Magisterarbeit, 1999
102 Seiten, Note: 3,0
Einleitung
Ziel der Arbeit
Forschungsstand
Max Scheler
Thomas Mann
Max Scheler (1874-1928) und seine Philosophie im Genius des Krieges (1915)
Zu Leben und Werk Max Schelers
Katholische Prägung
Wichtige Stationen und Schriften
Zur Philosophie und zur Wirkung Max Schelers
Phasen
Zur Wirkung Schelers
Schelers Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg
Der Genius des Krieges und der Deutsche Krieg (1915)
Wandel mit Krieg und Aufbau (1916)
Zur Person Thomas Manns (1875-1955) und der philosophischen Interpretation des Zauberbergs (1913-1924)
Entstehung/Konzeption
Besonderheiten der Erzähltechnik des Zauberbergs
Leitmotivik und Ironie
Wichtige Charaktere und Motive
Zauberberg versus Flachland
Mittelmäßigkeit Hans Castorps
Settembrini und Naphta
Peeperkorn: Sein statt Meinen
Mme Chauchat als Gegenspielerin Settembrinis
Dekadenz
Das Schnee-Kapitel
Interpretationsansätze
Bildungsroman oder Entbildungsroman?
Zeitroman oder metaphysischer Roman?
Kriegserlebnis: Thomas Mann und der Erste Weltkrieg
Die Betrachtungen eines Unpolitischen
Die Kriegsdarstellung im Zauberberg
Anknüpfungspunkte zwischen dem Genius des Krieges und dem Zauberberg
Wechselseitige Wahrnehmung von Max Scheler und Thomas Mann
Verweise von Max Scheler auf Thomas Mann
Selbstäußerungen Thomas Manns zu Max Scheler und dessen Schriften
Kennzeichnung der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland um die Zeit des 1. Weltkriegs (ca. 1910-1923)
Kriegsphilosophie und Kriegserlebnis: Verarbeitung des Ersten Weltkriegs durch Max Scheler und Thomas Mann
Kriegsdienst mit Worten
Politisches Engagement des Literaten Thomas Mann und des Philosophen Max Scheler
Mittelalterrezeption
Kriegserleben als „kollektive Erfahrung“
Auseinandersetzung mit den Pazifisten
Das Motiv der Dekadenzüberwindung und dessen Ausdruck in der persönlichen Wandlung von Max Scheler und Thomas Mann
„Los von England“: Die Sicht des Ersten Weltkriegs im Kontext europäischer Konflikte
Deutsche Mittlerrolle bei Max Scheler und Thomas Mann
Direkte Bezüge des Zauberbergs zum Genius des Krieges
(Lebens-)Philosophie Max Schelers in Thomas Manns Zauberberg
Der Mensch als liebendes Wesen (ens amans)
Leiden
Todeserfahrung
Politisch-pädagogische Absichten
Europagedanke
Erwartungen an die europäische Jugend
Ausblick: Weitere Gemeinsamkeiten
„Breites Interesse“
Rezeption im Ausland
Zwei Exkurse
EXKURS A: Schopenhauer- und Nietzsche-Rezeption
Thomas Mann und die Philosophie
Schopenhauer-Rezeption im Zauberberg
Ablehnung Schopenhauers vor dem Hintergrund der Nietzsche-Rezeption
Der „katholische Nietzsche“ Max Scheler
Scheler, Nietzsche und der Genius des Krieges
Zur Bedeutung der Beziehung zwischen Scheler und Mann in Bezug auf die Nietzsche-Rezeption:
Scheler und Schopenhauer
Die Dreiecksbeziehung Scheler – Schopenhauer – Mann
Todesfaszination bei Max Scheler und Thomas Mann
EXKURS B: Der Bereich des Möglichkeitsdenkens Max Schelers und der Zauberberg
Schluß
Die Aktualität oder Nichtaktualität von Manns zeitgeschichtlicher Deutung im Zauberberg und von Schelers politischer Philosophie im Genius des Krieges
Die vorliegende Arbeit vergleicht Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" mit Max Schelers politisch-pädagogischer Schrift "Der Genius des Krieges und der deutsche Krieg". Ziel ist es, die schriftstellerische und philosophische Auseinandersetzung beider Zeitgenossen mit dem Ersten Weltkrieg in pädagogischer Absicht sowie ihre parallele Entwicklung zum "Vernunftrepublikaner" zu untersuchen und wechselseitige Bezüge sowie Einflüsse aufzuzeigen.
Der Genius des Krieges und der Deutsche Krieg (1915)
Unter dem „Genius“ versteht Scheler zunächst einen vorbildlichen Gesamtpersontyp; womit allerdings nicht ein bestimmter Mensch gemeint ist, sondern ein Menschentyp im Sinne eines typischen Trägers rein geistiger Werte.
Scheler versteht unter dem ‚Genius‘ einen vorbildlichen Gesamtpersontyp. In seinem Aufsatz ‚Vorbild und Führer‘ von 1915/16 definiert er Genius als den „Mensch[en], der ohne bewußte Regel und Methode Vorbildhaftes in der Realisierung rein geistiger Güter der Kultur auf unersetzliche Art hervorbringt“ und dabei ebenso zweck- und bedürfnisfrei wie leidenschaftlich agiert. Kants Genie-Begriff aus der Kritik der Urteilskraft steht hier Pate. Freilich meint ‚Genius‘ bei Scheler nicht einen bestimmten Menschen, sondern einen Menschentyp im Sinne eines typischen Trägers rein geistiger Werte. (Lembeck 1997: 226)
Den „Genius des Krieges“ bildet folglich die Nation als „reale geistige Gesamtperson“ bzw. „Kulturgesamtperson“ sowie der Staat als Ausdruck der entsprechenden geistigen Willensgemeinschaft. Zwischen solchen Gesamtpersonen wird der Rechtsentscheid, den der Krieg fällt, ausgetragen. Wie dann jedoch im einzelnen der Zweck geartet ist, der dieser natürlich eruptiven Kraft ihre Richtung und Ziele gibt, ist Ausdruck des Geistes. „Und eben an dieser Ausrichtung scheiden sich demzufolge auch die Geister; die Geister nämlich der kriegsführenden Parteien“ (Lembeck 1997: 227).
Einleitung: Die Arbeit führt in den Vergleich zwischen Thomas Manns "Der Zauberberg" und Max Schelers "Der Genius des Krieges" ein, wobei die Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg im Zentrum steht.
Max Scheler (1874-1928) und seine Philosophie im Genius des Krieges (1915): Dieses Kapitel beleuchtet Schelers Leben, sein phänomenologisches Werk sowie seine anfängliche Interpretation des Krieges als reinigendes Ereignis.
Zur Person Thomas Manns (1875-1955) und der philosophischen Interpretation des Zauberbergs (1913-1924): Hier werden der Entstehungshintergrund des Romans, die zentrale Rolle des Ersten Weltkriegs für das Ende des Werks sowie die Bedeutung der Charaktere und Motive dargelegt.
Anknüpfungspunkte zwischen dem Genius des Krieges und dem Zauberberg: Das Kapitel vergleicht die wechselseitige Wahrnehmung der Autoren und analysiert die Verarbeitungsstrategien des Kriegserlebnisses sowie das Motiv der Dekadenzüberwindung.
Zwei Exkurse: Diese Abschnitte vertiefen die gemeinsame Schopenhauer- und Nietzsche-Rezeption und analysieren die Rolle des Möglichkeitsdenkens im Vergleich beider Autoren.
Schluß: Das abschließende Fazit bewertet die Aktualität von Manns Deutung im "Zauberberg" und Schelers politischer Philosophie, wobei beide Werke als Symptome ihrer Zeit interpretiert werden.
Max Scheler, Thomas Mann, Der Zauberberg, Der Genius des Krieges, Erster Weltkrieg, Dekadenz, Phänomenologie, Schopenhauer, Nietzsche, Politische Philosophie, Zeitroman, Bildungsroman, Europagedanke, Kriegserlebnis, Wertethik.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Auseinandersetzung von Thomas Mann (im Roman "Der Zauberberg") und Max Scheler (in der Schrift "Der Genius des Krieges") mit dem Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen geistigen Umbrüchen in Deutschland.
Die zentralen Themen sind die Interpretation des Ersten Weltkriegs, das Motiv der Dekadenzüberwindung, das Konzept der "geistigen Gesamtperson" sowie der Einfluss der Schopenhauer- und Nietzsche-Rezeption auf beide Autoren.
Ziel ist es, die ideellen Entsprechungen in der Verarbeitung des Ersten Weltkriegs bei Mann und Scheler darzustellen und zu prüfen, inwiefern beide Autoren trotz ihrer unterschiedlichen Disziplinen (Literat vs. Philosoph) ähnliche gesellschaftspolitische Diagnosen und Reaktionen zeigten.
Die Arbeit nutzt eine komparative Literatur- und Ideengeschichte. Sie stützt sich auf eine Analyse der Primärtexte im Kontext der zeitgenössischen Sekundärliteratur, um strukturelle Gemeinsamkeiten und Einflüsse herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Autoren und ihrer Werke, eine detaillierte Analyse ihrer Kriegsphilosophie, eine Untersuchung ihrer gegenseitigen Wahrnehmung sowie eine Auseinandersetzung mit philosophischen Exkursen zur Rolle von Schopenhauer, Nietzsche und des "Möglichkeitsdenkens".
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Dekadenzüberwindung", "Geist versus Leben", "Kriegsphilosophie", "europäischer Menschen- und Kulturtypus" und die "Mittlerrolle Deutschlands".
Während Scheler den Krieg zu Beginn programmatisch als "reinigendes Gewitter" und "Erwecker zur Tugend" verklärte, ist die Darstellung im "Zauberberg" deutlich distanzierter und führt Hans Castorp in eine kriegerische Sinnlosigkeit, die Mann als Appell gegen die Dekadenz versteht.
Der Abschnitt markiert einen Wendepunkt, in dem Castorp eine Vision der humanen Liebe entwickelt; die Arbeit argumentiert jedoch, dass diese Vision für den Protagonisten ergebnislos bleibt und im "Schlussdonnerschlag" des Krieges untergeht, womit der Roman eher die Falllinie der Dekadenz als eine Bildungsreise darstellt.
Thomas Mann hat Max Schelers Hauptwerk "Die Stellung des Menschen im Kosmos" (1928) sehr geschätzt und es nachträglich als wichtigen Schlüssel zum Verständnis seines eigenen "Zauberbergs" bezeichnet, da es ihm ein Modell zur Versöhnung von Geist und Natur bot.
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