Bachelorarbeit, 2005
84 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definitorische Grundlagen
2.1 Psychomotorik
2.2 Motologie
2.3 Verhaltensauffälligkeit
2.4 Verhaltensstörung
2.5 Verhaltensoriginalität
2.6 ADS / ADHS
3 Psychomotorik
3.1 Entwicklung der Psychomotorik
3.2 Ziele und Inhalte der Psychomotorik
3.3 Institutionalisierung der Psychomotorik
3.4 Abgrenzung der Psychomotorik von Motopädagogik und Mototherapie
3.5 Ansätze in der Psychomotorik
3.5.1 Die Psychomotorische Übungsbehandlung
3.5.2 Der lern- und kompetenztheoretische Ansatz
3.5.3 Der Ansatz der Sensorischen Integrationsbehandlung
3.5.4 Der systemisch–konstruktivistische Ansatz
3.5.5 Der kindzentrierte Ansatz
3.5.6 Der verstehende Ansatz
4 Bedeutung des Spiels in der Psychomotorik
4.1 Bedeutung des Spiels für Entwicklung des Kindes
4.2 Merkmale des Spiels
4.2.1 Individuelle Sinngebung und Bedeutungsoffenheit
4.2.2 Umkehrung üblicher Einfluss- und Machtbeziehungen
4.2.3 Entscheidungsfreiheit und Freiwilligkeit
4.2.4 Ambivalenz
4.3 Funktionen des Spiels
4.4 Formen des Spiels
4.4.1 Funktionsspiele
4.4.2 Konstruktionsspiele
4.4.3 Fiktions- und Illusionsspiele (Symbolspiele)
4.4.4 Rollenspiele
4.4.5 Regel- /Wettspiele
4.5 Regeln und Prinzipien
5 Selbstkonzept und Identität
5.1 Entwicklung des Selbstkonzeptes
5.2 Bedeutung des Selbstkonzeptes für die Entwicklung
5.3 Möglichkeiten zur Veränderung des Selbstkonzeptes
6 ADS / ADHS
6.1 Ätiologische Erklärungsmöglichkeiten
6.1.1 (Psycho-) soziale Einflüsse
6.1.2 Organische Einflüsse
6.1.3 Genetische Einflüsse
6.2 Symptome
6.3 Diagnostik
6.4 Multimodale Therapie
7 Möglichkeiten der Psychomotorik bei ADS/ADHS
7.1 Dialogische Abklärung
7.2 Rahmenbedingungen und Organisation
7.3 Ziele der Förderung
7.4 Bedeutung der Persönlichkeit des Therapeuten
7.5 Maßnahmen in der Psychomotorik
7.6 Didaktik und Methodik
7.7 Möglichkeiten der praktischen Umsetzung
7.8 Grenzen der Psychomotorik
8 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Problematik von ADS und ADHS bei Kindern und analysiert, inwiefern die Psychomotorik als ganzheitlicher Förderansatz unterstützend wirken kann, um die Persönlichkeitsentwicklung dieser Kinder zu stärken und ihr Selbstkonzept positiv zu beeinflussen.
4.2 Merkmale des Spiels
Es gibt keine eindeutige Definition für „das Spiel“, da es schwer zu fassen ist, was das Spiel eigentlich ist. Hildegard Hetzer und Charlotte Bühler, beide spielpsychologische Forscherinnen, beschrieben als eine der ersten, charakteristische Merkmale für das Spiel wie folgt:
„Das Spiel ist eine Grundform der spontanen Aktivität des Lebendigen bei der Auseinandersetzung mit der Welt. Es entspringt ausschließlich dem aktuellen Bedürfnis, tätig zu sein, ist frei von jeder außerhalb dieser Tätigkeit liegenden Zwecksetzung, wird daher um seiner selbst willen im Bewusstsein der Spielfreiheit betrieben. Fehlen jeglichen spielfremden Zweckes und freie Wahl des Betätigungsfeldes sind ebenso Voraussetzung der Spielfreiheit wie die in keiner Weise durch Berechnung des Verhältnisses von Aufwand und Effekt eingeschränkte Verfügung über den Einsatz der eigenen physischen und psychischen Kräfte, die aufzuwendende Zeit und des in das Spiel einbezogenen Stückes Welt“ (Hetzer 1969 zit. In Myschker 2002, 229).
Es besteht eine Reihe von Merkmalszuschreibungen, die das Spiel impliziert, mit denen sich bereits mehrere Autoren auseinandergesetzt haben. ZIMMER (1999) beschreibt zum Beispiel Merkmale wie das der individuellen Sinngebung und Bedeutungsoffenheit, der Umkehrung üblicher Einfluss- und Machtbeziehungen, der Entscheidungsfreiheit und Freiwilligkeit und schließlich das der Ambivalenz. Diese sollen im folgenden kurz erläutert werden.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung ein und stellt die Fragestellung zur Rolle der Psychomotorik bei der Arbeit mit Kindern mit ADS/ADHS dar.
2 Definitorische Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe Psychomotorik, Motologie, Verhaltensauffälligkeit, Verhaltensstörung und ADHS/ADS, um eine wissenschaftliche Basis zu schaffen.
3 Psychomotorik: Es werden die historische Entwicklung, die Ziele, Inhalte und verschiedene wissenschaftliche Ansätze der Psychomotorik sowie deren Abgrenzung zur Motopädagogik und Mototherapie erläutert.
4 Bedeutung des Spiels in der Psychomotorik: Das Kapitel analysiert die Funktion und Merkmale des Spiels als essenzielles Medium der Psychomotorik und stellt verschiedene Spielformen dar.
5 Selbstkonzept und Identität: Hier wird die Bedeutung der Körper- und Bewegungserfahrung für den Aufbau eines positiven Selbstkonzepts und Identität bei Kindern thematisiert.
6 ADS / ADHS: Eine tiefgehende Analyse der Ursachen (Ätiologie), der Symptomatik, der diagnostischen Verfahren und der multimodalen Therapiemöglichkeiten bei ADS und ADHS.
7 Möglichkeiten der Psychomotorik bei ADS/ADHS: Das Hauptkapitel beschreibt konkrete psychomotorische Fördermaßnahmen, den methodischen Aufbau, die Rahmenbedingungen und die Grenzen der Psychomotorik in der Behandlung.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Betonung der Notwendigkeit eines ganzheitlichen, respektvollen Umgangs mit betroffenen Kindern.
Psychomotorik, Motologie, ADS, ADHS, Spielpädagogik, Verhaltensoriginalität, Bewegungsförderung, Selbstkonzept, Identitätsentwicklung, Mototherapie, Diagnostik, Multimodale Therapie, Kindzentrierter Ansatz, Bewegungserziehung, Sensorische Integration
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten der Psychomotorik als pädagogisch-therapeutischer Ansatz zur Unterstützung von Kindern mit ADS und ADHS.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung der Begriffe ADS/ADHS, der psychomotorischen Theorie, der Bedeutung des Spiels und konkreten Interventionsmöglichkeiten in der Bewegungstherapie.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch psychomotorische Förderung die Persönlichkeit hyperaktiver Kinder gestärkt, ihr Selbstkonzept stabilisiert und ihr Umgang mit Alltagsschwierigkeiten verbessert werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Diskurse aus Psychologie, Sportwissenschaft und Heilpädagogik basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Psychomotorik, die Analyse des kindlichen Spiels, eine detaillierte medizinische und psychologische Einordnung von ADHS sowie die praktische psychomotorische Förderung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Psychomotorik, ADS/ADHS, Bewegungsförderung, Selbstkonzept, Spieltherapie und ganzheitliche Entwicklung.
Die Autorin betont, dass der Erfolg psychomotorischer Arbeit maßgeblich von der Beziehungsqualität abhängt, die durch Echtheit, Wärme, Humor und Akzeptanz des Kindes in seiner individuellen Andersartigkeit geprägt sein muss.
Die Autorin wählt diesen Begriff als positive Alternative zu negativ konnotierten Bezeichnungen wie "Verhaltensstörung", um die individuellen Stärken und Talente der Kinder stärker in den Fokus zu rücken.
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