Examensarbeit, 2006
55 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1. Das Gedicht als Unterrichtsgegenstand
2.1.1. Begriffsbestimmung
2.1.2. Spezifische Merkmale
2.1.3. Didaktische Bedeutung von Gedichten in der Grundschule
2.1.4. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
2.2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
2.2.1. Begriffsbestimmung
2.2.2. Ausgangspunkte und Zielvorstellungen für den Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Verfahren
2.2.3. Kritik am handlungs- und produktionsorientierten Konzept
2.2.4. Verfahrensweisen des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Gedichten
3. Planung der Unterrichtseinheit
3.1. Bedingungen und Voraussetzungen
3.1.1. Allgemeine Voraussetzungen der Lerngruppe
3.1.2. Sachstrukturelle Voraussetzungen der Lerngruppe
3.1.3. Räumliche Bedingungen
3.2. Leitfragen zur Untersuchung des Unterrichtvorhabens
3.3. Intentionen der Unterrichtseinheit
3.4. Didaktisch-methodischer Ansatz
3.4.1. Auswahl der Arbeitsecken
3.4.2. Auswahl der Gedichte
3.4.3. Überlegungen zur Durchführung
4. Durchführung der Unterrichtseinheit
4.1. Übersicht über die Stunden und Arbeitsecken
4.2. Darstellung und Analyse ausgewählter Verfahren
4.2.1. Schreiben eines analogen Gedichts
4.2.2. Szenisches Interpretieren
4.2.3. Gestalten einer Bildergeschichte
5. Gesamtreflexion
Die Arbeit untersucht, ob handlungs- und produktionsorientierte Verfahren geeignet sind, Schülern einer 3. Klasse den Zugang zu Gedichten durch aktives Handeln zu erleichtern, ihre Lesemotivation zu fördern und eine individuelle, intensive Auseinandersetzung mit lyrischen Texten zu ermöglichen.
2.1.2 Spezifische Merkmale
Gedichte lassen sich anhand ihres Schriftbildes erkennen. Es ist ein gebundener Text, der zumeist aus Versen und Strophen besteht. Interessanterweise gibt es sowohl Einzeilengedichte als auch ganze Bücher in dieser Form. Die Sprache eines Gedichts ist weder an stilistische oder grammatikalische Gewohnheiten noch an Alltagssprache gebunden. Reime können, müssen aber nicht, vorhanden sein. Ein Gedicht lebt von klanglichen Einflüssen wie der Lautmalerei, der Lautsymbolik und dem Rhythmus, der frei oder streng vorgegeben sein kann (vgl. a. a. O., S. 622). Intuitiv berücksichtigt man diese klanglichen Faktoren, indem Gedichte langsamer und betonter als Prosatexte oder Alltagssprache gelesen bzw. vorgetragen werden.
Das Besondere an einem Gedicht ist u. a. die verdichtete Sprache und die damit verbundene Intensivierung und Steigerung der Wirkung und Bedeutung einzelner Wörter. Es werden sprachliche Bilder erzeugt, die entschlüsselt werden müssen, um das Gedicht verstehen zu können. Dieser Sachverhalt kann wie folgt ausgedrückt werden: „Gedichte sind aus Wörtern gemacht. Aus Wörtern, die mit anderen Wörtern etwas Neues schaffen: Bilder. Bilder, die wir sehen und manchmal sogar hören können“ (Dehn 2002, S. 27). Die sprachlichen Bilder eines lyrischen Textes sind demnach seine Seele (vgl. Kohl 1995, S. 3).
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch die mangelnde Freude der Schüler an Gedichten und stellt ihren Ansatz eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts vor.
2. Theoretische Vorüberlegungen: Es werden die theoretischen Grundlagen des Gedichts als Unterrichtsgegenstand sowie des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts geklärt und kritisch reflektiert.
3. Planung der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel erläutert die Voraussetzungen der Lerngruppe, die methodischen Leitfragen, die Lernziele sowie die Konzeption der Arbeitsecken und die Auswahl der Gedichte.
4. Durchführung der Unterrichtseinheit: Die Autorin gibt eine Übersicht über die Unterrichtspraxis und stellt beispielhaft die Ergebnisse der Bereiche Textproduktion, szenisches Spiel und bildnerische Gestaltung detailliert dar.
5. Gesamtreflexion: Eine abschließende Evaluation der Unterrichtseinheit, die den Erfolg des Konzepts hinsichtlich Lesemotivation und individueller Auseinandersetzung der Schüler bestätigt.
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Gedichte, Grundschule, Lesemotivation, Textproduktion, Szenisches Interpretieren, Bildnerische Gestaltung, Offener Unterricht, Schüleraktivierung, Differenzierung, Lyrik, Deutschunterricht, Lesekompetenz, Sprachbilder, Individuelle Lernwege
Die Arbeit behandelt die Durchführung und Evaluation einer Unterrichtseinheit zum Thema Gedichte in einer 3. Grundschulklasse, wobei ein handlungs- und produktionsorientierter Ansatz im Fokus steht.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, die praktische Anwendung verschiedener Methoden wie Schreiben, Spielen und Gestalten sowie die Förderung der Lesemotivation.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Schüler durch aktives Handeln einen freudvolleren Zugang zu Gedichten finden und eine intensivere, individuelle Auseinandersetzung mit den Texten erreichen können.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Auswertung von Schülerprodukten und Beobachtungen während einer 14-stündigen Unterrichtseinheit, eingebettet in einen theoretischen Diskurs.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Vorüberlegungen dargelegt, gefolgt von der detaillierten Planung der Einheit und der anschließenden Darstellung und Reflexion ausgewählter Schülerarbeiten aus den unterschiedlichen Arbeitsecken.
Wichtige Schlagworte sind neben dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht vor allem Lesemotivation, Grundschule, Differenzierung und die selbstständige Auseinandersetzung mit Lyrik.
Die Autorin stellt klar, dass bei einer Bildergeschichte der Inhalt des Gedichts auch ohne dessen Kenntnis durch die Abfolge der Bilder verständlich sein muss, während eine Illustration oft nur einzelne Textstellen visualisiert.
Die Wahlmöglichkeit der Schüler soll sicherstellen, dass sie sich entsprechend ihrer individuellen Interessen und Begabungen mit den Gedichten auseinandersetzen, was laut der Autorin maßgeblich zur Motivationssteigerung beiträgt.
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