Magisterarbeit, 2003
128 Seiten, Note: 5,0 (CH) = gut (D)
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
I. Einleitung
1. Einführung ins Thema
2. Fragestellung
3. Die rechtlichen Grundlagen einer Intervention
4. Forschungsstand
5. Vorgehensweise, Literatur- und Quellenlage und Aufbau
II. Hauptteil
1. Die Vorgeschichte 1985-1991
1.1 Sierra Leone am Vorabend des Bürgerkriegs
1.2 1985, ein neuer Hoffnungsträger am Horizont: Präsident Momoh
1.3 Staat und Wirtschaft: 1985-1991
1.4 Die Gründung der Revolutionary United Front
2. Die Zeit von 1991-1996: Von der RUF-Rebellion zum Bürgerkrieg
2.1 Der Beginn der RUF-Rebellion im Jahr 1991
2.2 Die Eskalation zum Bürgerkrieg 1992-1996
2.3 Der lange Weg zum Frieden: Demokratische Wahlen und die Aufnahme von Friedensverhandlungen 1996
2.4 Der Friedensvertrag von Abidjan 1996
2.5 Die Rolle der UNO, ECOWAS und Executive Outcomes 1991-1996
3. Die Zeit von 1997-1999: Verstärktes Engagement von UNO, Nigeria und ECOWAS
3.1 Die Reaktion der Vereinten Nationen auf den Friedensvertrag von Abidjan
3.2 Mai 1997: Staatskollaps in Sierra Leone
3.3 Die Intervention Nigerias im Juni 1997
3.4 Regionales Peacekeeping: Die zunehmende Rolle der ECOWAS 1997
3.5 Die internationale Reaktion: halbherzig und verspätet
3.6 Die Sicherheitsratsresolution 1132 vom 8. Oktober 1997
3.7 Neue Verhandlungen und der Friedensvertrag von Conakry 1997
3.8 Vom Scheitern des Friedensvertrages von Conakry zu Beginn des Jahres 1998 bis zum Jahresende 1998
3.9 Die Reaktion der Vereinten Nationen 1998: Die UN-Sicherheitsratsresolution 1181
3.10 Vom Kampf um Freetown im Januar 1999 bis zur UN-Sicherheitsratsresolution 1270 im Oktober 1999
3.11 Der Vertrag von Lomé und die Vereinten Nationen 1999
4. Ausblick
III. Fazit:
1. Die Rolle der Interventionen einzelner Staaten, regionaler Organisationen und der UNO
1.1 Die Arten der Interventionen
1.2 Die wichtigsten Akteure und ihre Motivationen
1.3 Die Ziele der Interventionen
1.4 Anspruch und Wirklichkeit der Interventionen
1.5 Die Legitimation der Interventionen
2. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Rolle und Wirksamkeit internationaler und regionaler Interventionen während des Bürgerkriegs in Sierra Leone zwischen 1991 und 1999. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das Engagement der Vereinten Nationen und der ECOWAS im Einklang mit einer neu definierten UN-Friedensrolle stand und welche Faktoren den Erfolg oder Misserfolg dieser Interventionen beeinflussten.
3.2 Mai 1997: Staatskollaps in Sierra Leone
Zur Umsetzung des UN-Operationskonzeptes sollte es vorläufig nicht kommen, denn die Ereignisse begannen sich im Jahr 1997 zu überschlagen: Die RUF und die sierraleonische Regierung beschuldigten sich schon seit dem Frühjahr 1997 gegenseitig, die Umsetzung des Friedensvertrages von Abidjan zu behindern. Mitte Januar 1997 kam jegliche Kommunikation zwischen den beiden Kriegsparteien zum Erliegen. Hinzu kam die Befürchtung der sierraleonischen Regierung, dass der amerikanische Kongress, der zu diesem Zeitpunkt ausstehende Zahlungen an die Vereinten Nationen in der Höhe von 1 Million US-Dollar blockiert hatte, weiterhin seine Schulden bei der Weltorganisation nicht begleichen würde. Dadurch war die Hoffnung auf die Entsendung der neutralen UNO-Beobachtertruppe ernsthaft gefährdet. Diese Umstände waren massgeblich für das Scheitern des Friedensvertrages verantwortlich. Gleichzeitig kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb der RUF, die darin gipfelten, dass Philip Palmer, ein RUF-Mitglied der ersten Stunde, mit der Erklärung an die Öffentlichkeit gelangte, Sankoh sei abgesetzt worden. Als Grund gab er an, Sankoh sei fest entschlossen gewesen, den Friedensprozess in Sierra Leone zu torpedieren und das Leiden des sierraleonischen Volkes zu verlängern. Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe seiner Absetzung reiste Foday Sankoh Anfang März 1997 heimlich nach Nigeria. Am Mohammed Murtala Flughafen in Nigeria wurde er verhaftet, weil er eine Pistole und Munition mit sich führte. Angeblicherweise war der Rebellenführer aus persönlichen Gründen nach Nigeria gereist. Die nigerianischen Behörden vermuteten jedoch, dass er Waffen für die RUF beschaffen wollte. Sankoh wurde daraufhin in Abuja (Hauptstadt Nigerias) in einem Hotel unter Hausarrest gestellt.
I. Einleitung: Bietet eine Einführung in das Thema, stellt die Forschungsfrage und erläutert die rechtlichen sowie theoretischen Grundlagen für Interventionen in innerstaatliche Konflikte.
II. Hauptteil: Analysiert chronologisch die Entwicklung des Konflikts von der Vorgeschichte (1985-1991) über die Zeit der Rebellion (1991-1996) bis hin zum verstärkten Engagement von UNO, Nigeria und ECOWAS (1997-1999).
III. Fazit: Fasst die Ergebnisse bezüglich der Rolle einzelner Staaten, regionaler Organisationen und der UNO zusammen und reflektiert die Legitimation sowie den Erfolg der durchgeführten Interventionen.
Sierra Leone, Bürgerkrieg, Intervention, Vereinte Nationen, UNO, ECOWAS, ECOMOG, RUF, humanitäre Hilfe, Friedensvertrag, Völkerrecht, Staatskollaps, Sicherheitsrat, Konfliktlösung, Demokratisierung.
Die Lizentiatsarbeit befasst sich mit der Analyse der internationalen und regionalen Interventionen im Bürgerkrieg von Sierra Leone zwischen 1991 und 1999 und deren Auswirkungen auf den Friedensprozess.
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen von Interventionen, die Rolle der ECOWAS und ihrer Eingreiftruppe ECOMOG, das Engagement der Vereinten Nationen sowie die Auswirkungen der Kriegsökonomie (insbesondere Diamanten) auf den Konflikt.
Das Ziel ist es, die Rolle der beteiligten Akteure zu beleuchten und zu klären, wie effektiv diese Interventionen zur Beendigung des Bürgerkriegs und zur Stabilisierung des Landes beigetragen haben.
Die Arbeit nutzt einen historisch-kritischen sowie einen hermeneutisch-interpretativen Ansatz, kombiniert mit einer Analyse völkerrechtlicher Quellen und offizieller UN-Dokumente.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Untersuchung: Beginnend bei der politischen Situation unter Präsident Momoh, über die RUF-Rebellion und die Eskalation zum Bürgerkrieg bis zur Zeit des verstärkten Engagements durch die UNO und Nigeria von 1997 bis 1999.
Wesentliche Begriffe sind Sierra Leone, Bürgerkrieg, Intervention, Vereinte Nationen, ECOWAS, RUF, Völkerrecht und der "failed state"-Status.
Die Arbeit betrachtet den Einsatz dieses südafrikanischen Söldnerunternehmens als symptomatisches Anzeichen für ein Sicherheitsvakuum, das durch das anfängliche Zögern internationaler Organisationen entstanden war.
Der Vertrag von Lomé wird als ambivalentes Dokument analysiert, das einerseits den Krieg offiziell beenden sollte, aber aufgrund der gewährten Amnestien und Machtbeteiligungen der RUF auch als "Kapitulation" vor den Rebellen kritisch hinterfragt wird.
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