierung der Lehrkräfte im Umgang mit Beurteilungsfragen, eine kritische Reflexion der eigenen Benotung und die stärkere Einbeziehung prozessorientierter Beurteilungsformen.
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