Diplomarbeit, 2005
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Bedeutung der Informationsverteilung auf Märkten
2.1 Bedeutung und Wert von Informationen
2.2 Symmetrische Informationsverteilung
2.3 Asymmetrische Informationsverteilung
2.4 Vertragsgestaltung
2.4.1 Vollständige Verträge
2.4.2 Unvollständige Verträge
3 Asymmetrische Informationsverteilung am Arbeitsmarkt: Darstellung am Modell der Principal-Agent-Theory
3.1 Grundzüge der Principal-Agent-Theory
3.2 Verhaltensannahmen und Verhaltensunsicherheit
3.3 Charakterisierung der Informationsprobleme am Arbeitsmarkt
3.3.1 Qualitätsunsicherheit und Adverse Selection
3.3.2 Moral Hazard
3.3.3 Hold-up
3.4 Agency Costs
4 Strategien zur Problemüberwindung von Informationsasymmetrie und ihren Folgen
4.1 Strategien zur Überwindung der Qualitätsunsicherheit
4.1.1 Screening
4.1.1.1 Bedeutung von Screening
4.1.1.2 Eignungstests
4.1.1.3 Aussagefähigkeit und Probleme von Testverfahren
4.1.2 Signaling
4.1.2.1 Bedeutung von Signaling
4.1.2.2 Das Signaling-Modell von SPENCE
4.1.3 Self-Selection
4.1.3.1 Bedeutung von Self-Selection
4.1.3.2 Das Self-Selection-Modell von SALOP/ SALOP
4.2 Strategien zur Überwindung von Moral Hazard
4.2.1 Monitoring
4.2.2 Motivation und Anreiz
4.2.3 Entlohnungsschemata
4.2.3.1 Ergebnisbeteiligung
4.2.3.2 Lohnerhöhungen
4.2.3.3 Die neoklassische Effizienzlohntheorie
4.3 Strategien zur Überwindung von Hold-up
4.3.1 Reputation
4.3.2 Pfandsysteme
4.3.2.1 Betriebliche Altersversorgung
4.3.2.2 Senioritätsentlohnung
4.3.4 Bindungsverträge
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Problematik asymmetrischer Informationsverteilung auf dem Arbeitsmarkt aus der Perspektive der Principal-Agent-Theorie. Ziel ist es, die daraus resultierenden Interessenkonflikte zwischen Arbeitgeber (Prinzipal) und Arbeitnehmer (Agent) aufzuzeigen und Strategien darzustellen, mit denen Unternehmen diesen Informationsasymmetrien und deren negativen Folgen wie Qualitätsunsicherheit, Moral Hazard und Hold-up begegnen können.
Qualitätsunsicherheit
Das im vorigen Kapitel dargestellte Beispiel dient dazu, neben der Verhaltensunsicherheit auch den Begriff der Qualitätsunsicherheit („hidden characteristics“) einzuführen.
Qualitätsunsicherheit bedeutet, dass Verhaltensmerkmale des Agenten feststehen und dem Prinzipal ex ante, das heißt vor Vertagschluss nicht bekannt sind. Der Arbeitgeber kann sich über die Qualifikation des Bewerbers nicht sicher sein. Diese Ungewissheit wird durch den „vorvertraglichen“ Opportunismus noch verstärkt. Unter Opportunismus versteht WILLIAMSON „self-interest seeking with guile“, worunter er jedoch neben Stehlen und Lügen auch subtile Formen der Täuschung mit einschließt. Bezogen auf die Qualitätsunsicherheit ist darunter die Vortäuschung falscher Tatsachen, z. B. spezieller Qualifikationen, gemeint.
Insbesondere die weniger erwünschten Bewerber haben häufig den Anreiz, ihre Qualifikation zu übertreiben. Dadurch erleidet nicht nur der Arbeitgeber einen Schaden, sondern auch alle Agenten mit „guten“ Qualitäten. Sie würden sich bei Informationssymmetrie von der Masse der Arbeitnehmer oder Bewerber abheben und aufgrund ihrer besonderen Qualifikation höhere Löhne oder Positionen einnehmen. Bei asymmetrischer Informationsverteilung ist dies ohne weiteres nicht möglich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Humankapitals sowie die Problematik asymmetrischer Informationsverteilung am Arbeitsmarkt ein.
2 Bedeutung der Informationsverteilung auf Märkten: Hier werden der Wert von Informationen erläutert sowie symmetrische und asymmetrische Informationsverteilung voneinander abgegrenzt.
3 Asymmetrische Informationsverteilung am Arbeitsmarkt: Darstellung am Modell der Principal-Agent-Theory: Dieses Kapitel fundiert die Problematik theoretisch durch das Principal-Agent-Modell und analysiert spezifische Probleme wie Adverse Selection, Moral Hazard und Hold-up.
4 Strategien zur Problemüberwindung von Informationsasymmetrie und ihren Folgen: Dieses Kapitel erläutert konkrete Lösungsansätze für Unternehmen wie Screening, Signaling, Anreizsysteme und Bindungsverträge.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Unausweichlichkeit von Informationsproblemen und betont die Notwendigkeit individueller Strategien für Unternehmen.
Asymmetrische Information, Principal-Agent-Theorie, Qualitätsunsicherheit, Adverse Selection, Moral Hazard, Hold-up, Screening, Signaling, Self-Selection, Monitoring, Anreizsysteme, Arbeitsmarkt, Humankapital, Agency Costs, Bindungsverträge
Die Arbeit untersucht die Problematik, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt über unterschiedliche Informationsstände verfügen, was zu Interessenkonflikten und Risiken für das Unternehmen führt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Principal-Agent-Theorie, den Informationsproblemen Qualitätsunsicherheit, Moral Hazard und Hold-up sowie verschiedenen Gegenstrategien des Managements.
Ziel ist es, die theoretischen Ursachen asymmetrischer Information zu erläutern und praktische Strategien aufzuzeigen, wie Arbeitgeber diese Probleme durch Anreiz- und Selektionsmechanismen mindern können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse neoinstitutionalistischer Ansätze, insbesondere der Principal-Agent-Theorie, ergänzt durch Fallbeispiele und ein eigenes Praxisbeispiel zur dualen Ausbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Informationsasymmetrie, die detaillierte Charakterisierung der Informationsprobleme und eine systematische Darstellung von Lösungsansätzen.
Die Arbeit charakterisiert die Kernprobleme durch Begriffe wie Qualitätsunsicherheit (Hidden Characteristics), Moral Hazard (Hidden Action) und Hold-up (Hidden Intention).
Das Hold-up-Problem entsteht, wenn Arbeitgeber in spezifisches Humankapital (z. B. durch Ausbildung) investieren und der Arbeitnehmer das Unternehmen frühzeitig verlässt, wodurch die Investition (Sunk Costs) wertlos wird.
Durch Screening versucht der Arbeitgeber, ex ante Informationen über die tatsächliche Qualität von Bewerbern zu sammeln, beispielsweise durch Eignungstests, Assessment-Center oder die Prüfung von Zeugnissen.
Reputation dient als Anreizmechanismus: Arbeitnehmer haben ein Interesse daran, sich korrekt zu verhalten, um ihren Ruf innerhalb der Firma oder der Branche nicht zu schädigen, da dieser Einfluss auf zukünftige Karrieremöglichkeiten hat.
Agency-Kosten sind die Differenz zwischen dem Ergebnis bei vollkommener Information (First-Best) und dem Ergebnis bei asymmetrischer Information (Second-Best), bestehend aus Kontrollkosten, Signalisierungskosten und Wohlfahrtsverlusten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

