Diplomarbeit, 2006
150 Seiten, Note: 2,0
1. KURZFASSUNG
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 Einleitung
2.2 Theoretische Hintergründe und empirische Untersuchungen zur Emotionskomponente „Körperempfindungen“
2.3 Theoretische Hintergründe und empirische Untersuchungen zur Emotionskomponente „Handlungstendenzen“
2.4 Die expressive Komponente von Emotionen: Empirische Untersuchungen zum mimischen Ausdruck
2.5 Empirische Untersuchung zum Wissen über neun ausgewählte Emotionskomponenten: Test of Emotion Comprehension (TEC)
3. METHODENTEIL
3.1 Ziele und Hypothesen
3.2 Versuchsteilnehmer
3.3 Versuchsdesign
3.4 Material
3.4.1 Skala zur Erfassung des Emotionswissens (SEW)
3.4.2 Emotionsbenennung anhand der Mimik
3.4.3 Skala zur Erfassung des Wissens über Körperempfindungen und Handlungstendenzen (SKH)
3.4.4 soziometrische Befragung
3.5 Vorbereitungen der Untersuchung
3.6 Versuchsdurchführung
3.6.1 Skala zur Erfassung des Emotionswissens (SEW)
3.6.2 Skala zur Erfassung des Wissens über Körperempfindungen und Handlungstendenzen (SKH)
3.6.3 Soziometrische Befragung
3.7 Probleme bei der Versuchsdurchführung
3.8 Vorbereitung der Rohdaten
3.9 Kodierung der Antworten
3.10 Stichprobenauswahl zur Hypothesenprüfung
4. AUSWERTUNG UND ERGEBNISSE
4.1 Erwartete und nicht erwartete Zuordnungen der Körperempfindungen und Handlungstendenzen zu den vier Emotionen
4.2 Erwarteten Zuordnungen der Handlungstendenzen und Körperempfindungen im Vergleich der Altersgruppen
4.3 Veränderung der erwarteten Zuordnungen zu den vier Emotionen vom Zeitpunkt T1 zu T2
4.4 Überprüfung des „Hawthorne- Effekts“
4.5 Zusammenhang zwischen den SEW-, und SKH- Komponenten
4.6 Darstellung der Emotionsbenennung in der Mimik
5. DISKUSSION
Die vorliegende Arbeit untersucht das Emotionswissen von Grundschulkindern, insbesondere deren Fähigkeit, spezifische Körperempfindungen und Handlungstendenzen den Basisemotionen Freude, Ärger, Angst und Trauer zuzuordnen und wie sich dieses Wissen über ein Jahr entwickelt.
2.2 Theoretische Hintergründe und empirische Untersuchungen zur Emotionskomponente „Körperempfindungen“
Fragen nach Bestehen einer Beziehung zwischen körperlichen/ physiologischen Veränderungen und Emotionen, wie nach einem möglichen Zusammenhang von bestimmten physiologischen Symptomen, die spezifische Emotionen begleiten, wurden in der Physiologischen Psychologie bereits seit dem 19. Jahrhundert diskutiert.
Darwin stellte erstmals die Hypothese der Emotionsspezifität in Bezug auf den mimischen Ausdruck auf, d.h. seiner Ansicht nach existieren bestimmte Formen von Ausdrucksverhalten (z.B. Freilegen der Zähne bei Lachen), weil sie einen bestimmten Zweck fürs Überleben haben (Ulich, 1989, S. 102). James, als Begründer der psychophysiologischen Emotionsforschung, vertrat ebenfalls die Ansicht, dass jede Emotion ihre spezifische körperliche Veränderung hat. In seinem Werk „What is an emotion“ (1884, S. 188- 205) beschrieb er die so genannte peripheralistische Emotionstheorie, in der ursprünglich drei zentrale Annahmen im Vordergrund standen:
1) Die bloße Wahrnehmung einer erregenden Tatsache ist hinreichende Bedingung für das Auftreten körperlicher Veränderungen. Man stelle sich vor, wir sehen eine dunkle, sich bewegende Gestalt im Wald, woraufhin wir Herzrasen bekommen. Das sofortige Auftreten einer körperlichen Reaktion erfolgt nach James zuerst ohne jeglichen Bewertungsprozess der Situation. In einer späteren, präzisierten Fassung seiner Theorie schrieb er neben der Reizwahrnehmung, der Interpretation der Gesamtsituation größere Bedeutung zu.
2) Diese körperlichen Veränderungen sind emotionsspezifisch, und wir sind auch in der Lage, sie in differenzierter Weise bewusst zu erleben. Diese Annahme impliziert aus der Sicht James, dass die Reaktionen des autonomen Nervensystems, so genannte viszerale Reaktionen für die Emotionen unterschiedlich sind. Beispiele für die Spezifität: Furcht erfolgt aufgrund einer erhöhten Herzrate, eines flachen Atems, etc. und Wut erfolgt durch das Schwellen der Brust oder Blutandrang im Gesicht.
3) Das bewusste Erleben (die Empfindung) der körperlichen Veränderungen ist die Emotion. Gefühle wie Freude, Ärger, Trauer und Angst basieren nicht allein auf Vorstellungskraft, sondern bedürfen der wirklichen Symptomveränderung im Körper. Als bedeutendste Konstituenten der körperlichen Reaktionen führt James die viszeralen Reaktionen auf.
1. KURZFASSUNG: Zusammenfassung der Zielsetzung, Methodik und Ergebnisse der Untersuchung zur Entwicklung des Emotionswissens bei Grundschülern.
2. THEORETISCHER TEIL: Darstellung der theoretischen Grundlagen zu Körperempfindungen, Handlungstendenzen, mimischem Ausdruck und bisherigen Emotionswissenstests.
3. METHODENTEIL: Beschreibung der Ziele, Hypothesen, Versuchsteilnehmer, Versuchsdesigns, Materialien und Durchführung der Längsschnittstudie.
4. AUSWERTUNG UND ERGEBNISSE: Statistische Analyse der Daten zur Zuordnungsleistung der Kinder sowie der Korrelationen zwischen den verschiedenen Emotionskomponenten.
5. DISKUSSION: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen, Vergleich mit früheren Studien und Ausblick auf zukünftige Forschung.
Emotionswissen, Grundschüler, Körperempfindungen, Handlungstendenzen, Emotionale Kompetenz, Längsschnittstudie, Basisemotionen, Emotionspsychologie, Test of Emotion Comprehension, SEW, SKH, Mimikbenennung, Entwicklungspsychologie, Emotionsspezifität
Die Arbeit untersucht das Emotionswissen bei Kindern im Grundschulalter, insbesondere wie diese physiologische Veränderungen und Handlungsimpulse mit bestimmten Gefühlen wie Freude, Ärger, Angst und Trauer verbinden.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Emotionskompetenz, speziell Körperempfindungen und Handlungstendenzen, sowie deren Entwicklung über einen Zeitraum von einem Jahr.
Das Hauptziel besteht darin, zu prüfen, ob Grundschüler emotionsspezifisches Wissen bezüglich körperlicher und verhaltensbezogener Komponenten besitzen und ob sich diese Fähigkeit im Laufe eines Jahres durch kognitive Entwicklung verbessert.
Es wird eine längsschnittliche Untersuchung mit einem quasi-experimentellen Design an Grundschülern durchgeführt, bei der unter anderem Kategorisierungsaufgaben und eine deutsche Version des "Test of Emotion Comprehension" (SEW) eingesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit über bestehende Emotionstheorien und eine methodische Sektion, die das Studiendesign, die Teilnehmerstruktur und die statistischen Auswertungsverfahren detailliert.
Wichtige Begriffe sind Emotionswissen, Grundschulentwicklung, Körperempfindungen, Handlungstendenzen, Emotionserkennung, Basisemotionen und Längsschnittanalyse.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Handlungstendenzen von den Kindern generell etwas besser erkannt und den korrekten Emotionen zugeordnet werden konnten als die eher subtilen Körperempfindungen.
Die Studie bestätigt, dass mit zunehmendem Alter der Kinder die Fähigkeit zur korrekten Zuordnung von emotionalen Komponenten zu den Basisemotionen signifikant zunimmt.
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