Diplomarbeit, 2006
156 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Qualifikation und Kompetenz – Eine Spurensuche begrifflicher Grundlagen
2.1 Was ist eine Qualifikation?
2.2 Was sind Kompetenzen?
2.3 Definition der Schlüsselkompetenzen
2.4 Kompetenzentwicklung
3 Das Verhältnis von formalen, nicht-formalen und informellem Lernen
3.1 Lebenslanges Lernen
3.2 Formales Lernen als standardisierter Kompetenzerwerb
3.3 Nicht-formales Lernen
3.4 Informelles Lernen
3.5 Formales, nicht-formales und informelles Lernen
4 Dokumentation nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen
4.1 Deutschland
4.1.1 Weiterbildungspässe
4.1.2 Externenprüfung
4.2 Europäischer Vergleich am Beispiel Großbritannien und Frankreich
4.2.1 Großbritannien
4.2.2 Frankreich
5 Kriterien der Evaluation und methodische Ansätze der Kompetenzermittlung
5.1 Employability vs. Kompetenzevaluation
5.2 Selbstevaluation vs. Fremdevaluation
5.3 Ansätze zur Evaluation nicht-formal erworbener Kompetenzen
5.3.1 Kompetenzbilanz
5.3.2 Kompetenzhandbuch im Jobnavigator
5.3.3 Qualipass
5.3.4 Europass
5.3.5 Landesnachweis NRW
5.3.6 Hamburger Nachweis über bürgerschaftliches Engagement
5.3.7 ProfilPASS
6 Profilanalyse und Kompetenzevaluation durch „Profiling“
6.1 Was ist Profiling?
6.2 Kompetenzevaluation mit Profiling
6.3 Anforderungen an „Profiler“
6.4 Profiling als Methode der BA zur Vermittlung Arbeitssuchender
7 Dokumentenanalyse ausgewählter Kompetenzevaluationen
7.1 Profiling der Bundesagentur für Arbeit
7.2 Kompetenzevaluation bei Trägern der BA am Beispiel der „bequa“
7.3 Profiling und Kompetenzevaluation bei der DAA
7.4 Die Kompetenzbilanz des DJI
7.5 Untersuchung der Employability mit dem Jobnavigator (IG-Metall)
7.6 Überblick der Dokumentenanalyse
8 Qualitative Untersuchung zum Profiling
8.1 Expertenebene
8.1.1 Helmut Rudolph IAB
8.1.2 Thekla Schlör BA Nürnberg (PP14)
8.1.3 Frau von der Heide und Frau Hornberger DAA Kiel
8.1.4 Frau Gerzer-Sass DJI
8.2 Praktikerebene
8.2.1 Selbsterfahrung des Autors bei einem Träger
8.2.2 Herr Affeldt „bequa“ Flensburg
8.2.3 Herr Gebhardt Arbeitsagentur Flensburg
8.2.4 Herr Thomsen Arbeitsgemeinschaft Flensburg
8.3 Teilnehmerebene
8.3.1 Teilnehmer/in A (Klient der „bequa“)
8.3.2 Teilnehmer/in B (Arge Flensburg)
8.3.3 Teilnehmer/in C (Arge Flensburg)
8.3.4 Teilnehmer/in D (DAA Kiel – Ü25)
8.3.5 Teilnehmer/in E (DAA Kiel – U25)
8.3.6 Teilnehmer/in F (DAA Kiel – Ü25)
8.3.7 Teilnehmer/in G (DAA Kiel – Ü25)
9 Auswertung der Dokumentenanalyse und qualitativen Untersuchung
9.1 Profiling bei den Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften
9.2 Profiling und Kompetenzevaluation bei Trägern
9.3 Weitere Ansätze zur Evaluation von Kompetenzen
10 Zusammenfassung
10.1 Lernprozesse unter dem Blickwinkel des Qualifikations- und Kompetenzerwerbs
10.2 Nicht-formales und informelles Lernen als Alternative zum formalen Lernen
10.3 Evaluationsansätze nicht-formaler und informell erworbener Kompetenzen
10.4 Profiling - Ergebnisse der qualitativen Untersuchung und Reflektion
10.5 Anerkennung nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen
11 Ausblick
11.1 Der Blick über den Tellerrand – ein europäischer Vergleich
11.2 Weitergehende Untersuchungen
11.2.1 Kompetenzevaluierung
11.2.2 Profiling
11.2.3 Formale Anerkennung nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen
11.3 Kritische Betrachtung der Ausarbeitung
Die vorliegende Arbeit untersucht Ansätze zur Anerkennung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen in Deutschland. Ziel ist es, die Evaluationsmethodik der Bundesagentur für Arbeit sowie ihrer Träger kritisch zu hinterfragen, aktuelle Profilingmethoden zu analysieren und diese im Rahmen einer qualitativen Untersuchung auf ihre Wirksamkeit und Praxisrelevanz hin zu bewerten.
3.4 Informelles Lernen
Die Stärkung zur Fähigkeit zum eigenverantwortlichem und selbstgesteuertem Lernen wurde im April 2000 als eine der wesentlichen Aufgaben zukünftiger Bildungspolitik und Bildungspraxis von der Kultusministerkonferenz (KMK) tituliert. Die von Drees pointiert formulierte Aussage, dass man nicht nicht selbst lernen könne und deshalb selbst- bzw. selbstgesteuertes und informelles Lernen eine reductio ad absurdum sei, ist berechtigt. Vielmehr ist der Lernprozess gemeint, bei dem Lernende selbstmotiviert und eigenverantwortlich die Form des Lernens, dementsprechend die Aneignung von Fähigkeiten, bestimmen.
Informelles Lernen in der Familie und Freizeit führt zu persönlich und gesellschaftlichen nützlichen und anwendbaren Qualifikationen. An diesem Punkt nähert man sich dem Begriff des informellen Lernens unter dem der Lernprozess losgelöst von allen gelenkten institutionellen Lernprozessen vollzogen wird. Informelles Lernen ist also als Begriff weiter gefasst und wird z.B. von Dohmen geschildert als: „Der Begriff des informellen Lernens wird auf Lernen bezogen, das sich in unmittelbaren Lebens- und Erfahrungszusammenhängen außerhalb des formalen Bildungswesens entwickelt“.
Bei weiterer Untersuchung der Begrifflichkeit des informellen Lernens lassen sich folgende Charakteristika feststellen: Informelles Lernen ist ein Sammelbegriff für das Lernen außerhalb des organisierten Lehrens und Lernens in Bildungsinstitutionen, ist offen für das problemlösende, pragmatische Lernen in konkreten Alltagssituationen, bedeutet die ganzheitliche Integration, nicht nur kognitiver, sondern auch nicht intendierter Prozesse der Verarbeitung von Eindrücken, Erfahrungen und Informationen, ist im Kern selbst gesteuert, aber angewiesen auf lernförderliche Strukturen und anregbar durch eine Umwelt mit Lernanlässen und Lernhilfen, sowie noch unzureichend anerkannt, bezogen auf den damit verbundenen individuellen Kompetenzgewinn.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Relevanz der Anerkennung nicht-formaler Kompetenzen vor dem Hintergrund sich wandelnder Arbeitsmarktstrukturen und führt in die Problemstellung ein.
2 Qualifikation und Kompetenz – Eine Spurensuche begrifflicher Grundlagen: Dieses Kapitel definiert und differenziert die zentralen Begriffe Qualifikation, Kompetenz und Schlüsselkompetenz im pädagogischen und bildungspolitischen Kontext.
3 Das Verhältnis von formalen, nicht-formalen und informellem Lernen: Hier wird der theoretische Rahmen für lebenslanges Lernen und die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Lernformen (formal, nicht-formal, informell) erörtert.
4 Dokumentation nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen: Dieses Kapitel analysiert aktuelle Instrumente zur Kompetenzdokumentation in Deutschland und stellt diese einem europäischen Vergleich gegenüber.
5 Kriterien der Evaluation und methodische Ansätze der Kompetenzermittlung: Es werden methodische Ansätze zur Evaluation verglichen, wobei insbesondere der Konflikt zwischen Employability-Orientierung und individueller Kompetenzbetrachtung im Fokus steht.
6 Profilanalyse und Kompetenzevaluation durch „Profiling“: Dieses Kapitel führt in den Begriff des Profiling in der Arbeitsvermittlung ein, definiert dessen Ziele und skizziert die Anforderungen an die beratenden Fachkräfte.
7 Dokumentenanalyse ausgewählter Kompetenzevaluationen: Eine detaillierte Betrachtung spezifischer Evaluationsinstrumente wie die Kompetenzbilanz oder das Kompetenzhandbuch im Jobnavigator wird vorgenommen.
8 Qualitative Untersuchung zum Profiling: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung (Interviews mit Experten, Praktikern und Teilnehmern) werden strukturiert dargestellt und erläutert.
9 Auswertung der Dokumentenanalyse und qualitativen Untersuchung: Zusammenführung der theoretischen Analyse und der praktischen Interviewergebnisse zur Beurteilung der aktuellen Profilingpraxis.
10 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden pointiert zusammengefasst und kritisch reflektiert.
11 Ausblick: Der abschließende Teil skizziert zukünftige Forschungsnotwendigkeiten und formuliert eine kritische Betrachtung des aktuellen Handlungsbedarfs.
Profiling, Kompetenzentwicklung, Lebenslanges Lernen, Nicht-formales Lernen, Informelles Lernen, Qualifikation, Employability, Kompetenzbilanz, Arbeitsvermittlung, Bildungsberatung, Kompetenzfeststellung, Arbeitsmarktpolitik, Hartz IV, Selbstevaluation, Sozialkompetenz.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Evaluation und Anerkennung von Kompetenzen, die Menschen außerhalb des formalen Bildungssystems erworben haben, und wie diese im Kontext der deutschen Arbeitsmarktpolitik durch Profiling sichtbar gemacht werden.
Die zentralen Felder sind das lebenslange Lernen, die Differenzierung zwischen formalen und informellen Lernprozessen sowie die methodische Gestaltung von Kompetenzfeststellungsverfahren (Profiling) durch Arbeitsagenturen und deren Träger.
Das Ziel besteht darin, bestehende Ansätze zur Kompetenzanerkennung in Deutschland aufzuzeigen, die Evaluationsmethodik der Bundesagentur für Arbeit kritisch zu hinterfragen und mittels einer qualitativen Untersuchung die praktische Anwendung zu bewerten.
Der Autor führt eine Kombination aus einer fundierten Dokumentenanalyse (theoretische Aufarbeitung) und einer qualitativen Untersuchung durch, wobei Interviews mit Experten, Praktikern (Beratern) und Teilnehmern die Grundlage der empirischen Analyse bilden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen von Qualifikation und Kompetenz geklärt, gefolgt von einer Analyse verschiedener Dokumentationsinstrumente. Zudem wird das "Profiling" als diagnostisches Instrument der Arbeitsagenturen detailliert analysiert und in Interviews mit verschiedenen Akteuren auf seine Qualität und Akzeptanz geprüft.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Profiling", "Kompetenzbilanz", "Employability", "lebenslanges Lernen" sowie die Abgrenzung von "formalem und informellem Lernen" maßgeblich geprägt.
Während bei der BA durch standardisierte, EDV-gestützte Fragebögen eher eine formale Ressourcensteuerung im Vordergrund steht, nutzen Träger wie die DAA häufig tiefergehende Methoden, die an Assessment-Center erinnern, um soziale Kompetenzen und Verhaltensmerkmale in Handlungssituationen zu beobachten.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Trotz der bildungspolitischen Notwendigkeit scheitert eine formale Anerkennung an starren Strukturen des formalen Bildungssystems und dem primären Fokus der Arbeitsagenturen auf kurzfristige Vermittlungsergebnisse (Employability), statt auf die individuelle Entfaltung von Potenzialen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

