Magisterarbeit, 2004
152 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Die europäische Landschaftsmalerei im Kontext des Themas „Aelbert Cuyp“
2.1 Allgemeine Bemerkungen
2.2 Die spezielle Situation im 17. Jahrhundert
2.3 Die Umstände in den Niederlanden
3. Zur Person Aelbert Cuyps
3.1 Familie
3.2 Wohn- und Wirkungsort
3.3 Zeitliche Einordnung seines Oeuvres
3.4 Cuyps Sujets
4. Aelbert Cuyps Frühwerk (ca. 1639 – ca. 1645)
4.1 Lehre
4.2 Einflüsse
4.2.1 Jacob Gerritsz Cuyp
4.2.2 Jan van Goyen
4.2.3 Die Utrechter Malerschule
4.3 Bildvergleich Aelbert Cuyp – Jan van Goyen
4.3.1 Aelbert Cuyp: Zwei Reiter an einem Gebirgskamm
4.3.2 Jan van Goyen: Blick auf Rhenen
4.3.3 Zusammenschau beider Werke
5. Aelbert Cuyps reife Werke (ca. 1645 – ca. 1655/60)
5.1 Einflüsse
5.1.1 Die italianisierenden Landschaftsmaler
5.1.2 Exkurs: Adam Elsheimer
5.1.3 Jan Both
5.2 Bildvergleich Aelbert Cuyp – Jan Both
5.2.1 Aelbert Cuyp: Flucht nach Ägypten
5.2.2 Jan Both: Italianisierende Abendlandschaft
5.2.3 Zusammenschau beider Werke
6. Aelbert Cuyps Spätwerk (ab ca.1655/60)
6.1 Weiterentwicklungen des reifen Stils
6.2 Verbindungen zu Claude Lorrain
6.3 Bildvergleich Aelbert Cuyp – Claude Lorrain
6.3.1 Aelbert Cuyp: Reiter mit Hirten und Vieh
6.3.2 Claude Lorrain: Landschaft mit Jacob und Laban
6.3.3 Zusammenschau beider Werke
7. Aelbert Cuyps Personalstil
8. Schüler und Nachfolger Aelbert Cuyps
8.1 Abraham und Barent van Calraet
8.2 Abraham und Jacob van Strij
9. Rezeption und kunsthistorische Würdigung Aelbert Cuyps
9.1 Würdigung zu seinen Lebzeiten
9.2 Würdigung im 18. und 19. Jahrhundert
9.3 Würdigung im 20. Jahrhundert und in der Gegenwart
10. Schlussbemerkung
12. Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Werk des niederländischen Malers Aelbert Cuyp in das Themengebiet der Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts einzuordnen und dabei seinen spezifischen Personalstil detailliert herauszuarbeiten.
Aelbert Cuyp: Reiter und Hirten mit Vieh
Zunächst soll Aelbert Cuyps 120 x 171,5 cm großes, in Öl auf Leinwand ausgeführtes Gemälde „Reiter und Hirten mit Vieh“ näher betrachtet werden, das in den späten 1650er Jahren entsteht.
Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich dieses Bild deutlich von vielen der zuvor besprochenen Landschaftsbilder Cuyps. Es hat mehr Staffage und Details. Nicht mehr die Landschaft selbst scheint der unbestrittene Hauptakteur des Gemäldes zu sein, auch die Figuren sind nun wichtige Einzelteile. Die einzelnen, beinahe genreartigen Konfigurationen werden von Cuyp mit Hilfe der alles übergreifenden Landschaft zu einer harmonischen Gesamtkomposition zusammengefasst.
In der linken vorderen Bildecke beginnt Cuyp wieder, wie in so vielen anderen Werken zuvor, mit einem Repoussoirmotiv. Vegetation, bestehend aus kleinen Büschen, Resten eines Baumstumpfes, kahlen Ästen, Steinen und großen, kleeblattförmigen Blättern zieht sich dabei diagonal bis etwa zur Mitte des unteren Bildrandes. Auffallend ist hier der Schatten eines außerhalb des Bildes sich befindenden Objektes, der die unterste Bildecke deutlich verdunkelt und dessen scharfe Begrenzung sich als feine, schwarze, diagonale Linie im Vordergrund abzeichnet. Bedingt durch den Schatten ist die untere Hälfte der Vegetation in düsteren Farben wie Dunkelbraun, Schwarzbraun, Dunkeloliv und Dunkelgrün gehalten, während die außerhalb des Schattens liegende, obere Hälfte der Flora im Vordergrund in hellerem Braun, Terracotta, gebranntem Siena, Oliv und Akzenten in Ocker ausgeführt ist. Besonders deutlich ist dieser Unterschied an dem großen, ellipsenförmigen Stein zu sehen, der schräg am unteren Bildrand liegt: durch die prägnante Kante des Schattens wird der Stein in einen helleren, oberen und einen verschatteten, unteren Abschnitt geteilt.
1. Vorwort: Einleitung in das Thema, Vorstellung von Aelbert Cuyp und Definition des Forschungsziels dieser Arbeit.
2. Die europäische Landschaftsmalerei im Kontext des Themas „Aelbert Cuyp“: Überblick über die historische Entwicklung der Landschaftsmalerei und die soziokulturelle Situation im 17. Jahrhundert.
3. Zur Person Aelbert Cuyps: Biografische Details zur Künstlerfamilie, zu seinem Lebensmittelpunkt Dordrecht sowie zur zeitlichen Einordnung seines Schaffens.
4. Aelbert Cuyps Frühwerk (ca. 1639 – ca. 1645): Analyse der frühen Ausbildung und erster künstlerischer Einflüsse durch seinen Vater sowie Jan van Goyen.
5. Aelbert Cuyps reife Werke (ca. 1645 – ca. 1655/60): Untersuchung der reifen Schaffensphase unter dem Einfluss der italianisierenden Landschaftsmaler, insbesondere Jan Both.
6. Aelbert Cuyps Spätwerk (ab ca.1655/60): Betrachtung der späten Entwicklungen seines Stils, der Monumentalität und der Verbindung zu Claude Lorrain.
7. Aelbert Cuyps Personalstil: Synthese und Zusammenfassung der charakteristischen Merkmale von Cuyps künstlerischer Handschrift.
8. Schüler und Nachfolger Aelbert Cuyps: Kurze Betrachtung von Künstlern, die von Cuyp inspiriert wurden, wie die Gebrüder van Calraet und van Strij.
9. Rezeption und kunsthistorische Würdigung Aelbert Cuyps: Historischer Rückblick auf die Wahrnehmung des Künstlers von seinen Lebzeiten bis zur modernen Forschung.
10. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einordnung von Cuyps Bedeutung innerhalb der niederländischen Kunstgeschichte.
Aelbert Cuyp, Landschaftsmalerei, 17. Jahrhundert, Dordrecht, Goldene Zeitalter, Jan van Goyen, Jan Both, Italianisierende Landschaft, Claude Lorrain, Lichtgestaltung, Komposition, Barock, Kunstgeschichte, Personalstil, Niederländische Kunst
Die Arbeit untersucht das Werk des niederländischen Malers Aelbert Cuyp und seine Rolle innerhalb der niederländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind die biografische Verortung Cuyps, die Analyse seiner frühen, reifen und späten Schaffensphasen sowie der Einfluss zeitgenössischer Künstler auf seinen Personalstil.
Das primäre Ziel ist es, den konkreten Personalstil Cuyps zu definieren und aufzuzeigen, wie er sich im Kontext der Strömungen seiner Zeit, insbesondere der italianisierenden Landschaftsmalerei, entwickelt hat.
Die Arbeit verwendet kunsthistorische Analysen, insbesondere den Vergleich von Gemälden, um stilistische Einflüsse und die individuelle Weiterentwicklung Cuyps methodisch fundiert zu belegen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Schaffensphasen (Früh-, Reif- und Spätwerk) sowie die Einflüsse von Künstlern wie Jan van Goyen, Jan Both und Claude Lorrain anhand konkreter Bildbeispiele.
Wichtige Schlüsselwörter sind Aelbert Cuyp, Landschaftsmalerei, 17. Jahrhundert, Goldene Zeitalter, Lichtgestaltung, Personalstil und niederländische Kunstgeschichte.
Das goldene Licht wurde zu einem Markenzeichen Cuyps, das seinen Bildern eine warme, oft südländisch anmutende Atmosphäre verlieh und seine Fähigkeit unterstrich, Licht und Stimmung als strukturierendes Element in der Landschaft darzustellen.
Das Spätwerk zeichnet sich durch eine größere Monumentalität und eine Verfeinerung der Lichtgestaltung aus, wobei die goldene Tonalität zunehmend durch kühlere silberne Töne ergänzt oder ersetzt wird, bei gleichzeitiger Verspieltheit in der Detaildarstellung.
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