Diplomarbeit, 2006
74 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Bewertungsmodelle für Manageroptionen
2.1. Standardoptionspreismodelle
2.1.1. Black & Scholes-Optionspreismodell
2.1.2. Das Modell von Cox/Ross/Rubinstein
2.2. Bilanzierungsvorschriften für Manageroptionen
2.3. Bewertungsunterschiede von Manageroptionen
2.3.1. Das FASB-Modell
2.3.2. Das Modell von Huddart
2.3.3. Das Modell von Carpenter
2.3.4. Das Modell von Ammann und Seiz
2.4. Vergleich der Manageroptionspreismodelle
3. Unternehmensbewertung mit Manageroptionen
3.1. Problemstellung in der Unternehmensbewertung
3.2. Das RIV Modell
3.3. Dividendenstromanalyse im RIV-Modell
3.3.1. RIV im Bilanzierungsumfeld von APB 25
3.3.2. RIV im Bilanzierungsumfeld von SFAS 123
3.4. Das Bulow-Shoven Modell
3.4.1. Funktionsweise für ausübungsfähige Optionen
3.4.2. Formale Erläuterung der Optionskosten
3.4.3. Funktionsweise während der Haltepflichtperiode
3.5. Berücksichtigung von „Verwässerung“ bei Gewinn pro Aktie
3.5.1. „Treasury Stock“ Methode
3.5.2. Ökonomische Verwässerung nach Core, Guay und Kothari
3.6. Das RIV-Modell mit Manageroptionen
3.6.1. Steuervorteile durch Manageroptionen
3.6.2. Bewertungsbeispiel
3.6.2.1.Unternehmenswert ohne Manageroptionskosten
3.6.2.2.Kosten zukünftiger Manageroptionsprogramme
3.6.2.3.Bewertung aktueller Optionsprogramme und das Zirkulari tätsproblem
4. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Manageroptionsprogrammen auf den Unternehmenswert und analysiert Faktoren, die die Wertermittlung dieser Wertpapiere beeinflussen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie solche Entlohnungssysteme adäquat bewertet werden können und welche Implikationen sich daraus für die Unternehmensbewertung auf Bilanzierungsebene ergeben.
2.3.2 Das Modell von Huddart
Huddart geht bei der Bewertung von Manageroptionen davon aus, dass Manager sich risikoavers hinsichtlich ihrer Ausübungspolitik verhalten. In der Vergangenheit konnte beobachtet werden, dass Manageroptionen weit früher ausgeübt wurden, als es der eigentlichen Laufzeit entsprach. Dieser Zeitpunkt liegt noch vor dem eigentlichen „optimalen“ Ausübungszeitpunkt, den es im Fall angenommener Risikoneutralität geben würde.
Huddart nimmt bei seiner Modellierung an, dass der Ertrag aus der Ausübung entweder in die Aktie oder in das risikolose Instrument investiert werden kann, und weist darauf hin, dass bei Ausweitung der Möglichkeiten für Alternativanlagen eine frühzeitigere Ausübungspolitik des Managers begünstigt wird. Eine weitere Annahme besteht darin, dass Manager keinen Einfluss auf den Aktienkursprozess ausüben können. Diese Annahme erscheint wenig plausibel, da es nahe liegend ist, dass Manager auf höchster Ebene direkten Einfluss auf die Unternehmenspolitik ausüben können und somit den Aktienkurs direkt beeinflussen.
Weitere Annahmen des Modells sind, dass es keine Transaktionskosten und Dividenden gibt und ein konstanter Steuersatz vorliegt. Als Grundlage für seine Bewertungsmetho dik verwendet er das CRR-Modell. Der Manager maximiert seinen Nutzen entsprechend der formalisierten Nutzenfunktion nach Neumann-Morgenstern mit U(W) = W^γ mit γ ε (0,1). W steht für das Vermögen und γ stellt den Risikoaversion-sparameter des Managers dar. Dabei wird angenommen, dass die relative Risikoaversion über die Zeit und Zustand der Aktie konstant bleibt. Eine Reduktion von γ kommt einer höheren relativen Risikoneigung gleich. Der Manager vergleicht bei diesem Modell stets seinen Erwartungsnutzen (mit E(U[.]) bezeichnet) für den Zeitraum der Optionslaufzeit aus folgen den drei Alternativen: 1. Sofortige Ausübung der Option und Anlage der Erträge in das risikolose Instrument, 2. Sofortige Ausübung der Option und Anlage der Erträge in die Aktie und 3. der Erwartungsnutzen aus dem Weiterhalten der Option. Die Vorgehensweise ist, wie auch beim CRR-Modell, rekursiv ausgehend vom Endzeitpunkt in T bis zum aktuellen Zeitpunkt in t.
1. Einführung: Die Arbeit thematisiert die Debatte um Manageroptionen, deren Auswirkungen auf den Unternehmenswert und die Notwendigkeit einer adäquaten bilanztechnischen sowie ökonomischen Bewertung.
2. Bewertungsmodelle für Manageroptionen: In diesem Kapitel werden klassische Bewertungsansätze diskutiert und um spezifische Modelle erweitert, die die Risikoaversion und Ausübungspolitik von Managern berücksichtigen.
3. Unternehmensbewertung mit Manageroptionen: Hier wird untersucht, wie Manageroptionen in das Residual Income Valuation (RIV) Modell integriert werden können, wobei verschiedene Bilanzierungsstandards sowie Verwässerungseffekte analysiert werden.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kenntnis über die Risikoeinstellung des Managers eine Schlüsselvariable für die Bewertung ist und betont die gestiegene Transparenz durch neuere Bilanzierungsregeln.
5. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Analyse herangezogenen wissenschaftlichen Bücher und Fachzeitschriften.
Manageroptionen, Unternehmensbewertung, Optionspreismodelle, RIV-Modell, Bilanzierung, APB 25, SFAS 123, Risikoaversion, Ausübungspolitik, Verwässerungseffekt, Residualgewinn, Fair-Value-Methode, Aktienkurs, Kapitalfluss, Steuervorteile
Die Diplomarbeit befasst sich mit der komplexen Thematik der Bewertung von Manageroptionsprogrammen und deren Auswirkungen auf den Unternehmenswert, insbesondere unter Berücksichtigung verschiedener Bilanzierungsstandards.
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung von Optionspreisen unter Einbeziehung der Manager-Risikoaversion sowie die Anwendung dieser Bewertungsmodelle im Kontext der Unternehmensbewertung mittels des RIV-Modells.
Ziel ist es, Methoden zur adäquaten Bewertung von Manageroptionen zu identifizieren und zu untersuchen, wie diese Erkenntnisse in eine prospektive Unternehmensbewertung durch Analysten integriert werden können.
Die Arbeit stützt sich primär auf die formale Ableitung und kritische Diskussion bestehender Optionspreismodelle (z.B. Black & Scholes, CRR) sowie auf ökonomische Bewertungsansätze wie das Residual Income Valuation (RIV) Modell.
Der Hauptteil gliedert sich in die Modellierung der Bewertung von Manageroptionen unter verschiedenen Parametern und die anschließende Untersuchung der Implikationen dieser Optionen auf den Unternehmenswert und die Bilanzierung.
Manageroptionen, RIV-Modell, Bilanzierung, Optionspreismodelle, Risikoaversion und Unternehmenswert.
Das FASB-Modell nutzt Standardmodelle, reduziert jedoch die Laufzeit auf eine „erwartete“ Laufzeit, vernachlässigt dabei aber explizite Annahmen zur Risikoaversion des Managers.
Die Risikoaversion beeinflusst die individuelle Ausübungspolitik des Managers, was in der Regel zu einer wesentlich kürzeren „wahren“ Laufzeit der Option führt als bei risikoneutraler Bewertung.
Das Bulow-Shoven-Modell versucht, die Problematik schwer greifbarer zukünftiger Kosten zu minimieren, indem nur tatsächlich greifbare Kosten in der Bilanz angesetzt werden, was die Bewertung vereinfachen soll.
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