Diplomarbeit, 2003
58 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Definitionen und Arten von Vermittlungshemmnissen
2.1. Überblick
2.2. Begriffliche Abgrenzungen: Vermittlungseffizienz und offene Stellen
2.3. Kategorisierung der Vermittlungshemmnisse
2.3.1. Vermittlungshemmnisse auf beiden Marktseiten
2.3.2. Vermittlungshemmnisse der Arbeitsnachfrageseite
2.3.3. Vermittlungshemmnisse der Arbeitsangebotsseite
2.3.4. Gegenseitige Beeinflussung der Vermittlungshemmnisse
3. Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse
3.1. Überblick
3.2. Maßnahmen zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf beiden Marktseiten
3.2.1. Verstärkter Einsatz moderner Informationstechnologien
3.2.2. Ausweitung der Zeitarbeit
3.2.3. Qualifizierungs- und Vermittlungsgutscheine zur Verbesserung der Wettbewerbssituation
3.3. Maßnahmen zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf der Arbeitsangebotsseite
3.3.1. Verschärfung der Zumutbarkeitskriterien
3.3.2. Kürzungen der Lohnersatzleistungen
3.3.3. Einteilung nach Vermittlungshemmnissen
4. Würdigung der Hartz-Vorschläge: Überblick über die nachfolgenden Kapitel
5. Hartz-Vorschläge zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf beiden Marktseiten
5.1. Job-Centren (1), KompetenzCentren (11), IT-Unterstützung (10)
5.2. PersonalServiceAgenturen (8)
6. Hartz-Vorschläge zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf der Arbeitsangebotsseite
6.1. Jugendliche Arbeitslose - AusbildungsZeitWertpapier (4)
6.2. Neue Zumutbarkeit und Freiwilligkeit (3)
6.3. Quick Vermittlung (2)
6.4. Zusammenführung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe (6)
7. Würdigung weiterer wesentlicher Vorschläge der Hartz-Kommission
7.1. Ich-AG und FamilienAG (9)
7.2. MiniJobs (9)
7.3. Der JobFloater (12)
8. Gesamtbeurteilung
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist es, die wesentlichen Vorschläge der Hartz-Kommission unter dem Aspekt einer verbesserten Vermittlungseffizienz am deutschen Arbeitsmarkt zu analysieren und zu würdigen. Es wird untersucht, inwieweit die vorgeschlagenen Konzepte geeignet sind, bestehende Vermittlungshemmnisse auf der Arbeitsangebots- und Arbeitsnachfrageseite abzubauen und damit die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verringern.
3.2.1 Verstärkter Einsatz moderner Informationstechnologien
Wenn Informationsdefizite und Marktintransparenzen kostengünstig verringert und dadurch die Suchprozesse auf Seiten des Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage beschleunigt würden, könnte die Vermittlungseffizienz verbessert und die mismatch-Arbeitslosigkeit reduziert werden (vgl. Berthold, 2002, S. 551). Eine geeignete Möglichkeit zur Erhöhung der Markttransparenz ist der verstärkte Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Das Internet bietet z.B. als Matching - Instrument gegenüber anderen Medien zahlreiche Vorteile (vgl. Berthold/Fricke, 2002, S. 551, zit. n. Autor, D., 2001, S. 21). Aufgrund der schnellen Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK Sektor) und der damit einhergehenden Erweiterung der Speicherkapazitäten kann nämlich in einer Datenbank eine deutlich größere Anzahl an Arbeitslosen und an offenen Stellen erfasst werden als in anderen Medien. Die Auswahlmöglichkeiten sind dadurch für beide Marktseiten größer. Mit gleichem Aufwand lassen sich mehr Bewerber auf ihre Eignung für eine zu besetzende Stelle überprüfen, sodass sich die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches matching erhöht (vgl. Berthold/Fricke, 2002, S. 551).
Für eine effiziente Vermittlung ist die Anzahl der erfassten Arbeitslosen und der offenen Stellen allein jedoch nicht entscheidend. Vielmehr ist es auch von Bedeutung, „möglichst detaillierte Kenntnisse über Fähigkeiten und Neigungen des Arbeitsuchenden sowie über die zukünftige Entwicklung der Nachfrage nach verschiedenen Qualifikationen“ (Schneider, 2000, S. 94) zu ermitteln und ein genaues Profil des Arbeitslosen bzw. des zu besetzenden Arbeitsplatzes zu erstellen (vgl. Abschnitt 2.3.1 dieser Ausführungen). Die Arbeitsämter könnten zu diesem Zweck mit den Zeitarbeitsfirmen kooperieren und sich bei der Erstellung der Profile die Methoden zu eigen machen, die von den privaten Vermittlern bereits erfolgreich eingesetzt werden.
1. Einführung: Darstellung der Problematik steigender Arbeitslosigkeit und die Bedeutung effizienter Vermittlungsprozesse als Zielsetzung der Hartz-Kommission.
2. Definitionen und Arten von Vermittlungshemmnissen: Theoretische Abgrenzung der Vermittlungseffizienz und Kategorisierung der verschiedenen Hemmnisse auf Angebots- und Nachfrageseite.
3. Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse: Erörterung theoretischer Ansätze zur Verbesserung des Matchings, insbesondere durch IT-Einsatz, Zeitarbeit und Gutscheinsysteme.
4. Würdigung der Hartz-Vorschläge: Überblick über die nachfolgenden Kapitel: Einleitung in die Analyse der dreizehn Innovationsmodule des Hartz-Konzepts.
5. Hartz-Vorschläge zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf beiden Marktseiten: Analyse von JobCentren, KompetenzCentren und der Rolle der Informationstechnologie.
6. Hartz-Vorschläge zur Reduzierung der Vermittlungshemmnisse auf der Arbeitsangebotsseite: Untersuchung von Maßnahmen wie dem AusbildungsZeit-Wertpapier, Zumutbarkeitsregeln und der Quick-Vermittlung.
7. Würdigung weiterer wesentlicher Vorschläge der Hartz-Kommission: Kritische Betrachtung der Ich-AG, MiniJobs und des JobFloater-Instruments.
8. Gesamtbeurteilung: Zusammenfassendes Fazit zur Wirksamkeit der Hartz-Module hinsichtlich einer verbesserten Arbeitsmarktvermittlung.
Arbeitslosigkeit, Hartz-Kommission, Vermittlungseffizienz, Arbeitsvermittlung, Matching, Vermittlungshemmnisse, Arbeitsmarktpolitik, Zeitarbeit, PersonalServiceAgentur, Zumutbarkeit, JobCenter, Qualifizierung, Arbeitsnachfrage, Arbeitsangebot, Markttransparenz
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der Vorschläge der Hartz-Kommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf der Verbesserung der sogenannten Vermittlungseffizienz liegt.
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Vermittlungshemmnissen, der Einsatz moderner Informationstechnologien, die Rolle der Zeitarbeit sowie die Anpassung von Zumutbarkeitskriterien und Lohnersatzleistungen.
Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob die Hartz-Vorschläge geeignet sind, Arbeitslose schneller und passgenauer in offene Stellen zu vermitteln, um damit die Dauer der Arbeitslosigkeit zu senken.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Würdigung der Hartz-Reformvorschläge auf Basis wirtschaftswissenschaftlicher Theorien und aktueller arbeitsmarktpolitischer Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung von Vermittlungshemmnissen, die Analyse von Lösungsansätzen aus der Wissenschaft sowie die konkrete Würdigung spezifischer Module der Hartz-Kommission wie JobCentren, PSA und Ich-AGs.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Vermittlungseffizienz, Arbeitsvermittlung, Matching, Hartz-Reform, Zeitarbeit und Arbeitsmarkttransparenz.
Es besteht die Gefahr von Effizienzverlusten, wenn Vermittler und Arbeitsuchende um die gleichen wenigen Stellen konkurrieren oder wenn die Priorisierung der Kunden (Informations-, Beratungs- oder Betreuungskunden) bei der Vermittlung nicht optimal gestaltet ist.
Kritiker befürchten, dass das System falsche Anreize setzt, indem Vermittler bevorzugt Arbeitslose mit hohen Hemmnissen betreuen könnten, um mehr Punkte zu erhalten, anstatt die Passgenauigkeit der Vermittlung in den Vordergrund zu stellen.
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