Masterarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 5,2
1. Einleitung
1.1 Vom Transaktionsmarketing zum Relationship Marketing auf Konsumgütermärkten
1.2 Problemschichten und Ziele der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Wandel vom Bedarfs- zum Erlebniskonsum
2.2 Marken als Beziehungspartner auf Konsumgütermärkten
2.3 Konstitutionelle Elemente einer Marken-Konsumenten-Beziehung
2.3.1 Herleitung der konstitutiven Merkmale einer Marken-Konsumenten-Beziehung
2.3.2 Interaktion
2.3.3 Intimität
2.3.4 Reziprozität
3. Bestandsaufnahme und Systematisierung kommunikationsbezogener Ansätze der Praxis zum Aufbau von Marken-Konsumenten-Beziehungen auf Konsumgütermärkten
3.1 Herleitung der Einordnung und Systematisierung
3.2 Mehrmalig, standardisierte Instrumente
3.2.1 Flagship Stores
3.2.2 Concept Stores
3.2.3 Shop in the Shop
3.2.4 Brand Museum
3.2.5 Sponsoring
3.3 Mehrmalig, konsumentenbezogene Instrumente
3.3.1 Brandlands
3.3.2 Communities
3.3.3 Kundenclubs
3.3.4 Fanclubs
3.3.5 Brand Games
3.4 Einmalig, standardisierte Instrumente
3.4.1 Direct Marketing
3.4.2 Verkaufsförderung
3.4.3 Mediawerbung
3.5 Einmalig, konsumentenbezogene Instrumente
3.5.1 Event Marketing
3.5.2 Messen/Ausstellungen
4. Kritische Würdigung kommunikationsbezogener Ansätze der Praxis zum Aufbau von Marken-Konsumenten-Beziehungen auf Konsumgütermärkten
4.1 Bezugsrahmen zur Herleitung der Evaluierungskriterien
4.2 Interaktionsbezogene Anforderungen
4.2.1 Übersicht
4.2.2 Kritische Würdigung
4.3 Intimitätsbezogene Anforderungen
4.3.1 Übersicht
4.3.2 Kritische Würdigung
4.4 Reziprozitätsbezogene Anforderungen
4.4.1 Übersicht
4.4.2 Kritische Würdigung
4.5 Ökonomische Anforderungen
4.5.1 Übersicht
4.5.2 Kritische Würdigung
5. Ableitung von kommunikationsbezogenen Handlungsempfehlungen
5.1 Einmalig, standardisierte Instrumente
5.2 Mehrmalig, standardisierte Instrumente
5.3 Einmalig, konsumentenbezogene Instrumente
5.4 Mehrmalig, konsumentenbezogene Instrumente
6. Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, wie Hersteller auf Konsumgütermärkten trotz räumlicher Distanz und anonymer Kundenstruktur längerfristige Beziehungen zu Konsumenten initiieren und aufrechterhalten können. Ziel ist die Systematisierung existierender kommunikationsbezogener Instrumente sowie deren kritische Würdigung anhand sozialpsychologischer Beziehungsmerkmale.
2.3.2 Interaktion
Grundsätzlich bezeichnet eine Interaktion (in der Sozialpsychologie) eine Form von Wechselseitigkeiten im Verhalten zwischen zwei Individuen, wobei letztendlich positive Konsequenzen überwiegen sollten (vgl. Bierhoff/Herner 2002, S. 107). Interaktionen erfolgen in bestimmten Interaktionsmustern, welche die Struktur des sozialen Einflusses zweier Personen bezeichnen und eine Interdependenz herstellen. Somit stellen Interaktionen soziales Handeln dar, welches sich aus einzelnen Kommunikationssequenzen zusammensetzt (vgl. Frey/Greif 1983, S. 107). Asendorpf (2004, S. 87ff.) bezeichnet diese Kommunikationssequenzen als dynamische Interaktionen, welche spezifische Wechselwirkungen beschreiben und abhängig von der Interaktionsintensität resp. der Nähe zum Beziehungspartner sind. Beispielsweise erscheint es für einen Fan als Beziehungspartner wichtig, eine hohe Interaktionsintensität auf einer persönlichen Basis zu erleben, anstatt mit automatisierten Interaktionen gelegentlich in Kontakt zu treten.
Gemäss Piontkowski (1976, S. 7f.) ist Interaktion eine Grundkategorie des menschlichen Verhaltens, das eine fundamentale Bedeutung auf das Verhalten anderer Personen hat. Unter sozialer Interaktion wird folglich das Verhalten von Individuen untersucht, das auf mutmassliche Reaktionen und Lernprozesse abgestimmt ist (vgl. Piontkowski 1976, S. 8). So interagieren bspw. Kinder grundsätzlich anders als Eltern, wobei die Interaktionsmuster der Erwachsenen im Laufe der Zeit von den Kindern adaptiert werden. Gemäss Piontkowski (1976, S. 10ff.) liegt nur dann eine soziale Interaktion vor, wenn die Aktionen einer Person auf das Verhalten des Partners einwirken und umgekehrt.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Funktionswandel der Unternehmenskommunikation vom reinen Transaktions- zum beziehungsorientierten Marketing auf Konsumgütermärkten.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Es wird theoretisch hergeleitet, wie Marken als Beziehungspartner fungieren können, indem sozialpsychologische Konzepte wie Interaktion, Intimität und Reziprozität auf das Marketing übertragen werden.
3. Bestandsaufnahme und Systematisierung kommunikationsbezogener Ansätze der Praxis zum Aufbau von Marken-Konsumenten-Beziehungen auf Konsumgütermärkten: Die Vielfalt der Praxisinstrumente wird anhand von Kontinuität und Individualisierungsgrad in vier homogene Gruppen systematisiert.
4. Kritische Würdigung kommunikationsbezogener Ansätze der Praxis zum Aufbau von Marken-Konsumenten-Beziehungen auf Konsumgütermärkten: Die zuvor definierten Instrumentengruppen werden anhand effektiver und effizienter Evaluierungskriterien einer kritischen Analyse unterzogen.
5. Ableitung von kommunikationsbezogenen Handlungsempfehlungen: Basierend auf der kritischen Würdigung werden konkrete Handlungsempfehlungen für die vier Instrumentengruppen formuliert.
6. Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und es wird auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Beziehungsgestaltung aus Herstellersicht hingewiesen.
Relationship Marketing, Marken-Konsumenten-Beziehung, Kundenbindung, Erlebnismarketing, Interaktion, Intimität, Reziprozität, Konsumgütermärkte, Markenpersönlichkeit, Beziehungsqualität, Kundenclub, Brandlands, Markenkommunikation, Kundenorientierung, Interdependenz
Die Arbeit untersucht den Aufbau und Erhalt dauerhafter Beziehungen zwischen Markenherstellern und Konsumenten auf Konsumgütermärkten, unter Berücksichtigung der Herausforderung, dass Marken als „Objekte“ agieren.
Die zentralen Themen sind der Wandel vom Transaktions- zum Erlebniskonsum, die Rolle der Marke als Beziehungspartner sowie die Systematisierung und Bewertung von Kommunikationsinstrumenten der Praxis.
Ziel ist es, eine ganzheitliche Auflistung bestehender Praxisinstrumente zu erstellen, diese wissenschaftlich zu kategorisieren und Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer Marken-Konsumenten-Beziehung abzuleiten.
Die Arbeit stützt sich auf die Übertragung sozialpsychologischer Beziehungstheorien (wie die soziale Durchdringungstheorie oder Austauschtheorie) auf den Bereich der Markenführung.
Im Hauptteil erfolgt eine systematische Einordnung von Marketinginstrumenten (standardisiert vs. konsumentenbezogen, einmalig vs. mehrmalig) sowie deren anschließende kritische Evaluierung hinsichtlich ihrer Beziehungsqualität.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Relationship Marketing, Beziehungsqualität, Markenbindung, Interaktion, Intimität, Reziprozität sowie diverse Instrumente wie Brandlands, Communities und Events.
Die Animismustheorie erklärt das Bedürfnis der Konsumenten, unbelebten Marken menschliche Eigenschaften zuzuschreiben, um eine persönlichere Interaktion mit einem Produkt überhaupt erst zu ermöglichen.
Diese Unterscheidung ist notwendig, um die Kontinuität des Dialogs zu bewerten, die für den Aufbau einer langfristigen Beziehung – und damit für das Wissen über den Konsumenten – entscheidend ist.
Die Analyse zeigt, dass mehrmalige, konsumentenbezogene Instrumente (wie Kundenclubs oder Fanclubs) aufgrund der hohen Interaktionsintensität und emotionalen Sozialisation die höchste Beziehungsqualität aufweisen.
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