Diplomarbeit, 2005
140 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
2. Forschungsgeschichte
3. Topographie
4. Hydrologische Untersuchungen zur Treene
5. Chronologie
6. Quellen
6.1 Schriftquellen
6.2 Archäologische Quellen
6.3 Quellenkritik
7. Naturwissenschaftliche Datierungen
8. Archäobotanische Untersuchungen
9. Die Ausgrabungen Hollingstedt- Lahmenstraat
9.1 Einführung
9.2 Hollingstedt Lahmenstraat 1995/ 1-2
9.2.1 Befunde
9.2.2 Hs La 95/ 1- 2. Ergebnisse der Befundaufnahme
9.3 Hollingstedt Lahmenstraat 1996
9.3.1 Befunde
9.3.2 Hs La 96 Ergebnisse der Befundaufnahme
10. Die keramischen Funde von Hollingstedt, Grabungen Lahmenstraat 1995 und 1996
10.1 Vorbemerkungen
10.2 Erfassung
10.3 Charakteristika der Keramik
10.4 Beschreibung des keramischen Fundmaterials von Hollingstedt
10.4.1 Importkeramik
10.4.1.1 Badorfer Ware
10.4.1.2 Pingsdorfer Ware
10.4.1.3 Paffrather Ware
10.4.1.4 Andenne- Ware
10.4.1.5 Muschelgrusware
10.4.2.5 Slawische Keramik (Taf. 2, 20; 4, 18)
10.4.1.6 Faststeinzeug und Steinzeug
10.4.2 Einheimische Waren
10.4.2.1 Weiche Grauware
10.4.2.2 Harte Grauware
10.4.2.3 Rote Irdenware
10.4.2.4 Glasierte Rote Irdenware
11. Auswertung des keramischen Fundmaterials
11.1 Hollingstedt Lahmenstraat 95/ 2
11.1.1 Harte Grauware (Taf. 1, 5- 18)
11.1.2 Rote Irdenware
11.1.3 Glasierte Rote Irdenware (Taf. 1, 1- 4)
11.1.4 Pingsdorfer Ware (Taf. 2, 14- 20)
11.1.5 Paffrather Ware (Taf. 2, 7- 13)
11.1.6 Andenne Ware (Taf. 2, 1- 5)
Genau eingemessene Funde
11.2 Hollingstedt Lahmenstraat 96
11.2.1 Weiche Grauware (Taf. 3, 14- 19)
11.2.2 Harte Grauware (Taf. 3, 4- 13)
11.2.3 Rote Irdenware
11.2.4 Glasierte Rote Irdenware (Taf. 3, 1- 3)
11.2.5 Badorfer Ware (Taf. 4, 15- 16)
11.2.6 Pingsdorfer Ware (Taf. 4, 5- 10)
11.2.7 Paffrather Ware (Taf. 4, 1- 3)
11.2.8 Andenne Ware (Taf. 4, 4)
11.2.9 Muschelgrusware
11.2.10 Englische Muschelgrusware
11.2.10 sonstige Waren
Genau eingemessene Funde
12. Mindestindividuenzahl (MIZ)
12.1 Hs La 95/ 2: Mindestindividuenzahl
12.2 Hs La 96: Mindestindividuenzahl
13. Funktionstypen
14. Herkunft der in Hollingstedt gefundenen Keramik
15. Exkurs zur lokalen Produktion von Keramik: Der Töpferofen von Schleswig- Friedrichsberg
16. Vergleich von Hollingstedt mit anderen Fundplätzen des 9. bis 14. Jh. im Untersuchungsgebiet
16.1 Ländliche Siedlungen
16.1.1 Elisenhof
16.1.2 Hassenbüttel
16.2 Städtische Siedlungen
16.2.1 Schleswig
16.2.2 Haithabu
17. Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Erforschung des wikingerzeitlichen und mittelalterlichen Hollingstedts zu leisten. Basierend auf den keramischen Funden der Grabungen in der Lahmenstraat von 1995 und 1996 soll die genaue Funktion und Bedeutung Hollingstedts als Warenumschlagplatz im Kontext des Fernhandels zwischen Westeuropa und dem Ostseeraum herausgearbeitet werden.
1. Einleitung
Herbert Jankuhn leitete in seinem 1938 erschienenen Werk „Haithabu. Eine germanische Stadt der Frühzeit“ (2. Aufl.) die Ausführungen über Hollingstedt mit folgender Feststellung ein: „Das, was Haithabu für den Landweg über die Halbinsel im Osten bedeutete, war Hollingstedt im Westen. Damit machte er deutlich, daß er weder an Funktion noch an der Bedeutung Hollingstedts im Kontext mit Haithabu zweifelte (JANKUHN 1938a, 74). Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, einen Beitrag für die Erforschung des wikingerzeitlichen und mittelalterlichen Hollingstedt zu leisten. Die Basis dafür sind die keramischen Funde der beiden Grabungen in der Lahmenstraat von Hollingstedt, die in den Jahren 1995 und 1996 vom Archäologischen Landesmuseum Schleswig durchgeführt wurden (BRANDT 2002).
Dazu soll - soweit es das vorhandene Material zuläßt - die genaue Funktion und damit verbunden die Bedeutung Hollingstedts im Kontext des Fernhandels zwischen Westeuropa und dem Ostseeraum herausgearbeitet werden. Der am östlichen Ufer der Treene gelegene Ort Hollingstedt spielte im hohen Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle im Warenverkehr für Schleswig (LÜDTKE 1987, 74). Daß Hollingstedt diese Rolle bereits für Haithabu gespielt hat, ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen. Hollingstedt liegt in der Mitte Schleswig- Holsteins am östlichen Ufer der Treene und ist untrennbar verbunden mit Haithabu und dem späteren Schleswig. Es diente beiden Siedlungen als Warenumschlagplatz im Handel zwischen Nord- und Ostseeraum. Hier wurden die Waren aus Westeuropa per Schiff angelandet und auf dem kurzen Landweg nach Haithabu bzw. Schleswig weitertransportiert. Das gleiche geschah umgekehrt mit Erzeugnissen aus dem Ostseeraum.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik und die Forschungsgeschichte von Hollingstedt als historischer Warenumschlagplatz.
2. Forschungsgeschichte: Überblick über die archäologische Erforschung von Hollingstedt seit dem 19. Jahrhundert.
3. Topographie: Beschreibung der geographischen Gegebenheiten und Grabungsorte in Hollingstedt.
4. Hydrologische Untersuchungen zur Treene: Analyse des Einflusses der Treene auf die Erreichbarkeit des Ortes durch Schiffe.
5. Chronologie: Einordnung der Funde und Strukturen in ihren zeitlichen Kontext mittels Datierungsmethoden.
6. Quellen: Zusammenstellung schriftlicher und archäologischer Quellen sowie kritische Einordnung.
7. Naturwissenschaftliche Datierungen: Vorstellung der 14C-Datierungen der untersuchten Holzplattformen und Uferbefestigungen.
8. Archäobotanische Untersuchungen: Analyse von organischen Resten an Keramikscherben mittels Pollenanalyse.
9. Die Ausgrabungen Hollingstedt- Lahmenstraat: Detaillierte Darstellung der Befunde der Grabungen 1995 und 1996.
10. Die keramischen Funde von Hollingstedt, Grabungen Lahmenstraat 1995 und 1996: Systematische Vorstellung der Keramikarten und Analysemethoden.
11. Auswertung des keramischen Fundmaterials: Quantitative und qualitative Analyse der Fundmengen nach Warenarten.
12. Mindestindividuenzahl (MIZ): Berechnung der Mindestgefäßanzahl pro Fundplatz.
13. Funktionstypen: Bestimmung funktionaler Aspekte der Keramik, wie z.B. Topf oder Schüssel.
14. Herkunft der in Hollingstedt gefundenen Keramik: Diskussion der Handelsbeziehungen basierend auf der Keramikherkunft.
15. Exkurs zur lokalen Produktion von Keramik: Der Töpferofen von Schleswig- Friedrichsberg: Vorstellung eines Vergleichsfundes zur lokalen Produktion.
16. Vergleich von Hollingstedt mit anderen Fundplätzen des 9. bis 14. Jh. im Untersuchungsgebiet: Vergleichende Betrachtung mit ländlichen und städtischen Siedlungen.
17. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung Hollingstedts im mittelalterlichen Fernhandel.
Hollingstedt, Haithabu, Schleswig, Archäologie, Keramik, Warenumschlagplatz, Fernhandel, Mittelalter, Treene, Grabung, Lahmenstraat, Importkeramik, Harte Grauware, Pingsdorfer Ware, Schiffslandeplatz.
Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung von Hollingstedt als Warenumschlagplatz zwischen Nord- und Ostsee durch die Auswertung archäologischer Keramikfunde.
Im Zentrum stehen die archäologischen Ausgrabungen der Jahre 1995/96, die Analyse der Fundkeramik sowie die Klärung der Handelsbeziehungen Hollingstedts zu Haithabu und Schleswig.
Das Ziel ist die Überprüfung der These, ob Hollingstedt als Westhafen für Haithabu und später für Schleswig fungierte.
Die Untersuchung nutzt stratigraphische Analysen, die Bestimmung der Mindestindividuenzahl (MIZ), 14C-Datierungen sowie den Vergleich der Keramikspektren mit bekannten Fundplätzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Grabungsbefunde (Strukturen, Plattformen) und eine tiefgehende Klassifizierung des keramischen Materials (Import und einheimische Ware).
Hollingstedt, Fernhandel, Keramik, Warenumschlagplatz, Archäologie und Haithabu.
Die Münzfunde unterstreichen die Verbindung Hollingstedts zum Fernhandel über mehrere Jahrhunderte und helfen bei der zeitlichen Einordnung der Siedlungsaktivitäten.
Die Plattformen dienten als Anlagen für den Warenumschlag am Ufer der Treene und wurden mittels 14C-Datierung schwerpunktmäßig in das 12. Jahrhundert datiert.
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