Diplomarbeit, 2006
113 Seiten, Note: 1,0
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
A. Einleitung
B. Theoretische Grundlagen für die Analyse des Mercosur
1. Der Neofunktionalismus
1.1 Die ursprüngliche Formulierung des Neofunktionalismus bei Haas
1.2 Die Erweiterung der neofunktionalistischen Perspektive
1.3 Weitere Differenzierung des Neofunktionalismus
1.3.1 Erste Korrekturen: Leon N. Lindberg und Ernst B. Haas
1.3.2 Grundlegende Revisionen des Neofunktionalismus
1.3.2.1 Philippe Schmitter: Akteursstrategien und Entscheidungszyklen
1.3.2.2 Das Modell von Lindberg / Scheingold
1.3.2.3 Joseph S. Nye: Prozessmechanismen und Integrationsbedingungen
1.3.3 Resümee zu den neofunktionalistischen Differenzierungen
1.4 Die Renaissance des Neofunktionalismus
1.5 Zusammenfassung der neofunktionalistischen Theorie
2. Der Intergouvernementalismus
2.1 Die Formulierung des Intergouvernementalismus bei Hoffmann
2.1.1 Die zentrale Rolle der Nationalstaaten
2.1.2 Hoffmanns Kritik am funktionalistischen Erklärungsmodell
2.1.3 Logic of Diversity als dynamisches Element
2.1.4 Resümee zum Intergouvernementalismus bei Hoffmann
2.2 Der liberale Intergouvernementalismus Moravcsiks
2.2.1 Grundsätzliche Prämissen und Intergovernmental Institutionalism
2.2.2 Die Erweiterung des Ansatzes
2.2.3 Resümee zum Intergouvernementalismus bei Moravcsik
2.3 Zusammenfassung der intergouvernementalistischen Theorie
C. Theoretisches Analyseraster: Wesentliche Erklärungsmuster beider Theorien als Basis für die Analyse des Mercosur
1. Wesentliche Erklärungsmuster des Neofunktionalismus
1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration
1.2 Die Akteure des Integrationsprozesses im Sog funktionaler Sachzwänge
1.3 Gemeinschaftliche Institutionen und nationale Eliten als Integrationsgestalter
1.4 Spill-over als dynamisches Element im Integrationsprozess
2. Wesentliche Erklärungsmuster des Intergouvernementalismus
2.1 Institutionelle Strukturen: Zwischenstaatliche Verhandlungen statt Supranationalismus
2.2 Nationale Interessen, Macht und Souveränität als bestimmende Größen
2.3 Die Nationalstaaten als entscheidende Akteure
2.4 Integration als innenpolitisches Instrument
2.5 Inner- und zwischenstaatliche Verhandlungen als Erklärungsmodell
3. Zusammenfassende Darstellung des Analyserasters
D. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur-Prozess
1. Neofunktionalistische Elemente im Mercosur
1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration? Die Anfänge des Mercosur
1.2 Die Akteure des Integrationsprozesses im Sog funktionaler Sachzwänge
1.2.1 Der Globalisierungsprozess als Weichensteller
1.2.2 Transnationale Vernetzungen im Wirtschaftssektor
1.2.3 Sackgasse Importsubstitution
1.2.4 Die Verschuldungskrisen der 1980er Jahren
1.2.5 Die brasilianische Finanzkrise von 1999 und ihre Folgen
1.2.6 Das Vertragswerk des Mercosur
1.2.7 Resümee
1.3 Gemeinschaftliche Institutionen und nationale Eliten als Integrationsgestalter
1.3.1 Supranationale Institutionen als Katalysator im Integrationsprozess
1.3.1.1 Supranationale Strukturen im Mercosur
1.3.1.2 Einfluss gemeinschaftlicher Institutionen auf den Integrationsprozess
1.3.2 Nationale Eliten als relevante Akteure im Mercosur
1.3.2.1 Die Verbände im Mercosur-Prozess
1.3.2.2 Die Parteien im Mercosur-Prozess
1.3.3 Resümee
1.4 Spill-over als dynamisches Element im Mercosur-Prozess
1.4.1 Spill-over auf institutioneller Ebene
1.4.2 Bürgerintegration als potentieller spill-over
1.4.3 Gemeinsame Strukturpolitik als Folge von spill-over
1.4.4 Weitere Beispiele möglicher spill-over
1.4.5 Resümee
1.5 Zusammenfassung der neofunktionalistischen Elemente im Mercosur
2. Intergouvernementalistische Elemente im Mercosur
2.1 Institutionelle Strukturen des Mercosur: Zwischenstaatliche Verhandlung statt Supranationalismus
2.2 Nationale Interessen, Macht und Souveränität als bestimmende Größen im Mercosur-Prozess
2.2.1 Nationalstaatliche Interessen als ausschlaggebende Größe
2.2.1.1 Integration als strategische Allianzbildung
2.2.1.2 Die Bedeutung von nationalen Interessen in bi- und multilateralen Verhandlungen
2.2.1.3 Noch immer Rivalen: Brasilianisch-argentinische Handelskonflikte
2.2.1.4 Der argentinisch-uruguayische „Zellulosekrieg“
2.2.2 Nationalstaatliche Macht als bestimmender Faktor
2.2.2.1 Der Mercosur als machtpolitisches Instrument Brasiliens
2.2.2.2 Verhandlungsmacht als Triebfeder der Integration
2.2.2.3 Die Bedeutung relativer Machtverhältnisse im Mercosur-Prozess
2.2.3 Souveränität als oberste Priorität
2.2.3.1 Gemeinschaftsorgane und Souveränitätstransfer als kalkulierte Handlungen der Nationalstaaten
2.2.3.2 Brasilien als Verfechter nationalstaatlicher Souveränität
2.2.4 Resümee
2.3 Die Nationalstaaten als entscheidende Akteure im Mercosur
2.3.1 Der Einfluss von gemeinschaftlichen Institutionen
2.3.2 Die Nationalstaaten als entscheidende Gestalter
2.4 Der Mercosur als innenpolitisches Instrument
2.5 Inner- und zwischenstaatliche Verhandlungen als Erklärungsmodell für die Entwicklung des Mercosur
2.6 Zusammenfassung der intergouvernementalistischen Elemente im Mercosur
3. Ergebnisse der Untersuchung
3.1 Der Mercosur: Ergebnis funktionaler Sachzwänge?
3.2 Der Mercosur: Spielball nationaler Regierungen?
3.3 Fazit
E. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die politikwissenschaftlichen Theorien des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus geeignet sind, den lateinamerikanischen Integrationsprozess am Beispiel des Mercosur zu erklären. Ziel ist die Überprüfung, welche der theoretischen Kernaussagen und Erklärungsmuster dieser beiden Konzepte sich in der empirischen Entwicklung des Mercosur-Bündnisses wiederfinden lassen.
1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration
Ein Integrationsprozess beginnt aus neofunktionaler Perspektive mit der Zusammenarbeit verschiedener Staaten auf ökonomischer Ebene. Erste Kooperationen finden in einzelnen wirtschaftlichen Bereichen statt, die gemeinhin als „technisch“ bezeichnet werden und somit kaum politische Brisanz enthalten. Als Motivation für die Zusammenarbeit führt der Neofunktionalismus zum einen die Notwendigkeit der Kooperation aufgrund einer zunehmenden funktionalen Differenzierung und Segmentierung des Wirtschaftsbereichs an. Zum anderen verweist er auf die Erkenntnis der rationalen Akteure, durch ein gemeinsames Vorgehen effizienter agieren zu können.
A. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, den Mercosur mithilfe von Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus zu analysieren und ein entsprechendes Analyseraster zu entwickeln.
B. Theoretische Grundlagen für die Analyse des Mercosur: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus in ihrer Entwicklung und ihren wesentlichen Inhalten detailliert vorgestellt.
C. Theoretisches Analyseraster: Wesentliche Erklärungsmuster beider Theorien als Basis für die Analyse des Mercosur: Hier werden die Kernthesen der Theorien herausgefiltert, um ein systematisches Analyseraster für die empirische Untersuchung des Mercosur-Prozesses zu erstellen.
D. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur-Prozess: Dieser Teil bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die entwickelten Analyseraster praktisch auf den Mercosur angewandt und die jeweiligen Integrationsfaktoren detailliert geprüft werden.
E. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über das Potential und die Grenzen der angewandten Integrationstheorien im lateinamerikanischen Kontext.
Mercosur, Neofunktionalismus, Intergouvernementalismus, Integration, Lateinamerika, Spill-over, Nationalstaaten, Souveränität, Institutionen, Wirtschaftspolitik, Kooperation, Interessenkalkül, Politikwissenschaft, Regionalisierung, Außenpolitik
Die Arbeit analysiert den lateinamerikanischen Integrationsprozess, konkret den Mercosur, auf Basis zweier bedeutender politikwissenschaftlicher Theorien, um zu prüfen, welche dieser Konzepte zur Erklärung des Prozesses geeignet sind.
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretischen Ansätze des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus sowie deren Anwendung auf reale politische und wirtschaftliche Entwicklungen im Mercosur-Raum.
Ziel ist es, die Aussagen von Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus am Beispiel des Mercosur zu überprüfen und festzustellen, welches Erklärungsmodell eine höhere Aussagekraft für diesen spezifischen regionalen Integrationsprozess besitzt.
Es handelt sich um eine theoriegestützte Fallstudie, bei der zunächst aus der Literatur ein Analyseraster entwickelt und dieses anschließend auf empirische Daten und Entwicklungsverläufe des Mercosur angewandt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung und eine empirische Anwendung, in der jeweils neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente auf ihre Relevanz für den Mercosur-Prozess geprüft werden.
Zentrale Begriffe sind Integration, Mercosur, Neofunktionalismus, Intergouvernementalismus, spill-over-Effekte, nationale Souveränität und die Rolle der Nationalstaaten als Akteure.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der Mercosur stark durch nationale Regierungen gesteuert wird, die ihre Souveränität wahren wollen, was die intergouvernementalistische Sichtweise besonders stützt.
Der Autor stellt fest, dass sich diese Institutionen in einem sehr frühen Stadium befinden und kaum nennenswerte Impulse zur Vertiefung der Integration geben können, da sie den nationalen Interessen untergeordnet bleiben.
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