Diplomarbeit, 2002
76 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Beschreibung des deutschen Börsenwesens
A. Unterscheidung der Marktsysteme
1. Dealer-Markt (quote driven)
2. Auktionsmarkt (order driven)
B. Einordnung der deutschen Börsen
1. Xetra
2. Die Präsenzbörsen
3. Xetra Best
4. Marktanteile der Börsen
C. Empirische Studien
1. Kursmakler
2. Spreads
3. Konkurrenz vs. Zentralmarkt
III. Theorien
A. Börsen als Firmen
1. Grundsätzliches
2. Modell der inkompatiblen Netzwerke
3. Modell der kompatiblen Netzwerke
4. Diskussion
B. Börsen als Broker-Dealer
1. Modell
2. Diskussion:
C. Börsen als Märkte
1. Eigenhandel
2. Verarbeitung öffentlicher Information
IV. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Wettbewerbssituation zwischen verschiedenen Börsenplätzen in Deutschland und analysiert, warum trotz der Dominanz des elektronischen Handelssystems Xetra eine Vielzahl von Regionalbörsen weiterhin existiert und wirtschaftlich agiert. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der funktionalen Existenzberechtigung der Regionalbörsen sowie die Analyse der Handelsmechanismen und Marktstrukturen im Kontext von Netzwerkeffekten und Wettbewerb.
2. Auktionsmarkt (order driven)
Ein Auktionsmarkt läuft, wie der Name bereits sagt, wie eine zweiseitige Auktion ab. Alle Orders werden an einer zentralen Stelle gesammelt. Nun wird nach dem optimalen Preis gesucht, zu dem der größte Umsatz stattfinden kann. Zu diesem Preis werden dann diejenigen Orders, bei denen dies möglich ist, gegeneinander ausgeführt. Preisbestimmend sind also hier die abgegebenen Orders, daher auch die Bezeichnung „order driven market“.
Es gibt zwei Verschiedene Arten von Auktionsmärkten: Call-Auktionen (auch Batch-Auktionen genannt) und kontinuierliche Auktionen.
a) Call-Auktionen:
Zwischen den einzelnen Auktionen liegt ein bestimmter Zeitraum, in dem nicht gehandelt wird. Eingehende Orders werden gesammelt und in der nächsten Auktion ausgeführt. Zweck dieses Systems ist es, für jede Auktion eine größere Menge an Orders zu sammeln, also die Liquidität zu erhöhen. Nachteil des Verfahrens ist ein Verlust an Unmittelbarkeit: Wer sofort handeln möchte, kann dies hier nicht tun, sondern muss auf die nächste Auktion warten. Auch ist ungewiss, ob und zu welchem Kurs eine Order abgewickelt wird, da sich dies erst in der Auktion herausstellen wird. Die Dienste von Liquiditätsanbietern werden allerdings auch weniger benötigt. Die Liquiditätsnachfrager können direkt miteinander handeln. So entsteht niedrigerer Spread, der von der einen Seite bezahlt und von der anderen Seite (also auch teilweise Liquiditätsnachfragern) kassiert wird, im Erwartungswert also sehr niedrig ist.
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Vielfalt der deutschen Börsenplätze der fortschreitenden Konzentration in Europa gegenüber und wirft die Frage nach der Existenzberechtigung der Regionalbörsen bei geringer Liquidität auf.
II. Beschreibung des deutschen Börsenwesens: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Systematik der Börsenhandelsformen und ordnet die deutschen Börsen, inklusive der Handelsplattform Xetra und der Regionalbörsen, in diese Struktur ein.
III. Theorien: Der Hauptteil analysiert Börsen theoretisch aus drei Perspektiven: als gewinnmaximierende Firmen, als Broker-Dealer, die Orders abwickeln, und als reine Marktplätze für Transaktionen.
IV. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten der Regionalbörsen im Wettbewerb gegen die Dominanz von Xetra.
Börsen, Wettbewerb, Xetra, Regionalbörsen, Markt-Mikrostruktur, Liquidität, Auktionsmarkt, Dealer-Markt, Transaktionskosten, Netzwerkeffekte, Handelsplattform, Eigenhandel, Designated Sponsors, Orderbuch, Informationseffizienz
Die Arbeit analysiert den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Börsenplätzen in Deutschland, insbesondere das Spannungsfeld zwischen der elektronischen Plattform Xetra und den etablierten Regionalbörsen.
Zu den zentralen Themen gehören die Marktstrukturen, die Rolle von Liquidität, das Verhalten von Market Makern und Brokern sowie die theoretische Einordnung von Börsen als Firmen mit Netzwerkeffekten.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum Regionalbörsen trotz des Konkurrenzdrucks und der geringeren Liquidität im Vergleich zu Xetra weiterhin profitabel operieren können.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Beschreibung der Marktmechanismen mit einer theoretischen Modellierung (u.a. Netzwerktheorie) und ergänzt dies durch die Auswertung eigener empirischer Handelsdaten.
Im Hauptteil werden Börsen als Firmen, Broker-Dealer und Märkte modelliert, um ökonomische Anreize für Handel, Listing und Preissetzung im Kontext von Fragmentierung und Wettbewerb zu erklären.
Die Analyse wird maßgeblich durch Begriffe wie Markt-Mikrostruktur, Liquiditätsangebot, Netzwerkeffekte, adverse Selektion, Designated Sponsors und Eigenhandel geprägt.
Die Arbeit zeigt auf, dass Regionalbörsen primär für Kleinanleger fungieren, während institutionelle Anleger Xetra bevorzugen; sie überleben vor allem durch Nischenstrategien und den spekulativen Eigenhandel der Kursmakler.
Das Modell deutet darauf hin, dass "Xetra Best" den Banken erlaubt, als Broker-Dealer zu agieren, was den Regionalbörsen Geschäft entziehen könnte, während gleichzeitig Befürchtungen hinsichtlich einer Liquiditätsabwanderung vom Primärmarkt entstehen.
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