Magisterarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 2,7
I. Einleitung und Aufgabenstellung
II. Hauptteil
1. Der Begriff der Volkspartei
A. Etymologische Wurzel
B. Stadien der Parteientwicklung
C. Generierung des Begriffs der Volkspartei bei Kirchheimer
D. Weiterentwicklung des Begriffs der Volkspartei
2. Messung von Bedeutungsverlust
A. Ansätze zum Messen von Bedeutungsverlust der Volksparteien
B. Bedeutungsverlust der Volksparteien gemessen in einer Abnahme des Wahlerfolgs
a. Verringerung des Zweitstimmenergebnisses der Volksparteien
b. Niedergang des Wertes der absoluten Zustimmung
3. Erklärungsmodelle für den Bedeutungsverlust der Volksparteien bei Bundestagswahlen
A. Der sozialstrukturelle Ansatz
a. Konzeptionelle Grundlagen
i. Mikrosoziologischer Ansatz
ii. Makrosoziologischer Ansatz
b. Aussagekraft des sozialstrukturellen Ansatzes für den Bedeutungsverlust der Volksparteien bei Bundestagswahlen
i. Die Union und die Katholiken
ii. Die SPD und die Arbeiter
c. Fazit
B. Der sozialpsychologische Ansatz
a. Konzeptionelle Grundlagen
b. Aussagekraft des sozialpsychologischen Ansatzes für den Bedeutungsverlust der Volksparteien bei Bundestagswahlen
i. Parteiidentifikation in Deutschland
ii. Die kurzfristigen Variablen der Kandidaten- und Sachthemenorientierung
c. Fazit
C. Der „Rational- choice“- Ansatz
a. Konzeptionelle Grundlagen
b. Aussagekraft des „Rational- choice“- Ansatzes für den Bedeutungsverlust der Volksparteien bei Bundestagswahlen
c. Fazit
III. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit analysiert das Phänomen des Bedeutungsverlusts der Volksparteien (CDU/CSU und SPD) bei Bundestagswahlen in Deutschland. Das Ziel ist es, diesen Bedeutungsverlust quantitativ zu erfassen und die zugrunde liegenden Ursachen mithilfe verschiedener politikwissenschaftlicher Erklärungsmodelle zu identifizieren.
Der Begriff der Volkspartei
Es ist schwer, wenn nicht gar unmöglich, eine einheitliche Definition des Begriffs der Volkspartei in der Literatur zu finden. Der Terminus wird sowohl als entwicklungstypologisches Konzept in den Sozialwissenschaften, als auch von den Parteien selbst zur Selbstcharakterisierung „als politischer Kampfbegriff“ benutzt. Das macht es mitunter schwer begrifflich abzugrenzen, um was es sich bei einer Volkspartei wissenschaftlich eigentlich handelt. Ich möchte versuchen dies zu klären, indem ich zunächst untersuche, wann der Begriff Einzug in die wissenschaftliche Diskussion hatte. Der Begriff der Volkspartei in der Politikwissenschaft ist aufs engste mit dem Namen Otto Kirchheimer verbunden. In seinem im Jahre 1965 erschienenen Buch „Wandel des westeuropäischen Parteiensystems“ führte er den Terminus der Volkspartei als Parteitypus in die Wissenschaft ein. Er entwarf damit ein entwicklungstypologisches Konzept, das als „wichtigste Quelle der sozialwissenschaftlichen Volksparteiendebatte“ anzusehen ist.
Da Kirchheimer den Begriff der Volkspartei im Rahmen einer Entwicklungstypologie verwendet, erscheint es mir im Hinblick auf den Gesamtzusammenhang notwendig, einen Blick auf die Stadien der Parteienentwicklung bis zur Einführung des Begriffs in die wissenschaftliche Debatte zu werfen.
I. Einleitung und Aufgabenstellung: Einführung in die Thematik des Bedeutungsverlusts der Volksparteien und Darlegung der Zielsetzung sowie der Forschungsfrage der Arbeit.
II. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Begriffs der Volkspartei, der Messmethoden für den Bedeutungsverlust sowie der drei zentralen Erklärungsmodelle (sozialstrukturell, sozialpsychologisch, Rational-choice).
III. Zusammenfassung und Fazit: Resümee der zentralen Ergebnisse und Bestätigung der These des Bedeutungsverlusts der Volksparteien auf Basis der untersuchten Ansätze.
Volksparteien, Bundestagswahlen, Bedeutungsverlust, Parteiidentifikation, sozialstruktureller Ansatz, Rational-choice, Wahlverhalten, absolute Zustimmung, Wahlerfolg, Stimmenmaximierung, Nichtwähler, Stimmensplitting, Parteibindung, Politische Soziologie, Wahlforschung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Analyse des Bedeutungsverlusts der beiden großen Volksparteien in Deutschland, der Union (CDU/CSU) und der SPD, im Kontext der Bundestagswahlen.
Zentrale Themenfelder sind die historische Entwicklung des Volksparteienbegriffs, die empirische Messung von Wahlerfolgen sowie die Erklärungsmodelle zur Wählerentscheidung.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie der Bedeutungsverlust der Volksparteien bei Bundestagswahlen gemessen werden kann und welche Faktoren für das sinkende Wahlniveau verantwortlich sind.
Es werden quantitativ-empirische Daten ausgewertet, um Trends zu belegen, und diese mit den theoretischen Ansätzen der Wahlforschung (sozialstrukturell, sozialpsychologisch, Rational-choice) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die methodische Erfassung von Bedeutungsverlust (unter Berücksichtigung von Nichtwählern) sowie die systematische Diskussion der drei großen Erklärungsmodelle für das Wahlverhalten.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Parteiidentifikation, absolute Zustimmung, Dealignment, Cleavage-Theorie und Stimmenmaximierung geprägt.
Die Wahlbeteiligung ist entscheidend, um den Wert der absoluten Zustimmung zu berechnen. Da der reine Zweitstimmenanteil den Einfluss von Nichtwählern ausblendet, bietet erst die Einbeziehung der Wahlbeteiligung ein präzises Bild des tatsächlichen Bedeutungsverlusts.
Aufgrund der unterschiedlichen politischen Sozialisation und der fehlenden demokratischen Traditionen in den neuen Bundesländern zeigen sich signifikante Unterschiede im Wahlverhalten, weshalb eine getrennte Betrachtung für die Analyse notwendig ist.
Dieser Ansatz erklärt den Bedeutungsverlust vor allem über das Verhalten rationaler Wähler, die bei Performanzdefiziten der Regierungsparteien durch Nichtwahl oder Protestwahl ein Umdenken bei den Volksparteien erzwingen wollen.
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