Bachelorarbeit, 2006
42 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Bestimmung der Terminologie des Theaters
3. Das Illusionstheater und seine Elemente
3.1. Die Theaterbühne als Scheinwelt
3.2. Das Verhältnis von Künstler und Publikum
4. Die Kunstbewegung Fluxus
5. Das Happening als konventionsbrechende Kunstform
6. Allan Kaprow: „18 Happenings in 6 parts“. Set und Setting
6.1. Allan Kaprow: Environment- und Happeningkünstler
6.2. Ankündigung und Vorbereitung des Events
6.3. Die Ausstattung der Räumlichkeiten des Happenings
6.4. Die Gestaltung der Aufführung
6.5. Unterscheidung zum Theater
6.6. Die Beziehung zwischen Künstler und Publikum
7. John Cage: 4´33´´. Ein stilles Stück der Fluxus- Komposition
7.1. John Cage: Komponist der Neuen Musik
7.2. Manifestation der Komposition
7.3. Der Gehalt von Klang und Stille im Werk John Cages
7.4. Interaktionsstrukturen von Publikum und Bühnenensemble
8. Konklusion
Diese Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen dem traditionellen Illusionstheater und den experimentellen Kunstformen Happening und Fluxus. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Merkmale in Bezug auf das Künstler-Publikum-Verhältnis, den Einsatz von Rollenbildern und die räumliche Inszenierung herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie diese neuen Bewegungen bestehende Konventionen durchbrechen.
3.1. Die Theaterbühne als Scheinwelt
Zunächst soll die Terminologie des Theaters im Generellen beleuchtet werden, um anschließend im Speziellen die Charakteristika des Illusionstheaters vorzustellen bzw. zu vertiefen: „Als Theater werden orts-, zeit- und gewohnheitsabhängig spezifische Beziehungen zwischen Agierenden und Schauenden bezeichnet, die sich meist in szenischen Vorgängen realisieren.“
Das illusorische Theater ist zunächst in seiner Architektur durch eine optische Trennung von Bühne und Zuschauerraum gekennzeichnet; der Bühnenraum liegt meist höher als die Sitzreihen des Publikums. Ferner ist der Zuschauerraum in der Regel während der Vorstellung abgedunkelt, so dass sich ausschließlich auf die Aufführung auf der Bühne konzentriert werden kann; der Bühnenraum wird während der Vorstellung durch den Einsatz verschiedener Lichtquellen erhellt.
Während der Renaissance wurde in den Theaterhäusern zur Abgrenzung des Publikum- und Bühnenraumes sowie für einen unauffälligen Kulissenwechsel und weitere Zwecke während der Spielpausen ein Vorhang angebracht: „Jedes Spiel ist von den Nichtspielenden, den Zuschauenden, durch eine Umgrenzung herausgehoben, innerhalb derer die Regeln des Spiels gelten. Je mehr sich das Spiel entwickelt, desto mehr verfestigt sich die Grenze und wird schließlich durch eine äußere Schranke abgesichert. […] Das Theaterspiel hat sich eine Schranke geschaffen, die sich von der aller anderen Spiele unterscheidet: Den Theatervorhang. Dieser bildet nicht nur eine äußere Trennwand zwischen dem Reich der Phantasie und der Realwelt, sondern umhegt einen Kosmos, in dem andere Dimensionen von Raum und Zeit herrschen. Da das Spiel innerhalb von Raum und Zeit abläuft, muss der Theatervorhang diesen imaginären Raum abgrenzen und innerhalb der wirklichen Zeit die vorgestellte Zeit eröffnen und abschließen.“
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung, Unterschiede zwischen Illusionstheater und modernen Kunstformen wie Happening und Fluxus zu untersuchen.
2. Bestimmung der Terminologie des Theaters: Grundlegende Begriffe wie Schauspieler, Rolle und Theateraufführung werden anhand theaterwissenschaftlicher Definitionen geklärt.
3. Das Illusionstheater und seine Elemente: Dieses Kapitel analysiert die räumliche Trennung durch die Bühne und das Verhältnis zwischen passiven Zuschauern und aktiven Akteuren.
4. Die Kunstbewegung Fluxus: Es werden die theoretischen Grundlagen der Fluxus-Bewegung und deren Ziel, die Trennung von Leben und Kunst aufzuheben, dargelegt.
5. Das Happening als konventionsbrechende Kunstform: Hier wird das Happening als aggressive, provokante Kunstform beschrieben, die das Publikum aktiv in den Prozess einbezieht.
6. Allan Kaprow: „18 Happenings in 6 parts“. Set und Setting: Eine detaillierte Untersuchung des ersten großen Happenings und dessen Abgrenzung zum klassischen Theaterbetrieb.
7. John Cage: 4´33´´. Ein stilles Stück der Fluxus- Komposition: Die Analyse von Cages Werk verdeutlicht die Musikalisierung von Umgebungsgeräuschen und den Verlust der Statik durch aktive Rezipienten.
8. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass Happening und Fluxus die starren Trennlinien des Illusionstheaters zugunsten eines interaktiven Wirklichkeitsbegriffs aufbrechen.
Illusionstheater, Fluxus, Happening, vierte Wand, Allan Kaprow, John Cage, Künstler-Publikum-Verhältnis, Aktionskunst, Zuschauerrolle, Inszenierung, Performance, Grenzüberschreitung, Realität, Rezipient, Interaktion.
Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen dem traditionellen Illusionstheater und avantgardistischen Kunstbewegungen der 1960er Jahre, spezifisch Happening und Fluxus.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Rollenverteilung, dem Einsatz räumlicher Gegebenheiten und der Definition von Kunst gegenüber dem alltäglichen Leben.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Happening und Fluxus die starren Strukturen des Illusionstheaters, insbesondere die Trennung von Bühne und Zuschauerraum, aufbrechen.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, basierend auf theaterwissenschaftlicher Fachliteratur sowie Primärquellen und Dokumentationen zu Fluxus-Events und Happenings.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Illusionstheaters sowie eine detaillierte Untersuchung von Allan Kaprows Happening-Konzept und John Cages Werk „4´33´´“.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Illusionstheater, vierte Wand, Aktionskunst, Rezipient, Interaktion und Grenzüberschreitung.
Es zeichnet sich durch den Verzicht auf eine strikte Trennung von Publikum und Akteuren sowie durch die Einbeziehung des Zufalls in den Ablauf der Performance aus.
Während der Theaterzuschauer passiv bleibt, wird das Publikum bei Cage zum Teil der musikalischen Aufführung, da die von den Zuschauern verursachten Umgebungsgeräusche den Inhalt des Werkes bilden.
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