Diplomarbeit, 2004
105 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemaufriss
1.2. Ausgangslage der Arbeit
1.3. Ziel der Arbeit
1.4. Was sind Indikatoren?
1.5. Warum ist die lokale Ebene wichtig?
1.6. Aufbau der Arbeit
2. Sustainable Development
2.1. Definition/Begriffserklärung
2.2. Zieldreieck der Nachhaltigkeit
2.2.1. Ökologische Zielsetzung
2.2.2. Ökonomische Zielsetzung
2.2.3. Sozial- Kulturelle Zielsetzung
2.2.4. Verhältnis von inter- und intragenerativer Gerechtigkeit
2.3. Anmerkungen zum Zieldreieck der Nachhaltigkeit
2.4. Strategiepfade für eine nachhaltige Entwicklung
2.4.1. Suffizienzstrategie – Der Weg zu einer neuen Lebensweise
2.4.2. Effizienzstrategie – Nachhaltigkeit durch Fortschritt
2.4.3. Substitutions- und Konsistenzstrategie
2.5. Lokale Agenda
3. Ansätze zur Bemessung der menschlichen Wohlfahrt
3.1. Das Bruttoinlandsprodukt
3.2. Die Grenzen des BIP als Wohlfahrtsmaßstab
3.3. Kritische Würdigung des BIP
4. Ansätze für Bewertung von Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen
4.1. Internationale Ebene
4.1.1. SEEA der Vereinten Nationen
4.1.2. OECD- Umweltindikatorensysteme
4.1.3. Genuine Progress Indicator (GPI)
4.1.4. Konzeptionelle Ansätze der Europäischen Union
4.2. Nationale Ebene
4.2.1. Die Umweltgesamtrechnung (UGR) der Bundesrepublik Deutschland
4.2.2. Indikatorsystem der Stadt Hamburg
4.3. Kritische Würdigung der Indikatorsysteme
5. Regeln für die Operationalisierung des Begriffs Nachhaltigkeit
6. Berliner lokale Agenda
6.1. Handlungsfeld Mobilität
6.2. Handlungsfeld Klimaschutz
6.3. Handlungsfeld Soziale Stadtentwicklung
6.4. Handlungsfeld Partizipation
6.5. Handlungsfeld Zukunft der Arbeit
6.6. Handlungsfeld Strukturwandel zur Informationsgesellschaft
6.7. Handlungsfeld Bildung
6.8. Handlungsfeld Berlin in der einen Welt
6.9. Handlungsfeld Geschlechtergerechtigkeit
6.10. Handlungsfeld Berlin in der märkischen Landschaft
7. Berliner Nachhaltigkeitsindex (B-NAX)
7.1. Ziele des B-NAX
7.2. Rechnung für den B-NAX
7.2.1. Rechenregeln
7.3. B-NAX – ideale Version
7.4. Kritische Würdigung
8. B-NAX – Reale Version
8.1. Ergebnisse Handlungsfelder
8.2. Ergebnisse gesamt
8.3. Kritische Würdigung
9. Schlusskapitel
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Darstellung eines Nachhaltigkeitsindex für die Stadt Berlin (B-NAX), um die städtische Entwicklung unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Dimensionen messbar zu machen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern herkömmliche Indikatoren wie das BIP zur Beurteilung der nachhaltigen Wohlfahrtsentwicklung ausreichen und wie ein integrativer Ansatz die lokale Politik unterstützen kann.
1.1. Problemaufriss
Spricht man heute von Wachstum, Wohlstand und Entwicklung, bezieht man sich in der politischen Diskussion in der Regel auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (3.1. Das Bruttoinlandsprodukt). Wächst das BIP, so die Theorie, wird eine Wohlstands- und Wohlfahrtssteigerung erreicht. In der Realität ergibt sich jedoch eine Reihe von Fragen. Wenn von Wohlstand gesprochen wird, meint man das Vorhandensein materieller Güter - also Einkommen und Vermögen. Unter Wohlfahrt versteht man hingegen die ,,Gesamtzufriedenheit" des Individuums. Ist es denn nicht durchaus möglich, dass ein Ureinwohner im brasilianischen Regenwald, der mit Jagen, Fischen und Früchtesammeln seine Familie ernährt, glücklicher ist als ein gestresster Manager in Deutschland, der 150.000,- Euro im Monat verdient und aus Zeitgründen gar keine Familie hat? Persönliche Zufriedenheit hängt schließlich von mehr ab als nur vom Geld. Relevante Faktoren für das ,,Glück des Einzelnen" können beispielsweise Gesundheit, persönliche Freiheit (politische und religiöse), eine intakte Umwelt, Freizeit, Infrastruktur, Möglichkeit der Selbstverwirklichung usw. sein. Wenn das BIP also wächst, kann man durchaus von einer Wohlstandsentwicklung, aber nicht unbedingt von einer Wohlfahrtsentwicklung sprechen.
Vor diesem Blickpunkt stellt sich die Frage, ob das Bruttoinlandprodukt zur Messung der Entwicklung in Deutschland ausreicht. Mit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro, einigten sich 179 Unterzeichnerstaaten auf das globale Leitbild „Sustainable Development“ (SD). Dieser Schritt war die endgültige Abkehr von der rein wirtschaftlichen Betrachtung der menschlichen Bedürfnisse. Aufgrund der Erkenntnis aus dem Brundtland-Bericht von 1987, dass die „Grenzen des Wachstums“ erreicht seien, musste ein neues Leitbild erschaffen werden, welches die Komplexität der Probleme erfasst.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der aktuellen Wohlstandsmessung mittels BIP und führt in das Konzept des nachhaltigen Wachstums ein.
2. Sustainable Development: Hier werden das Zieldreieck der Nachhaltigkeit sowie verschiedene Strategiepfade wie Suffizienz, Effizienz und Konsistenz definiert.
3. Ansätze zur Bemessung der menschlichen Wohlfahrt: Dieses Kapitel analysiert das Bruttoinlandsprodukt und die Gründe, warum es als alleiniger Maßstab für gesellschaftliche Wohlfahrt unzureichend ist.
4. Ansätze für Bewertung von Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen: Hier werden internationale (SEEA, GPI, EU) und nationale (UGR) Bewertungssysteme vorgestellt und kritisch beleuchtet.
5. Regeln für die Operationalisierung des Begriffs Nachhaltigkeit: Das Kapitel leitet methodische Anforderungen an Indikatoren ab, um diese für lokale Zwecke anwendbar zu machen.
6. Berliner lokale Agenda: Eine Vorstellung der Berliner Handlungsfelder wie Mobilität, Klimaschutz und soziale Stadtentwicklung, die als Basis für den Index dienen.
7. Berliner Nachhaltigkeitsindex (B-NAX): Das Kernkapitel zur Entwicklung des B-NAX, seiner Ziele, der mathematischen Rechenregeln und der idealen Version.
8. B-NAX – Reale Version: Dieses Kapitel präsentiert die Berechnung des Index auf Basis der tatsächlich verfügbaren Daten für Berlin.
9. Schlusskapitel: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die politische Anwendung des B-NAX zur Steuerung der nachhaltigen Stadtentwicklung.
Nachhaltigkeit, Berlin, B-NAX, Indikatoren, Bruttoinlandsprodukt, BIP, Wohlfahrt, Lokale Agenda 21, Sustainable Development, Umweltökonomie, soziale Stadtentwicklung, Klimaschutz, Effizienzstrategie, Suffizienzstrategie, Umweltgesamtrechnung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ökologische und soziale Aspekte nur unzureichend abbildet, und entwickelt einen alternativen Nachhaltigkeitsindex für Berlin.
Die zentralen Themen sind Nachhaltige Entwicklung, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, ökologisch-ökonomische Indikatorensysteme sowie die spezifische Berliner Kommunalpolitik im Rahmen der Agenda 21.
Ziel ist es, einen operationalisierbaren, mit Daten unterlegten Nachhaltigkeitsindex (B-NAX) zu entwickeln, der Fortschritte und Rückschläge in Berlins Entwicklung messbar macht.
Es wurde eine mathematische Normierung der Einzelindikatoren aus verschiedenen Handlungsfeldern vorgenommen, um diese zu Dimensionen-Indices zu aggregieren und so einen Gesamtindex zu berechnen.
Der Hauptteil analysiert bestehende internationale und nationale Indikatorenmodelle, definiert Regeln für deren Anwendung auf kommunaler Ebene und stellt die Berliner Handlungsfelder detailliert dar.
Nachhaltigkeitsindex, Berliner Lokale Agenda 21, genuine Fortschrittsmessung, umweltökonomische Gesamtrechnung und soziale Stadtentwicklung.
Im Gegensatz zu vielen Modellen, die lediglich Tendenzen anzeigen (wie in Hamburg), integriert der B-NAX mathematische Bewertungen und Zielwerte, um eine prozentuale Zielerreichung quantifizierbar zu machen.
Da für die ideale Version teilweise noch keine ausreichende Datenlage besteht, nutzt die reale Version Ersatzindikatoren, um auf Basis existierender Daten ab 1998 dennoch eine Diagnose für Berlin erstellen zu können.
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