Diplomarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
1.1 Entwicklung des gesellschaftlichen Engagements der Wirtschaft
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen und Begriffe
2.1 Corporate Citizenship
2.1.1 Begriffsverständnis
2.1.2 Wesentliche Merkmale des Corporate Citizenship
2.2 Abgrenzung zu Corporate Social Responsibility
2.3 Formen, Bereiche und Träger von Corporate Citizenship-Aktivitäten
3 Initiativen zur Festigung und Verbreitung von Corporate Citizenship
3.1 Gegenwärtige Situation in Deutschland
3.2 Initiative Freiheit und Verantwortung
3.3 Unternehmen: Partner der Jugend e.V.
3.4 Initiative "Engagiertes Unternehmen"
4 Erscheinungsformen gesellschaftlichen Engagements
4.1 Überblick
4.2 Corporate Giving
4.2.1 Charakteristika
4.2.2 Unternehmensspenden
4.2.3 Sponsoring
4.2.4 Stiftungswesen
4.3 Corporate Volunteering
4.3.1 Vielfältige Ausgestaltungsmöglichkeiten
4.3.2 Unternehmen unterstützen und fördern privates Engagement ihrer Mitarbeiter
4.3.2.1 Bürgerschaftliches Engagement in Deutschland
4.3.2.2 Förderungsmöglichkeiten
4.3.3 Mitarbeiter-Engagement im Rahmen von Unternehmensprogrammen
4.3.3.1 Regelmäßige Projekttage
4.3.3.2 Mentorenprojekte
4.3.3.3 Secondment-Programme
4.3.3.4 Pro bono-Projekte
4.3.4 Einsatz in gemeinnützigen Projekten als Instrument der Personalentwicklung
4.3.5 Beispiele aus der Praxis
4.3.5.1 Henkel KGaA: Förderung des Engagements der Mitarbeiter
4.3.5.2 betapharm GmbH: bereichsübergreifende Kooperation
4.3.5.3 Stadt Köln: Corporate Volunteering ist Chefsache
5 Strategische Verankerung von Corporate Citizenship in der Unternehmenskultur und Stakeholder-Kommunikation
5.1 Notwendigkeit der strategischen Einbettung gesellschaftlichen Engagements
5.2 Corporate Citizenship und Corporate Identity
5.3 Corporate Citizenship-Strategie
5.4 Leitlinien für ein erfolgreiches Corporate Citizenship
5.5 Stakeholder-Dialog
5.5.1 Konsequente Kommunikation mit den Zielgruppen
5.5.2 Interne Kommunikation
5.5.3 Externe Kommunikation
6 Potentiale des Corporate Citizenship
6.1 Nutzen für die Unternehmen
6.1.1 Bedeutung für die Personalwirtschaft
6.1.2 Bedeutung für die Kommunikationspolitik
6.1.3 Absatzpolitische Bedeutung
6.2 Nutzen für die Unternehmensmitarbeiter
6.3 Nutzen für die gemeinnützigen Einrichtungen und ihre Mitarbeiter
6.4 Nutzen für die Gesellschaft
7 Schlussbetrachtung
Diese Diplomarbeit zielt darauf ab, zu zeigen, dass Corporate Citizenship über traditionelle Formen wie Spenden, Sponsoring und Stiftungen hinausgeht und langfristige, strategisch eingebettete Kooperationen mit dem gemeinnützigen Sektor sowie staatlichen Stellen umfasst, die Unternehmensmitarbeiter aktiv mit einbeziehen.
1.1 Entwicklung des gesellschaftlichen Engagements der Wirtschaft
In Deutschland blickt das gesellschaftliche Engagement der Wirtschaft auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Mittelalter engagierte sich zum Beispiel die Kaufmannsfamilie Fugger für das Gemeinwesen. Jakob Fugger der Reiche stiftete 1521 die weltberühmte Fuggerei in Augsburg, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt mit 106 Wohneinheiten. Sein Neffe Anton stiftete 1560 mit seinem Testament das „Schneidhaus“ in der Nähe der Fuggerei. Dies war eine der frühesten chirurgischen Einrichtungen Europas, in der sich Augsburger Mitbürger kostenlos von namhaften Ärzten behandeln lassen konnten. Bis heute haben zahlreiche Unternehmerpersönlichkeiten Mittel für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt und zum Teil durch die Gründung einer Stiftung ihren Namen verewigt. Die vom Frankfurter Großkaufmann J. F. Städel gestiftete Städelsche Kunstsammlung sowie die gestiftete Senckenbergische Sammlung des Arztes und Naturforschers J.C. Senckenberg sind wichtige Eckpfeiler des gegenwärtigen Angebots an Kunst und Wissenschaft in Frankfurt.
Heutzutage engagieren sich viele deutsche Unternehmer und Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen für das Gemeinwesen. Das moralische Verantwortungsbewusstsein, benachteiligten Menschen zu helfen sowie der Wunsch, die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zu dokumentieren, sind wesentliche Motive. Neben diesen gibt es aber auch wirtschaftliche Gründe, aus denen sich Unternehmen für das Gemeinwesen engagieren. Wirtschaftsunternehmen investieren in ihr Umfeld, um den eigenen Standort zu sichern, oder ihre Marktposition sowie ihr Image in der Öffentlichkeit zu verbessern. Für die Ausgestaltung des gesellschaftlichen Engagements sind nicht selten die Interessen der Unternehmer und Geschäftsführer ausschlaggebend.
1 Einführung: Erläutert die historische Tradition des gesellschaftlichen Engagements der Wirtschaft in Deutschland und den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen und Begriffe: Definiert den Begriff Corporate Citizenship (CC) im wissenschaftlichen Kontext und grenzt ihn von Corporate Social Responsibility (CSR) ab.
3 Initiativen zur Festigung und Verbreitung von Corporate Citizenship: Stellt verschiedene staatliche und privatwirtschaftliche Initiativen in Deutschland vor, die die Verbreitung von CC fördern.
4 Erscheinungsformen gesellschaftlichen Engagements: Analysiert detailliert die Instrumente Corporate Giving und Corporate Volunteering anhand zahlreicher Praxisbeispiele.
5 Strategische Verankerung von Corporate Citizenship in der Unternehmenskultur und Stakeholder-Kommunikation: Beschreibt die Notwendigkeit, CC strategisch in die Unternehmensstrategie einzubinden und gezielt gegenüber internen und externen Stakeholdern zu kommunizieren.
6 Potentiale des Corporate Citizenship: Bewertet den Nutzen des bürgerschaftlichen Engagements für Unternehmen, Mitarbeiter, gemeinnützige Einrichtungen sowie die Gesellschaft als Ganzes.
7 Schlussbetrachtung: Fasst den aktuellen Entwicklungsstand des CC in Deutschland zusammen und zeigt weiteren Handlungsbedarf auf.
Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility, Corporate Giving, Corporate Volunteering, Unternehmensethik, gesellschaftliches Engagement, Stakeholder-Dialog, Sponsoring, Unternehmensstiftung, Personalentwicklung, Wissenskooperation, Bürgerschaftliches Engagement, Kooperationsmanagement, Wirtschaftsunternehmen, Non-Profit-Organisationen
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept des Corporate Citizenship als strategische Verankerung gesellschaftlichen Engagements in der Unternehmenskultur.
Die Arbeit behandelt die Systematisierung von CC-Aktivitäten, die Rolle von Initiativen in Deutschland sowie die praktische Umsetzung von Corporate Giving und Corporate Volunteering.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Corporate Citizenship über traditionelles Spendenwesen hinausgeht und durch langfristige, professionelle Kooperationen mit gemeinnützigen Akteuren einen echten Mehrwert für alle Beteiligten schafft.
Die Autorin verwendet eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse sowie die Auswertung zahlreicher Praxisbeispiele und Fallstudien, um den aktuellen Status und die Potentiale von Corporate Citizenship zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung unterstützender Initiativen, eine detaillierte Erläuterung verschiedener CC-Instrumente und die Analyse der strategischen Verankerung sowie der resultierenden Potentiale.
Die wichtigsten Begriffe sind Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility, Corporate Volunteering, Personalentwicklung und Stakeholder-Kommunikation.
Es handelt sich um eine moderierte Austauschveranstaltung, auf der Unternehmen und gemeinnützige Organisationen in realer Marktumgebung (Angebot und Nachfrage) Kooperationen vereinbaren, die über rein finanzielle Spenden hinausgehen.
Während in den USA ein Verständnis von Unternehmen als aktive Bürger dominiert, müssen in Deutschland spezifische wohlfahrtsstaatliche Strukturen und gewachsene Verwaltungssysteme berücksichtigt werden, was den Transfer der Konzepte komplexer macht.
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