Diplomarbeit, 2006
79 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2. Die Alterssicherung in der Bundesrepublik Deutschland
2.1 Determinanten der Bevölkerungsentwicklung
2.2 Migration
2.2.1 Migrationstheorien
2.2.2 Ökonomische Migrationstheorien
2.2.3 Migrationstheorien mit unterschiedlicher Qualifizierung
3 Migrationsmodelle und umlagefinanzierte Alterssicherung
3.1 Migrationsmodell mit unterschiedlicher Qualifizierung
3.2 Das Modell des Medianwählers mit fixiertem Rentenbetrag
3.2.1 Der kurzsichtige Medianwähler
3.2.2 Der rationale Medianwähler
3.2.3 Wohlfahrtsoptimale Immigrationspolitik
3.2.4 Modell des Medianwählers mit fixiertem Arbeitnehmerbeitrag
3.3 Migrationsmodell mit Land
3.3.1 Migrationsmodell mit Land und konstantem Arbeitnehmerbeitrag
3.3.2 Variation des Arbeitnehmerbeitrags
3.3.3 Migrationsmodell mit Land und konstantem Rentenbetrag
3.3.4 Variation des Rentenbetrags
3.4 Median- versus Meaneinkommen
3.4.1 Der Steuerbasiseffekt
3.4.2 Der Effekt der politischen Partizipation
3.4.3 Der totale Effekt der Migration
3.5 Zusammenfassung
4 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Migrationsbewegungen auf das umlagefinanzierte Rentensystem in Deutschland. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich unterschiedliche Migrationsszenarien und die damit verbundenen politökonomischen Interessenlagen auf die Finanzierung der Alterssicherung auswirken.
3.1 Migrationsmodell mit unterschiedlicher Qualifizierung
In einem statischen Modell mit überlappenden Generationen zeigt Razin52) auf, dass alle Einkommensgruppen durch Migration verlieren können. Migranten werden hier als Geringverdiener angesehen. Sie profitieren durch ihre Migration von einem erhöhten Nettonutzen in dem aufnehmenden Wohlfahrtsstaat.53)
In seinem dynamischen überlappenden Generationenmodell hebt Razin54) diese Schlussfolgerung auf und analysiert, wie durch Migrationsbewegungen alle Altersgruppen profitieren können. Sein Modell beschreibt ein umlagefinanziertes Zwei-Generationenmodell mit hoch - und niedrig qualifizierten Arbeitern in der ersten Periode ( t0 ) und Rentenbeziehern in der zweiten Periode ( t1 ). Es wird auf den Effekt der Migration auf die Rentenhöhe (b ) abgezielt.
Qualifizierte und unqualifizierte Einheimische ( n ) werden als Komplemente betrachtet und unterscheiden sich durch ihre Produktivität ( q ), die von dem Fähigkeitsparameter ( e ) abhängt. In der ersten Periode als unqualifiziert geboren, entscheidet sich ein Individuum, ob es unqualifiziert arbeitet und geringer produktiv ( q < 1) ist oder ob es den Parameter an Zeit (" e "Stunden) in seine Ausbildung investiert und hoch qualifiziert ( 1 q = ) agieren kann. Hierbei gilt, je geringer e ist, desto fähiger ist das Individuum und desto weniger Zeit muss es in seine Ausbildung investieren, um als Qualifizierter arbeiten zu können. Durch die Zeit für die Qualifizierungsmaßnahmen entsteht dem Individuum ein Einkommensausfall und seine Arbeitszeit reduziert sich auf (1− e). Migranten ( m ) werden als unqualifizierte Arbeitskräfte angesehen.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik des umlagefinanzierten Rentensystems in Deutschland angesichts des demografischen Wandels vor und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Die Alterssicherung in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des deutschen Sozialversicherungssystems und identifiziert die drei zentralen Determinanten der Bevölkerungsentwicklung.
2.1 Determinanten der Bevölkerungsentwicklung: Der Abschnitt analysiert das direkte Verhältnis zwischen Alterssicherung und Faktoren wie Mortalität, Fertilität und Migration.
2.2 Migration: Es werden allgemeine Wanderungsbewegungen und deren ökonomische sowie fiskalische Implikationen für Aufnahmeländer beschrieben.
2.2.1 Migrationstheorien: Dieser Teil gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Migrationsursachen.
2.2.2 Ökonomische Migrationstheorien: Es werden makroökonomische Modelle wie das Heckscher-Ohlin-Theorem auf ihren Zusammenhang mit Migrationsprozessen untersucht.
2.2.3 Migrationstheorien mit unterschiedlicher Qualifizierung: Der Fokus liegt hier auf Modellen, die Migration als Investition in Humankapital betrachten und den Einfluss von Gewerkschaftszugehörigkeiten beleuchten.
3 Migrationsmodelle und umlagefinanzierte Alterssicherung: Das Kapitel bietet eine formale ökonomische Darstellung von Migrationsmodellen im Kontext der gesetzlichen Rentenversicherung.
3.1 Migrationsmodell mit unterschiedlicher Qualifizierung: Es wird analysiert, unter welchen Bedingungen Migration zu einer Pareto-Verbesserung im Rentensystem führen kann.
3.2 Das Modell des Medianwählers mit fixiertem Rentenbetrag: Dieses Kapitel untersucht, wie Wählerpräferenzen bezüglich der Immigrationspolitik unter der Annahme einer q-Politik zustande kommen.
3.2.1 Der kurzsichtige Medianwähler: Die Analyse des Wahlverhaltens von Individuen, die nur ihre unmittelbare Nutzenmaximierung verfolgen.
3.2.2 Der rationale Medianwähler: Untersuchung des Verhaltens eines Wählers, der strategisch auf zukünftige Rentenentscheidungen reagiert.
3.2.3 Wohlfahrtsoptimale Immigrationspolitik: Diskussion einer Immigrationsrate, die das Lebenseinkommen über Generationen hinweg maximiert.
3.2.4 Modell des Medianwählers mit fixiertem Arbeitnehmerbeitrag: Analyse der Wählerentscheidung, wenn statt des Rentenbetrags der Beitragssatz fixiert ist.
3.3 Migrationsmodell mit Land: Erweiterung der Analyse um den Produktionsfaktor Land als immobile Ressource.
3.3.1 Migrationsmodell mit Land und konstantem Arbeitnehmerbeitrag: Untersuchung der Haushaltsentscheidung bei fixiertem Beitragssatz im Kontext landgebundener Rentenansprüche.
3.3.2 Variation des Arbeitnehmerbeitrags: Analyse der Auswirkungen bei Änderung des Beitragssatzes auf Landrente und Arbeitskräfteabwanderung.
3.3.3 Migrationsmodell mit Land und konstantem Rentenbetrag: Untersuchung des Modells bei fixer Rentenhöhe und dessen Stabilitätseigenschaften.
3.3.4 Variation des Rentenbetrags: Analyse der zyklischen Anpassungsprozesse bei einer Erhöhung der Rentenzahlungen.
3.4 Median- versus Meaneinkommen: Dieser Abschnitt untersucht den Effekt der Einkommensungleichheit auf politische Transferentscheidungen.
3.4.1 Der Steuerbasiseffekt: Analyse der Folgen, wenn einkommensstarke Haushalte durch Migration der Steuerpflicht entgehen.
3.4.2 Der Effekt der politischen Partizipation: Untersuchung, wie sich die Zusammensetzung der Wählerschaft durch Migration auf das Rentenniveau auswirkt.
3.4.3 Der totale Effekt der Migration: Zusammenführung der beiden Effekte zur Bestimmung des gesamtwirtschaftlichen Einflusses auf den Wohlfahrtsstaat.
3.5 Zusammenfassung: Stichpunktartige Übersicht der zentralen Ergebnisse aus den verschiedenen Modellrechnungen.
4 Ausblick: Diskussion kontroverser Lösungsansätze für das deutsche Rentensystem, einschließlich privater Vorsorge und Reformen der Arbeitsmarktpolitik.
Alterssicherung, Umlageverfahren, Migration, Medianwählermodell, Demografischer Wandel, Rentenniveau, Humankapital, Steuerbasiseffekt, Politische Partizipation, Wohlfahrtsstaat, Bevölkerungsentwicklung, Migrationspolitik, Rentenreform, Arbeitsmarkt, Einkommensverteilung
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Migration auf umlagefinanzierte Alterssicherungssysteme mittels verschiedener ökonomischer Modellannahmen.
Die zentralen Themen umfassen die demografische Entwicklung, die Auswirkungen von Migration auf den Arbeitsmarkt sowie die politökonomische Entscheidungsfindung zur Renten- und Migrationspolitik.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Migrationsbewegungen das umlagefinanzierte Rentensystem beeinflussen und welche Relevanz dies für die jeweilige Position der Wähler hat.
Es werden formale ökonomische Modelle (unter anderem überlappende Generationenmodelle und Medianwählermodelle) verwendet, um den Einfluss von Parametern wie Rentenbetrag, Beitragssatz und Qualifikation der Migranten mathematisch abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Migrationsmodelle, wobei unter anderem der Unterschied zwischen kurzfristig orientierten und rational handelnden Wählern sowie der Einfluss des Produktionsfaktors Land analysiert wird.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Umlageverfahren, Medianwähler, Rentenniveau, demografischer Wandel und Migrationsneigung.
Der Steuerbasiseffekt beschreibt das Phänomen, dass einkommensstarke Haushalte dazu neigen, durch Emigration die Belastung durch Transferzahlungen im Umlageverfahren zu vermeiden, was die Finanzierungsbasis verringert.
Die Unterscheidung ist zentral für die Analyse von Verteilungseffekten, da der Medianwähler bei rechtsschiefen Einkommensverteilungen für eine andere Umverteilungspolitik stimmt als der Durchschnitt (Mean) der Bevölkerung.
Die Analyse zeigt, dass bei Landbesitz die Effekte einer Rentenerhöhung komplexer sind, da sie neben den direkten Rentenzahlungen auch den Landpreis und die Rendite aus dem Grundbesitz beeinflussen.
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