Magisterarbeit, 2006
147 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Fragestellung
1.2 Exotik und Tango im wissenschaftlichen Diskurs – der aktuelle Forschungsstand
1.3 Mein Tango
1.4 Aufbau der Arbeit
2 ENTWICKLUNG EINER DEFINITION VON EXOTIK
2.1 Begriffsklärung
2.2 Gesellschaftshistorischer Kontext
2.3 Exotik und Ethnologie
2.4 Eigenschaftenkatalog
2.4.1 Distanz zum Eigenen
2.4.2 Idealisierung des Fremden
2.4.3 Das Fremde als Projektionsfläche
2.4.4 Das Fremde als Fluchtpunkt vor der eigenen Realität
2.4.5 Das Fremde als starres Gegenbild zum Eigenen
2.4.6 Leidenschaft und Erotik als Währung des Exotischen
2.4.7 Zusammenfassung
3 DER TANGO ARGENTINO
3.1 Zur Definition des Tango Argentino
3.2 Der Mythos vom Ursprung im Bordell
3.3 Der Siegeszug des Tangos
4 DIE FELDFORSCHUNG
4.1 Die Grundlagen der kognitiven Anthropologie
4.2 Arbeitsplan
4.3 Die Informanten
4.4 Angewandte Methoden
4.4.1 Freelisting
4.4.2 Pile Sorting
4.4.3 MDS-Analyse
4.4.4 Hierarchische Clusteranalyse
4.4.5 Semistrukturierte Interviews
4.5 Schwierigkeiten während der Feldforschung und möglicher Bias
5 DIE TANGOSZENE IN HAMBURG
5.1 Tango als Subkultur
5.2 Die Entstehung der Hamburger Tangoszene
5.3 Die Tangueros
5.4 Die Tanzveranstaltungen
5.4.1 Tangounterricht
5.4.2 Die Milonga
5.5 Rituale
5.5.1 Tandas und Cortinas
5.5.2 Das Begrüßungsritual
5.5.3 Das Auffordern eines Tanzpartners
5.6 Castellano im deutschen Tango
5.7 Die Kleidung
6 DIE KONSTRUKTION DES TANGOBILDES
6.1 Der dynamisch-transaktionale Ansatz
6.2 Prozess der Konstruktion des Tangobildes
6.2.1 Konstruktion des Tangobildes durch die Massenmedien
6.2.2 Konstruktion des Tangobildes durch die Tanzschulen
6.2.3 Konstruktion des Tangobildes durch die Tangoschüler
7 DAS DURCH WEBPRÄSENTATIONEN VERMITTELTE TANGOBILD DER TANZSCHULEN
7.1 El Abrazo
7.2 La Yumba
7.3 Academia Tango Gotan
7.4 Baladin
7.5 Billies
7.6 Tango Chocolate
7.7 Universo Tango
7.8 Zusammenfassung
8 GEMEINSAME VORSTELLUNGEN DER TANGUEROS ÜBER DEN TANGO ARGENTINO
8.1 Überblick über die wichtigsten Begriffe innerhalb der Domäne „Tango“
8.2 Struktur und Subkategorien der Domäne „Tango“
9 TANGO UND EXOTIK
9.1 Distanz zum Eigenen
9.2 Idealisierung im Tango
9.3 Tango als Projektionsfläche
9.4 Tango als Scheinwelt und Fluchtpunkt vor der eigenen Realität
9.5 Tango als starres Gegenbild zum Eigenen
9.6 Erotik und Leidenschaft im Tango
10 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Tango Argentino als exotisches Phänomen wahrgenommen und konstruiert wird, insbesondere anhand der Tangoszene in Hamburg. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Exotik definiert werden kann, welche Faktoren den Exotisierungsprozess bestimmen und welche exotikstiftenden Elemente im Tango präsent sind.
Distanz zum Eigenen
Das offensichtlichste Exotikkriterium lässt sich schon aus dem Begriff Exotik selbst ableiten. Es handelt sich um ein Objekt, das sich exo, also außerhalb von einem selbst bzw. der eigenen Welt befindet. Mit anderen Worten: Es existiert eine Distanz zum Eigenen. Diese Distanz kann räumlicher Natur sein, es kann sich aber auch um eine zeitliche oder soziale Entfernung zum Eigenen handeln. Nostalgie, also die Sehnsucht und die Rückwendung zu früheren, in der Erinnerung sich verklärenden Zeiten und Erlebnissen, die Beschönigung bestimmter Epochen in der Geschichte und die Verleugnung negativer Ereignisse in der damaligen Zeitepoche, spielt hier eine große Rolle und stellt einen Teil der Exotisierung dar. Der Satz „Früher war alles besser“ spiegelt diesen Prozess wider. Ebenso findet auch häufig eine Exotisierung auf der Basis unterschiedlicher sozialer Stratifikation statt. Hierbei wird von einer höheren Klasse die exotisierende Sichtweise auf ein schwächeres soziales Milieu angewendet. Diese Sicht kann negativ geprägt sein oder aber auch positiv. Dies stellt einen Bezugspunkt zu einem weiteren Aspekt dar, der typisch ist für die Exotisierung eines Objektes, nämlich dessen Idealisierung.
1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Forschungsfrage dar und verortet das Thema Tango im wissenschaftlichen Diskurs der Exotik sowie ihre persönliche Motivation zur Untersuchung.
2 ENTWICKLUNG EINER DEFINITION VON EXOTIK: Es wird ein theoretischer Rahmen geschaffen, um Exotik als relative Kategorie zu definieren, wobei Merkmale wie Idealisierung, Projektion und Fluchtmotiv herausgearbeitet werden.
3 DER TANGO ARGENTINO: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entstehung und Entwicklung des Tangos sowie über den Mythos seiner Ursprünge.
4 DIE FELDFORSCHUNG: Hier werden die kognitionsethnologischen Methoden (Freelisting, Pile Sorting, Interviews) erläutert, die zur Gewinnung der empirischen Daten in Hamburg angewandt wurden.
5 DIE TANGOSZENE IN HAMBURG: Eine detaillierte Beschreibung der Hamburger Szene, ihrer Strukturen, Tanzveranstaltungen, Rituale und der soziokulturellen Zusammensetzung der Tänzer.
6 DIE KONSTRUKTION DES TANGOBILDES: Analyse des Zusammenspiels von Medien, Tanzschulen und Tänzern bei der Formung kollektiver Vorstellungen über den Tango.
7 DAS DURCH WEBPRÄSENTATIONEN VERMITTELTE TANGOBILD DER TANZSCHULEN: Untersuchung konkreter Webauftritte Hamburger Tanzschulen darauf hin, wie sie Authentizität und Exotik vermitteln.
8 GEMEINSAME VORSTELLUNGEN DER TANGUEROS ÜBER DEN TANGO ARGENTINO: Auswertung der gewonnenen Begriffe und Strukturen, um das kulturelle Modell der Tangotänzer zu identifizieren.
9 TANGO UND EXOTIK: Anwendung des zuvor entwickelten Eigenschaftenkatalogs auf die empirischen Ergebnisse zur Beantwortung der Frage nach der Exotik im Tango.
10 FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion der globalisierten Entwicklung des Tangos jenseits starrer Exotisierungsmuster.
Tango Argentino, Exotik, Exotisierung, Feldforschung, Hamburger Tangoszene, Kognitive Anthropologie, Authentizität, Leidenschaft, Erotik, Nostalgie, Projektionsfläche, Identitätskonstruktion, Soziale Distanz, Milonga, Tanzschulen.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Tango Argentino in der Hamburger Szene als exotisches Phänomen wahrgenommen, konstruiert und gelebt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Exotik, den soziologischen Prozessen der Identitätsbildung im Tanz sowie der Analyse des kulturellen Wissens der Tangueros.
Das Ziel ist es aufzudecken, wie Exotik im Tango Argentino konstruiert und rezipiert wird, indem ein theoretischer Eigenschaftenkatalog mit einer empirischen Feldforschung verknüpft wird.
Die Autorin nutzt Methoden der kognitiven Ethnologie, insbesondere Freelisting, Pile Sorting, MDS-Analysen und hierarchische Clusterings, ergänzt durch teilnehmende Beobachtungen und Interviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung von Exotik, die historische Herleitung des Tangos, die detaillierte Beschreibung der Hamburger Szene sowie die empirische Analyse der Konstruktionsprozesse des Tangobildes.
Tango Argentino, Exotik, Feldforschung, Authentizität, Leidenschaft, Erotik und Identitätskonstruktion.
Die Arbeit zeigt auf, dass Tanzschulen ihre Webpräsentationen gezielt mit nostalgischen und exotischen Elementen gestalten, um das Versprechen eines "authentischen" Tangos zu verkaufen und den Bedürfnissen der Schüler nach einer Flucht aus dem Alltag entgegenzukommen.
Die Tänzer suchen oft nach einer "Authentizität des Gefühls", da eine historisch exakte Rekonstruktion kaum möglich ist; viele nutzen den Tango zudem als Projektionsfläche, um sich jenseits der realen Alltagswelt neu zu definieren.
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