Diplomarbeit, 2006
97 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Forschungsgegenstand
3 Stand der Forschung
4 Definition des Untersuchungsraumes und der Begrifflichkeiten
5 Geschichte als Event
5.1 Märkte
5.2 Living-History
5.2.1 Reenactment
5.2.2 Museumsveranstaltungen
5.3 Liverollenspiel
5.4 Veranstaltungen für Firmen und Privatleute
6 Sinn historisch orientierter Veranstaltungen
7 Rahmenbedingungen der Umfrage
7.1 Problem der Repräsentativität
8 Aufbau und Fragestellung
8.1 Konstruktion des Fragebogens
9 Auswertung
9.1 Demographie und Gruppierung
9.1.1 Alter und Geschlecht
9.1.2 Bildung und momentane Tätigkeit
10 Beschreibung der Szene
10.1 Einteilung der Szene
10.1.1 Profis
10.1.2 Semiprofis
10.1.3 Szene-Laien
10.1.4 Hobbyisten/Freizeitnutzer
10.2 Verteilung der Gruppen
10.3 Gruppenvergleich Studium und Studienfächer
11 Bildung von Nutzertypen
11.1 Identifizierte Nutzertypen
11.1.1 Nutzertyp 1: Die „Anspruchsvollen-Nutzer“
11.1.2 Nutzertyp 2: Die „Spaß-Nutzer“
11.1.3 Nutzertyp 3: Die „Nicht-Nutzer“
11.2 Analyse der identifizierten Nutzertypen
11.2.1 Verteilung der Nutzertypen
11.2.2 Die Altersverteilung
11.2.3 Vergleich der Schulbildung und Studienfächer
11.2.4 Subszenen-Partizipation
12 Erwartungen an eine Veranstaltung
13 Eventkultur als Arbeitsfeld
13.1 Engagement als Unterscheidungsmerkmal
13.1.1 Beweggründe des Engagements
13.2 Gruppe der Aktiven
13.3 Tätigkeitsbereiche der Aktiven
13.3.1 Tätigkeitsbereiche der Nutzertypen
13.4 Eigener Anspruch
14 Zwischen-Fazit
15 Historische Qualität
15.1 Definition der historischen Qualität
15.2 Bedeutung historischer Qualität
15.3 Qualitätsminderungen
15.3.1 Beurteilung der Qualität und des Ist-Zustandes
15.3.2 Bildungsstand der Aktiven
16 Das Qualitätsproblem
16.1 Ansprüche von Veranstaltern
16.2 Historisch orientierte Veranstaltungen als Lernort
16.3 Gefahr der Übernahme falscher Geschichtsbilder
17 Exkurs: „Gute Living-History“
18 Verantwortungsvoller Umgang mit der Geschichte
18.1 Kriterien einer guten Veranstaltung
18.1.1 Transparenz und klare Label
18.1.2 Vorlagentreue
18.1.3 Deutliche Grenzen
18.2 Spaß vs. Qualität
19 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vermarktung von Geschichte im Bereich der historischen Eventkultur in Deutschland. Das Hauptziel besteht darin, die Szene der historisch orientierten Veranstaltungen empirisch zu erfassen, Nutzertypen zu identifizieren und den Zusammenhang zwischen historischer Qualität, ökonomischen Interessen und Bildungsanspruch zu beleuchten.
5.1 Märkte
Unter mittelalterlichen Märkten versteht man im Allgemeinen volksfestartige Festveranstaltungen in historisierendem Gewand. Das Wort „Mittelalter“ steht in diesem Zusammenhang nicht wirklich für die historische Epoche des Mittelalters, mit der man je nach Definition die rund 1000 Jahre vom 5. Jahrhundert bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bezeichnet. Selbst wenn es sich um „mittelalterliche“ Veranstaltungen im Wortsinn handeln würde, stellt sich trotzdem die Frage, wie knapp 1000 Jahre Geschichte unter einen Hut zu bringen wären.
Wie eben dargestellt, sorgt der Begriff Mittelaltermarkt leicht für Verwirrung, weitere, nicht unbedingt viel genauere Bezeichnungen sind „Mittelalterlich-Spektakulum“, „Spectaculi“ oder „Mittelalter-Fest“ Bei allen eben genannten Namen für das Phänomen handelt es sich in erster Linie um Selbstbezeichnungen der Veranstalter und Besucher solcher Veranstaltungen. Als sehr viel treffender scheint die etwas nüchterne Fremdbezeichnung „Romantischer Handwerkermarkt“. Nichts desto trotz beschreibt das Wort „Spectaculum“ auch recht anschaulich, worum es sich bei solchen Veranstaltungen handelt. Nämlich in erster Linie um Spektakel, die von der Dekoration der Stände, der Kleidung der meisten Akteure sowie den angebotenen Attraktionen her den Flair einer romantischen, aber niemals existenten Epoche zum Leben zu erwecken versuchen.
Sinn und Zweck dieser Veranstaltungen ist es in erster Linie zu unterhalten. Es handelt sich in aller Regel mehr um einen mobilen historisierten Vergnügungspark mit einer großen Auswahl an entsprechenden Waren, Lebensmitteln und Dienstleistungen, als um eine, wie auch immer geartete historische Veranstaltung. Die Tatsache, dass viele „Spectaculi“ von kommerziellen Veranstaltern durchgeführt werden, unterstreicht diese Sichtweise.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das wachsende Interesse an historisch orientierten Angeboten ein und grenzt das Feld der „Eventkultur“ als zu erforschendes Arbeitsfeld ab.
2 Forschungsgegenstand: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Vermarktung“ und „Eventkultur“ definiert und das Phänomen der historischen Eventkultur eingegrenzt.
3 Stand der Forschung: Dieser Abschnitt zeigt auf, dass es zu historisch orientierten Veranstaltungen bisher kaum wissenschaftliche Literatur gibt und positioniert die vorliegende Arbeit als Pionierarbeit.
4 Definition des Untersuchungsraumes und der Begrifflichkeiten: Hier werden die Kriterien für den Untersuchungsraum festgelegt, wobei insbesondere die kommerzielle Ausrichtung und der historische Bezug als zentrale Unterscheidungsmerkmale dienen.
5 Geschichte als Event: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Formen historischer Events, von Märkten über Living-History bis hin zu Liverollenspielen.
6 Sinn historisch orientierter Veranstaltungen: Hier wird der kritische Diskurs um „kommerzialisierte Geschichtsausbeutung“ versus „Erlebnisgeschichte“ diskutiert.
7 Rahmenbedingungen der Umfrage: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen bei der Online-Umfrage zur Datenerhebung innerhalb der Szene.
8 Aufbau und Fragestellung: Hier wird die Struktur des Fragebogens und die inhaltliche Gliederung der fünf Fragenblöcke detailliert vorgestellt.
9 Auswertung: Dieses Kapitel widmet sich der deskriptiven Darstellung der demographischen Daten der befragten Teilnehmer.
10 Beschreibung der Szene: Hier wird die Stichprobe in verschiedene Gruppen wie Profis, Semiprofis und Laien unterteilt, um die Szene besser zu strukturieren.
11 Bildung von Nutzertypen: In diesem Kapitel werden mittels Faktorenanalyse drei unterschiedliche Nutzertypen extrahiert, die ihr Nutzungsverhalten und ihre Ansprüche definieren.
12 Erwartungen an eine Veranstaltung: Dieses Kapitel analysiert, welche Merkmale eine Veranstaltung für die verschiedenen Akteure zu einer „gelungenen“ machen.
13 Eventkultur als Arbeitsfeld: Hier werden die Beweggründe des Engagements der Akteure untersucht und in den Kontext ihrer beruflichen oder freizeitlichen Tätigkeit gesetzt.
14 Zwischen-Fazit: Dieses Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse über das Engagement und die Motivation der Szene zusammen.
15 Historische Qualität: Hier wird der Begriff der historischen Qualität bzw. Authentizität im Kontext der Szene diskutiert.
16 Das Qualitätsproblem: Dieses Kapitel beleuchtet die Diskrepanz zwischen dem Anspruch der Aktiven und der tatsächlichen Umsetzung sowie die Gefahr falscher Geschichtsbilder.
17 Exkurs: „Gute Living-History“: Dieser Abschnitt bietet eine theoretische Orientierungshilfe, was gute von schlechter Living-History unterscheidet.
18 Verantwortungsvoller Umgang mit der Geschichte: Hier werden konkrete Grundsätze für eine ethisch und historisch fundierte Vermarktung von Geschichte formuliert.
19 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren wissenschaftlichen Begleitung und Qualifizierung in diesem Bereich.
Eventkultur, historische Veranstaltungen, Living-History, Reenactment, Liverollenspiel, Vermarktung von Geschichte, historische Qualität, Authentizität, Bildungsanspruch, Geschichtsdidaktik, Mittelaltermarkt, Nutzertypen, Kulturmanagement, empirische Sozialforschung, Edutainment.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „historischen Eventkultur“ in Deutschland, also Veranstaltungen, die Geschichte als erlebnisorientierte Ware vermarkten.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung der verschiedenen Veranstaltungsformen, die Analyse der Akteure (Anbieter und Konsumenten) sowie das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsanspruch und historischer Authentizität.
Das Ziel ist eine empirische Bestandsaufnahme der Szene, um Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Vermarktung von Geschichte zu erarbeiten, die sowohl Qualität als auch Bildungschancen berücksichtigt.
Der Autor führt eine umfassende quantitative Online-Umfrage unter über 1.500 Teilnehmern aus der Szene durch und wertet diese mit statistischen Methoden wie der Faktorenanalyse aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Demographie der Szene, die Identifikation spezifischer Nutzertypen, die Analyse von Erwartungshaltungen an Veranstaltungen sowie eine tiefgreifende Diskussion zum Thema „historische Qualität“.
Eventkultur, historische Veranstaltungen, Living-History, historische Qualität, Authentizität und Geschichtsdidaktik sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Die Akteure werden nach ökonomischen Kriterien (Profis, Semiprofis, Hobbyisten) sowie mittels einer Faktorenanalyse in Nutzertypen (Anspruchsvolle-, Spaß- und Nicht-Nutzer) kategorisiert.
Der Autor weist nach, dass eine fundierte historische Bildung der Akteure einen positiven Einfluss auf den Anspruch an historische Qualität hat und somit entscheidend für die Vermeidung falscher Geschichtsbilder ist.
Der Autor plädiert dafür, dass wirtschaftliche Orientierung nicht per se schlecht ist, sofern sie Mittel zum Zweck ist, um eine hohe historische Qualität zu finanzieren, statt Qualität ökonomischen Zwängen unterzuordnen.
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