Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
1. Ausgangslage : Das Phantastische als Travestierung des Schicksalhaften
2. Problemstellung und Zielsetzung : Die Darstellung von attesa und angoscia in Dino Buzzatis phantastischen Erzählungen
II. Der Rahmen für die phantastische Transkription von attesa und angoscia
1. Die Darstellung des Phantastischen in Dino Buzzatis Kurzerzählungen
1.1. Journalistisches und erzählerisches Schreiben
1.2. Die Realität als Ausgangspunkt für das Phantastische
1.2.1. Der Einbruch des Phantastischen in die Realität
1.2.2. Eine typisierte Darstellung der Realität
2. Die Schauplätze von Dino Buzzatis phantastischen Erzählungen
2.1. Der biographische Kontext
2.2. Die Berge
2.3. Die Wüste
2.4. Die Stadt
3. Zusammenfassung
III. Attesa
1. Die Trugbilder des Schicksals
1.1. Erwartung und Hoffnung : „I sette Messaggeri“
1.2. Erwartung und Zeit : „Direttissimo“
2. Die Gelegenheiten des Schicksals : „Il borghese stregato“
3. Zusammenfassung
IV. Angoscia
1. Die existentielle angoscia
1.1. Das Altern : “Il vecchio facocero”
1.2. Die Krankheit : „Sette piani“
1.3. Der Tod : “Il mantello”
1.4. Das Schicksal : “Il crollo della Baliverna”
2. Die reine phantastische angoscia : “Una Goccia”
3. Die realistische angoscia : “Paura alla Scala”
4. Zusammenfassung
V. Schlußwort
1. Zusammenfassung
2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Dino Buzzati in seinen phantastischen Kurzerzählungen die existentiellen Grundgefühle von attesa (Erwartung/Warten) und angoscia (Angst/Beklemmung) thematisiert und durch den Einbruch des Phantastischen in eine scheinbar plausible Realität transkribiert.
1.2.1. Der Einbruch des Phantastischen in die Realität
Einführend möchten wir betonen, daß in der sogenannten unrealistischen Literatur sich zwei Arten von Weltvorstellungen unterscheiden: In der ersten herrscht eine Allgemeingültigkeit des Unwirklichen, wie wir sie in der Mythologie oder im Märchen vorfinden; die zweite entspricht einer realistisch-plausiblen Darstellung der Welt, in die das Phantastische als ein ungewöhnliches Ereignis einbricht. Im Gegensatz zum Märchen, in dem das Irreale als selbstverständlichen Urzustand erscheint, stellt die phantastische Literatur unsere erfahrbare Welt als Ort des Geschehens dar und läßt das Phantastische als Störung oder gar Zerstörung der anerkannten Weltordnung in diese einbrechen: Während die Menschen in der Antike und im Mittelalter selbst an die dargestellten Minotauren und Gnomen glauben, soll das phantastische Phänomen vielmehr einen Gegenpol zur rationalen Welt bilden.
Deshalb setzt das Phantastische eine aufgeklärte Welt voraus, in welcher der Sieg des Positivismus und der Ratio als unwiderruflich gilt, sowie die Inakzeptanz des Irrealen Allgemeingültigkeit besitzt. Aus diesem Grunde steht die Entwicklung des phantastischen Genres in einem engen Zusammenhang mit dem geistesgeschichtlichen Kontext seiner Entstehungszeit: Pierre-Georges Castex´s Nachforschungen demonstrieren, daß diese in den 1770er-Jahren, in einer Zeit des vorherrschenden Rationalismus und des rapiden wissenschaftlichen Fortschritts, stattfindet, und sich demnach als einen ersehnten Kontrast zu einer von nun an entmystifizierten Welt, aus der das Wunderbare ausnahmslos verbannt scheint, versteht.
Sicherlich bleibt auch noch in Dino Buzzatis 20. Jahrhundert eine - wenn auch verdrängte - Spur des Urglaubens an das Wunderbare bestehen, doch die anerkannten physikalischen Gesetze lehnen dieses ganz entschlossen ab, so daß das phantastische Ereignis notwendigerweise als Widerspruch zu den als unumkehrbaren geltenden Gesetzen auftreten muß. Während der unaufgeklärte Mensch das Übernatürliche als eine Erscheinung des Teufels fürchtet, erschüttert es den modernen Menschen in seinen elementaren Grundsätzen, indem es für ihn einem „scandale inadmissible pour l´expérience ou pour la raison“ , wie es Roger Callois zutreffend ausdrückt, gleicht.
I. Einleitung: Darstellung des theoretischen Rahmens, der Zielsetzung sowie der Einordnung Buzzatis in das literarische Panorama Italiens.
II. Der Rahmen für die phantastische Transkription von attesa und angoscia: Analyse der journalistischen Einflüsse auf den Erzählstil und der Funktion der Schauplätze Berge, Wüste und Stadt.
III. Attesa: Untersuchung der Themen Erwartung und Hoffnung anhand der Erzählungen „I sette messaggeri“ und „Direttissimo“ sowie „Il borghese stregato“.
IV. Angoscia: Analyse der existentiellen Ängste vor Alter, Krankheit, Tod und Schicksal in den behandelten Erzählungen.
V. Schlußwort: Zusammenfassende Betrachtung der Originalität Buzzatis und seines Verhältnisses zu anderen Autoren wie Franz Kafka.
Dino Buzzati, Phantastik, Angoscia, Attesa, Neorealismus, existentielle Angst, Schicksal, Zeitdarstellung, Italienische Literatur, Kurzgeschichte, Allegorie, Entfremdung, Moderne Zivilisation, Realität des Phantastischen.
Die Arbeit analysiert die Themenfelder Erwartung (attesa) und Angst (angoscia) in den phantastischen Kurzerzählungen von Dino Buzzati und wie diese existentiellen Zustände in seinen Werken dargestellt werden.
Im Zentrum stehen das Schicksal, das unaufhaltsame Vergehen der Zeit, das Gefühl der Isolation und die menschliche Unfähigkeit, die Zeichen des Lebens richtig zu deuten.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Buzzati die Themen attesa und angoscia durch phantastische Elemente transkribiert und dabei die Grenze zwischen alltäglicher Realität und metaphysischer Bedrohung verwischt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den biographischen Kontext, zeitgeschichtliche Aspekte und intertextuelle Vergleiche zu anderen Autoren wie Kafka oder E.A. Poe heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des erzählerischen Rahmens, eine detaillierte Analyse der Themen attesa und angoscia sowie der spezifischen Schauplätze und Motive (wie Alter, Krankheit und Tod).
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Phantastik, angoscia, attesa, existentielle Krise, Schicksal, Zeitverfremdung und Entmenschlichung.
Die Arbeit zeigt auf, dass sein journalistischer Hintergrund für seine klare, lineare Syntax sowie die chronikartige Struktur und präzise Titelgebung seiner Erzählungen verantwortlich ist.
Diese Orte dienen laut der Autorin als Symbole für die Einsamkeit des Menschen und spiegeln Buzzatis eigene Lebenserfahrungen zwischen der Heimat in Belluno und seinem Arbeitsalltag in Mailand wider.
Es beschreibt den Vorgang, bei dem in eine empirisch plausible Alltagswelt ein ungewöhnliches, unerklärliches Phänomen eintritt, das die Weltordnung des Protagonisten stört oder zerstört.
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