Magisterarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 1,6
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
1.1. Die Ära de Gaulle: Geschichtlicher Hintergrund 1940-1969
1.2. Vorgehen: Gegenstand, Fragestellung, Akteur
1.3. Quellen, Literatur, Forschungsstand
2. Die mediale Inszenierung de Gaulles: Verhältnis zwischen de Gaulle und den Medien bis 1958
2.1. De Gaulle und die Presse 1919-1939
2.2. De Gaulle und der Rundfunk 1940-1946
2.2.1. Der Londoner Appell zum Widerstand am 18. Juni 1940
2.2.2. Das Radio als Propagandamittel
2.2.3. Das Radio als Kampfmittel
2.2.4. Das Rundfunkmonopol
2.3. De Gaulle und die Medien während der IV. Republik (1946-1958)
3. Die mediale Inszenierung de Gaulles: Verhältnis zwischen de Gaulle und den Medien während seiner Präsidentschaft in der V. Republik (1958-1969)
3.1. Der Übergang von Sprechmedien zu Bildmedien: De Gaulle und das Fernsehen
3.1.1. Die Bedeutung des Fernsehens für de Gaulle
3.1.2. Der Rundfunk in der V. Republik
3.1.3. Redestil, Präsentation und linguistische Besonderheiten
3.1.4. Die Referenden
3.1.5. Die Parlamentswahlen 1965 und ihre Auswirkungen
3.2. De Gaulle und der Rundfunk
3.3. De Gaulle und seine Pressekonferenzen
3.4. De Gaulle und seine Reisen
3.4.1. Provinzreisen
3.4.2. Auslandsreisen
4. Die Inszenierung der Person de Gaulle
4.1. Analyse und Bewertung der Führerpersönlichkeit de Gaulles
4.1.1. Das Image de Gaulles: Der „Retter“ der Nation
4.1.2. Das Image de Gaulles in der französischen Öffentlichkeit
4.1.3. Das Image de Gaulles in der deutschen Öffentlichkeit
5. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die mediale Strategie von Charles de Gaulle und analysiert, wie er Radio, Fernsehen, Pressekonferenzen und öffentliche Reisen einsetzte, um seine politische Autorität zu festigen und ein nationales Führungsimage aufzubauen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob sein medialer Erfolg primär das Resultat professioneller Public-Relations-Arbeit war oder ob sein historisches Wirken als "Retter der Nation" maßgeblich zu seiner medialen Inszenierung beitrug.
2.2.1. Der Londoner Appell zum Widerstand am 18. Juni 1940
Nachdem de Gaulle nach Großbritannien geflüchtet war, suchte er sich ein Medium, über das er der französischen Nation wieder Mut geben und sie vor allem zum Widerstand gegen die deutsche Besatzung und das Vichy-Regime unter Marschall Pétain aufrufen konnte. Das Radio war das geeignetste Medium, um gehört und bekannt zu werden, denn de Gaulle verfügte weder über ein Amt noch über Macht.
Am 18. Juni 1940 rief de Gaulle über die B.B.C. in London die Franzosen zum Widerstand auf. Frankreich habe zwar eine Niederlage erlitten, diese sei jedoch nicht endgültig. Den Abschluss eines Waffenstillstandes wies er zurück. Stattdessen ergriff er die Initiative und rief alle nach England geflohenen Offiziere, Ingenieure und französischen Arbeiter auf, sich ihm anzuschließen. Seine Ansprache endete mit den dramatischen sowie aufmunternden Worten, dass der Widerstand nie verlöschen werde und er, Charles de Gaulle, sich dafür einsetzen werde:
Mais le dernier mot est-il dit? L’espérance doit-elle disparaître? La défaite est-elle définitive? Non! Croyez-moi, moi qui vous parle en connaissance de cause et vous dis que rien n’est perdu pour la France. Les mêmes moyens qui nous ont vaincus peuvent faire venir un jour la victoire. Car la France n’est pas seule! Elle n’est pas seule! Elle n’est pas seule! […] Moi, Général de Gaulle, actuellement à Londres, j’invite les officiers et les soldats français qui se trouvent en territoire britannique […] avec leurs armes ou sans leurs armes, j’invite les ingénieurs et les ouvriers […] qui se trouvent en territoire britannique […] à se mettre en rapport avec moi. Quoi qu’il arrive, la flamme de la résistance française ne doit pas s’éteindre et ne s’éteindra pas. Demain, comme aujourd’hui, je parlerai à la Radio de Londres.
1. Einleitung: Stellt den geschichtlichen Hintergrund der Ära de Gaulle dar und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Gegenstand der Untersuchung.
2. Die mediale Inszenierung de Gaulles: Verhältnis zwischen de Gaulle und den Medien bis 1958: Untersucht de Gaulles erste Erfahrungen mit der Presse und die entscheidende Rolle des Rundfunks während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit.
3. Die mediale Inszenierung de Gaulles: Verhältnis zwischen de Gaulle und den Medien während seiner Präsidentschaft in der V. Republik (1958-1969): Analysiert den Übergang zum Fernsehen, den gezielten Einsatz von Pressekonferenzen und die Bedeutung von Reisen für die Etablierung des Präsidentenbildes.
4. Die Inszenierung der Person de Gaulle: Beleuchtet das Image der Führerpersönlichkeit, das Selbstbild de Gaulles und seine Wahrnehmung in der französischen sowie deutschen Öffentlichkeit.
5. Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse über die Instrumentalisierung der Medien und die historische Wirkung von de Gaulles Inszenierung zusammen.
Charles de Gaulle, Medienwirksamkeit, mediale Inszenierung, Radio, Fernsehen, Résistance, Präsidentschaft, V. Republik, Führerpersönlichkeit, nationale Legitimität, Frankreich, Öffentlichkeitsarbeit, Propaganda, Politische Kommunikation, Grandeur.
Die Arbeit untersucht, wie Charles de Gaulle verschiedene Massenmedien nutzte, um sich als zentrales Symbol der französischen Nation zu inszenieren und seine politische Macht über Jahrzehnte zu sichern.
Im Mittelpunkt stehen das Verhältnis de Gaulles zu Presse, Rundfunk und Fernsehen, die Analyse seines Redestils sowie die Art und Weise, wie er politische Ereignisse für seine Selbstdarstellung instrumentalisierte.
Die Arbeit fragt, ob de Gaulles Erfolg eine reine PR-Leistung war oder ob sein historisches Bild als "Retter der Nation" die Grundlage seiner medialen Überlegenheit bildete.
Es handelt sich um eine medienhistorische Untersuchung, die auf der Auswertung von Memoiren, Presseartikeln, Redemanuskripten und zeitgenössischer Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die mediale Entwicklung während der Kriegsjahre, die Präsidentschaft in der V. Republik mit dem Fokus auf das Fernsehen sowie eine tiefgehende Analyse der Inszenierung seiner Person und die Wirkung auf die Öffentlichkeit.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienwirksamkeit, V. Republik, Grandeur, Résistance und die mediale Inszenierung.
Während das Radio während des Zweiten Weltkriegs das primäre Mittel für den Widerstand war, löste das Fernsehen in der V. Republik das Radio als "kaltes Medium" ab, das de Gaulle zur direkten, bildstarken Kommunikation nutzte.
Er strebte eine "démocratie directe" an und sah sich als die legitime Verkörperung Frankreichs, die direkt zum Volk sprach, unter Umgehung traditioneller parlamentarischer oder parteipolitischer Instanzen.
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