Essay, 2005
6 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Brehna und dem westlichen Kreis Bitterfeld
Die vorliegende Arbeit dokumentiert detailliert die Geschehnisse in der Stadt Brehna und dem westlichen Kreis Bitterfeld während der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es, die historischen Abläufe – vom zunehmenden Druck des Krieges auf die Zivilbevölkerung und den Volkssturm bis hin zur kampflosen Besetzung durch die 104. US-Infanteriedivision „Timberwolves“ – anhand von Zeitzeugnissen, offiziellen Wehrmachtberichten und amerikanischen Divisionsberichten präzise nachzuzeichnen.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Brehna und dem westlichen Kreis Bitterfeld
Am Dienstag, dem 17. April, setzte sich das 1. Bataillon der 104. US-Infanteriedivision „Timberwolves“ morgens um 6.00 Uhr von Dammendorf-Schwerz aus in Richtung Roitzsch in Bewegung, seine Kompanien A und C erreichten diesen Ort nach anderthalb Stunden. Auf dem Marsch hatten sie Beyersdorf und Glebitzsch passiert. Das 3. Bataillon rückte gleichzeitig von Hohenthurm aus auf der Straße Halle-Bitterfeld (heute B 100) bis nach Brehna vor und besetzte es mit seinen Ortsteilen Thiemendorf, Wiesewitz und Kitzendorf, wie das der Regimentsbericht ausdrücklich vermerkt. Dabei stießen die Amerikaner nicht auf Widerstand, sie legten diesen Marsch in einer Stunde zurück. In der Schulchronik steht: „Am 17. April (1945, es war ein Dienstag – A.F.) morgens rücken amerikanische Truppen in der Stadt ein. Kampfhandlungen gab es nicht.“
Am Ortseingang von Brehna, wo die heutige Goethestraße auf die B 100 mündet, und in der Halleschen Straße waren am Wochenende durch den Volkssturm Panzergräben vorbereitet worden, was unter Aufsicht einer SS-Fahnenjunkereinheit (Offiziersbewerber) geschehen war. Ein beteiligter Handwerksmeister hatte den Volkssturmkommandeur gefragt, ob er denn wolle, dass Brehna unmittelbar vor Kriegsende noch zerstört werden solle. „Das ist Wehrkraftzersetzung“, hatte der kommandierende SS-Offizier geschimpft, den „Zersetzer“ aber nicht weiter belangt. Nachdem die SS Truppe Richtung Delitzsch abgezogen war, wurden die Panzergräben dann wieder zugeschippt. Die Schulchronik berichtet weiter: „In den folgenden Tagen ziehen amerikanische Truppen in Richtung Delitzsch durch Brehna. Am 8. Mai 1945 ist der Krieg zu Ende.“ Einwohner, die dort am Ortseingang wohnten, berichteten später, dass die Amerikaner die quer über die Straße verlaufenden Sandstreifen – sie hatten nicht wieder gepflastert werden können – sehr sorgfältig untersuchten, ehe ihre Panzer darüber hinweg fuhren. Im Lazarett Carlsfeld fanden sie 600 deutsche Verwundete.
1. Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Brehna und dem westlichen Kreis Bitterfeld: Diese Darstellung beleuchtet die Ereignisse der letzten Kriegsmonate in der Region Brehna, wobei der Fokus auf dem Alltag der Bevölkerung, dem Volkssturm und dem reibungslosen Übergang zur amerikanischen Besatzung im April 1945 liegt.
Zweiter Weltkrieg, Brehna, Kreis Bitterfeld, Volkssturm, 104. US-Infanteriedivision, Timberwolves, Besatzungszeit, Kriegsende, Wehrmachtberichte, Schulchronik, Entnazifizierung, Amerikanische Besatzungszone, Sowjetische Besatzungszone, Lazarett, Mulde.
Die Arbeit behandelt die lokalen Auswirkungen der Endphase des Zweiten Weltkriegs in der Stadt Brehna und der Umgebung des Kreises Bitterfeld.
Die Schwerpunkte liegen auf der Belastung der Zivilbevölkerung, den militärischen Bewegungen der US-Armee, der Rolle des Volkssturms und den administrativen sowie gesellschaftlichen Veränderungen unmittelbar nach Kriegsende.
Das Ziel ist eine historisch fundierte Rekonstruktion der Ereignisse vom Frühjahr 1945, wobei lokale Chroniken mit militärischen Regimentsberichten abgeglichen werden.
Der Autor stützt sich auf eine quellenkritische Analyse, die private Erinnerungen und lokale Schulchroniken mit den offiziellen US-Divisionsberichten und zeitgenössischen Wehrmachtberichten kontrastiert.
Der Hauptteil dokumentiert chronologisch den Vormarsch der 104. US-Infanteriedivision und die Kampfhandlungen im Raum Bitterfeld sowie die Situation der Bevölkerung in Brehna.
Wichtige Begriffe sind Kriegsende, US-Besatzung, Timberwolves, Zivilbevölkerung, Volkssturm und die politische Neuordnung durch die Zonenaufteilung.
Die Besetzung verlief nach den vorliegenden Berichten kampflos, nachdem der Volkssturm zuvor aufgegeben hatte und die errichteten Verteidigungsanlagen (Panzergräben) wieder beseitigt worden waren.
Mit dem Wechsel in die sowjetische Besatzungszone begann eine Phase der Entnazifizierung, die insbesondere die Entlassung von Lehrkräften aus dem Schuldienst aufgrund ihrer NSDAP-Mitgliedschaft und teilweise Internierungen nach sich zog.
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