Magisterarbeit, 2006
175 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Soziologische Vordenker einer stärkeren Beteiligung der Bürger an den Medien
2.1. Kant und Hegel: Gegenüberstellung dieser frühen Vordenker durch Habermas
2.2. Berthold Brecht: das Radio als Kommunikationsapparat
2.3. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
2.4. Paul Felix Lazarsfeld und Robert King Merton: die Funktionsweisen der Massenmedien
2.5. Hans Magnus Enzensberger: Plädoyer für einen emanzipatorischen Mediengebrauch
2.6. Oskar Negt und Alexander Kluge: Aufforderung zur Schaffung von Gegenprodukten
2.7. Pierre Bourdieu: Über das Fernsehen
2.8. Carmen Thomas: Fernsehen sollte ein demokratisches Dienstleistungsgewerbe sein
2.9. Peter-Jürgen Schneider: Bürgerbeteiligung in der modernen Gesellschaft
3. Der Sender „oldenburg eins“
3.1. Die Gründungsgeschichte
3.2. Die Leitziele und Aufgaben von Bürgermedien wie oeins und Einordnung in die niedersächsische Medienlandschaft
4. Befragung der oeins-Aktiven
4.1. Vorstellung der Befragungsinstrumente
4.2. Ergebnisse der quantitativen Untersuchung
4.2.1. Geschlecht, Alter und Bildungsstand
4.2.1.1. Exkurs: Einordnung der oeins-Aktiven in Schulzes Milieumodell
4.2.2. Wochenstunden bei oeins
4.2.3. Hauptarbeitsbereich
4.2.4. Wie sind die Befragten auf oeins aufmerksam geworden
4.2.4.1. Rückschlüsse auf die Wirkung unterschiedlicher Rekrutierungsinstrumente
4.2.5. Motive zur Mitarbeit bei oeins
4.2.6. Vorerfahrungen im Medienbereich
4.2.7. Annahmen über die Motive der Gründer von oeins
4.3. Auswertung der einzelnen Leitfadeninterviews
4.3.1. Auswertung des Interviews mit Paul
4.3.2. Auswertung des Interviews mit Pia
4.3.3. Auswertung des Interviews mit Peter
4.3.4. Auswertung des Interviews mit Frauke
4.3.5. Auswertung des Interviews mit Fabian
4.3.6. Auswertung des Interviews mit Fritz
4.3.7. Auswertung des Interviews mit Nina
4.3.8. Auswertung des Interviews mit Nick
4.3.9. Auswertung des Interviews mit Niels
4.4. Querschnittsanalyse der Interviews und Vergleich mit den Ergebnissen der quantitativen Untersuchung
4.5. Vergleichender Rückblick auf die soziologischen Vordenker unter Einbeziehung der Clusteranalyse von Rager und Rinsdorf
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die persönlichen Beweggründe für das unentgeltliche Engagement von Aktiven beim lokalen Bürgersender „oldenburg eins“. Ziel ist es, die Motive der Nutzer zu analysieren, um Erkenntnisse für eine gezieltere Ansprache und langfristige Bindung ehrenamtlicher Mitarbeiter zu gewinnen, wobei auch das soziologische Fundament der Bürgermedien und die Gründermotive in den Blick genommen werden.
2.2. Berthold Brecht: das Radio als Kommunikationsapparat
Die Radiotheorie entwickelte Berthold Brecht (1898 – 1956) zwischen 1927 und 1932. Er problematisiert hierin die Rolle des Hörfunks. Ein Grundproblem sieht er darin, dass dieser erfunden wurde, ohne dass es ein gesellschaftliches Bedürfnis danach gegeben habe. Brechts Ziel war es, Höreraktivität zu erreichen und so den Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln: Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müßte demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.14
Brecht war demnach davon überzeugt, Medien seien in der Lage positive gesellschaftliche Veränderungen hervorzurufen. Der Hörfunk könne den Austausch ermöglichen und zu Gesprächen, Debatten und Disputen genutzt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Motivation ehrenamtlicher Akteure beim Bürgersender „oldenburg eins“ und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Soziologische Vordenker einer stärkeren Beteiligung der Bürger an den Medien: Dieses Kapitel arbeitet chronologisch die Medientheorien von Kant bis hin zu zeitgenössischen Autoren auf, um das ideengeschichtliche Fundament der Bürgermedien zu beleuchten.
3. Der Sender „oldenburg eins“: Es wird die Gründungsgeschichte sowie das Aufgabenprofil von „oeins“ im Kontext der niedersächsischen Medienlandschaft beschrieben.
4. Befragung der oeins-Aktiven: Der Hauptteil dokumentiert die Durchführung und Ergebnisse der quantitativen sowie qualitativen Befragung der Sender-Aktiven, inklusive der Einordnung in soziologische Milieumodelle.
5. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Forschungsergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen zur zukünftigen Bindung und Rekrutierung von Aktiven.
Bürgermedien, oldenburg eins, ehrenamtliches Engagement, Motivationsforschung, Bürgerbeteiligung, Medienkompetenz, Offener Kanal, Mediensoziologie, Erlebnisgesellschaft, Gerhard Schulze, Berthold Brecht, Partizipation, Lokalradio, Lokalfernsehen, Nutzerforschung.
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe von Bürgermedien und untersucht primär die persönlichen Motive ehrenamtlich tätiger Personen beim Lokalsender „oldenburg eins“.
Die Arbeit verknüpft mediensoziologische Theorien zur Bürgerbeteiligung mit einer empirischen Untersuchung der aktuellen Nutzerschaft sowie der Rekrutierungsbedingungen bei einem Bürgersender.
Das Hauptziel ist die Aufdeckung der persönlichen Beweggründe für die unentgeltliche Mitarbeit, um daraus Empfehlungen für eine effektivere Bindung der Aktiven an den Sender abzuleiten.
Es wird eine Kombination aus quantitativer Befragung per Fragebogen und einer qualitativen Untersuchung durch Leitfadeninterviews mit verschiedenen Akteuren des Senders angewendet.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt, wobei Aspekte wie Alter, Bildungsstand, Arbeitsbereiche und spezifische Motive der „oeins“-Aktiven detailliert ausgewertet werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Bürgermedien, Partizipation, Medienkompetenz, ehrenamtliches Engagement und die soziologische Milieutheorie nach Gerhard Schulze aus.
Während Praktikanten den Sender vor allem als Übungsfeld zur Berufsvorbereitung im Medienbereich nutzen, verfolgen Nutzer häufig freizeitorientierte Motive oder möchten lokal bedeutsame Themen in die Öffentlichkeit tragen.
Das Milieumodell nach Gerhard Schulze dient zur Kategorisierung der Sender-Aktiven, um zu erklären, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen (wie das „Selbstverwirklichungsmilieu“) den Sender stärker frequentieren als andere.
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