Examensarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 1,0
1 Ziel und Gliederung der Arbeit
2 Unterrichtsstörung – Definition und Problemhorizont
2.1 Arten und Klassifizierungen von Unterrichtsstörungen
2.2 Gründe und Ursachen für Unterrichtsstörungen
2.2.1 Lehrerbezogene Ursachen für Unterrichtsstörungen
2.2.1.1 Psychologisch bedingte Störungen im Lehrer-Schüler-Verhältnis
2.2.1.2 Soziologisch bedingte Störungen im Lehrer-Schüler-Verhältnis
2.2.1.3 Pädagogisch bedingte Störungen im Lehrer-Schüler-Verhältnis
2.2.2 Schülerbezogene Ursachen und Ziele von Unterrichtsstörungen
2.2.3 Unterrichtsbezogene Ursachen für Unterrichtsstörungen
3 Störungsprävention
3.1 Generelle Problematik
3.2 Störungsprävention auf der Unterrichtsebene
3.2.1 Befunde Kounins
3.2.2 Disziplinrelevante Bereiche des Lehrerverhaltens
3.2.2.1 Breite Aktivierung
3.2.2.2 Unterrichtsfluss
3.2.2.3 Regeln
3.2.2.4 Präsenz- und Stoppsignale
3.3 Störungsprävention auf der Beziehungsebene
3.4 Störungsprävention auf Organisationsebene
3.4.1 Räumliche Gestaltungsmöglichkeiten
3.4.2 Zusammenarbeit mit Kollegen
3.4.3 Elternarbeit
3.5 Zusammenfassende Übersicht der Maßnahmen zur Störungsprävention
4 Störungsintervention
4.1 Lehrerzentrierte Intervention
4.1.1 Reaktionen im akuten Konflikt
4.1.2 Strafen
4.1.3 Veränderungsstrategien
4.1.4 Problemdiagnose
4.2 Kooperative Intervention
4.2.1 Konstruktives Konfliktgespräch nach Gordon (Lehrer-Schüler-Konferenz)
4.2.2 Kooperative Verhaltensmodifikation im Unterricht
4.3 Organisatorische Maßnahmen der Schule zur Störungsintervention
4.3.1 Mediation
4.3.2 Die Trainingsraum-Methode
5 Zusammenfassung des theoretischen Teils
6 Beobachtungsgegenstand und Aufbau der Untersuchung
7 Untersuchungsergebnisse: Störungsdefinition im weiteren Sinne
7.1 Ergebnisse der Interviews
7.1.1 Lehrersicht
7.1.2 Schülersicht
7.2 Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen
8 Untersuchungsergebnisse: Störungsprävention
8.1 Ergebnisse der Interviews
8.1.1 Lehrersicht
8.1.2 Schülersicht
8.2 Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen
8.2.1 Breite Aktivierung
8.2.2 Unterrichtsfluss
8.2.3 Regeln
8.2.4 Präsenz- und Stoppsignale
8.2.5 Prävention auf der Beziehungsebene
9 Untersuchungsergebnisse: Störungsintervention
9.1 Ergebnisse der Interviews
9.1.1 Lehrersicht
9.1.2 Schülersicht
9.2 Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen
10 Zusammenfassung und abschließende Bewertung des praktischen Teils
11 Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, wirksame Präventions- und Interventionskonzepte bei Unterrichtsstörungen zu untersuchen, um Lehrkräften fundierte Handlungsansätze zu bieten und den Schulalltag zu entlasten, ohne den komplexen Kontext aus Ursachen und Zielen von Störungen zu vernachlässigen.
2.2.1.1 Psychologisch bedingte Störungen im Lehrer-Schüler Verhältnis
Siegmund FREUD entdeckte und definierte das Phänomen der Übertragung. Er erkannte, dass Menschen dazu neigen, durch ihr Verhalten Haltungen, Gefühle, Forderungen, Bedürfnisse und Wünsche, die der Kindheit entstammen, auf Mitmenschen zu übertragen (vgl. Freud 1940, S. 306). Im pädagogischen Kontext hieße das, dass der Lehrer durch die Übertragung seiner eigenen inneren Konflikte auf die Schüler Störverhalten hervorruft. Diese intrapersonalen Konflikte spiegeln sich meist in einer der folgenden drei Formen wider (vgl. Lorenz 1975, S. 71f.):
a) Persönlicher Konflikt Der Lehrer befindet sich in einem Konflikt mit einer ihm nahe stehenden Person. Er weist dem Schüler nun die Rolle dieser Person zu, d.h. der Schüler wird zum Sündenbock, weil er Ersatz für eine dritte Person darstellt, die in einem Konfliktverhältnis zur Lehrperson steht. Da dem Schüler dies nicht bewusst ist, dass die Antipathie des Lehrers eigentlich nicht ihm (sondern der dritten Person) gilt, entsteht eine schwer greifbare und damit kaum lösbare Spannung im Lehrer Schüler-Verhältnis. Die dritte Person kann auch eine abgelehnte Seite im Lehrer selbst sein. So könnte ein Lehrer beispielsweise einen aufgeweckten, eloquenten Schüler deswegen ablehnen, weil ihm seine eigene Redseligkeit ein Dorn im Auge ist.
1 Ziel und Gliederung der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Unterrichtsstörungen als Belastungsfaktor und Definition des Forschungsziels.
2 Unterrichtsstörung – Definition und Problemhorizont: Theoretische Abgrenzung von Begriffen und Darstellung verschiedener Ursachenansätze (lehrer-, schüler- und institutionell-bezogen).
3 Störungsprävention: Systematisierung präventiver Strategien auf Unterrichts-, Beziehungs- und Organisationsebene zur Vermeidung von Disziplinkonflikten.
4 Störungsintervention: Vorstellung von Handlungsmatrixen, lehrerzentrierten und kooperativen Modellen sowie schulischen Programmen zur Bewältigung akuter Konflikte.
5 Zusammenfassung des theoretischen Teils: Synthese der wesentlichen Erkenntnisse zu Ursachen, Prävention und Intervention von Störungen.
6 Beobachtungsgegenstand und Aufbau der Untersuchung: Darstellung des methodischen Vorgehens bei der empirischen Untersuchung an einer Realschule.
7 Untersuchungsergebnisse: Störungsdefinition im weiteren Sinne: Auswertung von Interviews und Beobachtungen hinsichtlich des Störungsbegriffs aus der Perspektive von Lehrern und Schülern.
8 Untersuchungsergebnisse: Störungsprävention: Analyse der tatsächlichen Anwendung präventiver Maßnahmen in der Schulpraxis und deren Wirkung.
9 Untersuchungsergebnisse: Störungsintervention: Empirische Betrachtung der verwendeten Interventionsmethoden im Schulalltag und deren Erfolg.
10 Zusammenfassung und abschließende Bewertung des praktischen Teils: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und deren Abgleich mit der theoretischen Literatur.
11 Fazit: Zusammenfassende Forderung nach einem stärkeren Engagement der Schulleitungen und einer Etablierung kooperativer Störungsmanagement-Kulturen.
Unterrichtsstörung, Störungsprävention, Störungsintervention, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Disziplin, Klassenführung, Konfliktmanagement, Unterrichtsfluss, Verhaltensmodifikation, Mediation, Trainingsraum-Methode, Schulwirklichkeit, Lehrerrolle, Erziehung, Lernmanagement.
Die Hausarbeit untersucht das Thema „Unterrichtsstörungen“ im Kontext von Präventions- und Interventionskonzepten, wobei der Fokus auf deren Anwendbarkeit in der tatsächlichen Schulwirklichkeit liegt.
Zentral sind die theoretische Definition und Ursachenanalyse von Unterrichtsstörungen sowie deren praktische Vermeidung (Prävention) und Bewältigung (Intervention) durch Lehrkräfte.
Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu finden, wie Lehrkräfte systematisch und mit vertretbarem Aufwand auf Unterrichtsstörungen reagieren können, um den Lernprozess störungsarm zu gestalten.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Untersuchung an einer Realschule, basierend auf Interviews mit Lehrern und Schülern sowie Videoanalysen von Unterrichtsstunden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt (Definitionen, Präventions- und Interventionskonzepte) und einen praktischen Abschnitt, in dem diese Theorien an der Schulpraxis gespiegelt werden.
Neben dem Störungsbegriff prägen Konzepte wie Kounins Unterrichtsfluss, die Trainingsraum-Methode, Mediation und das Beziehungsmanagement zwischen Lehrenden und Lernenden die Arbeit.
Die Theorie wird genutzt, um die Wichtigkeit eines frühzeitigen Einschreitens bei kleinsten Störungen zu unterstreichen, um ein Ausweiten auf die gesamte Klasse zu vermeiden.
Der kausale Ansatz fragt nach dem "Warum" (Ursachen), während der zielbezogene Ansatz fragt, "wozu" ein Schüler stört (z.B. Aufmerksamkeit), was Lehrkräften oft einen größeren Handlungsspielraum ermöglicht.
Sie dient als prominentes Beispiel für eine organisatorische Interventionsmaßnahme, die Störungen aus dem Klassenraum auslagert, um den Unterrichtsfluss für die lernwilligen Schüler zu wahren.
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