Diplomarbeit, 2006
79 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Historische Entwicklung des Leasing
1.2 Aktuelle Situation des Leasings in Deutschland
2 Verträge im Leasing
2.1. Definition von Leasing
2.2 Formen des Leasing
2.2.1 Unterscheidung nach dem Leasinggeber
2.2.2 Unterscheidung nach dem Verpflichtungscharakter des Leasingvertrag
2.2.3 Unterscheidung nach dem Leasingobjekt
2.3 Vertragsarten von Leasing
2.3.1 Vollamortisationsverträge
2.3.2 Teilamortisationsverträge
2.4 Rechtliche Aspekte
3 Bilanzierung von Leasing
3.1 Bilanzierung nach deutscher Rechnungslegung
3.1.1 Leasing-Erlasse
3.1.2 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasingnehmer
3.1.3 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasinggeber
3.2 Bilanzierung nach internationaler Rechnungslegung
3.2.1 Relevanz internationaler Regelungen für deutsche Unternehmen
3.2.2 Entwicklung der IAS/IFRS
3.2.3 Die Regelungen von IAS 17
3.2.4 Unterschiede zu US-GAAP
3.2.5 Bilanzierung bei finance lease (IAS 17)
3.2.6 Bilanzierung bei operating lease (IAS 17)
3.3 Vergleich deutscher und internationaler Rechnungslegung
4 Einsatz und Auswirkungen von Leasing
4.1 Liquiditätsstatus
4.2 Bilanzkennzahlen und -politik
4.3 Auswirkung auf die Steuerlast
4.4 Weitere Faktoren
4.5 Auswirkungen auf die externe Unternehmensbewertung
4.5.1 Der Rating-Begriff
4.5.2 Basel II
4.5.3 Einflussnahme auf das Ratingergebnis
4.6 Sale-and-lease-back
4.6.1 Gründe für Sale-and-lease-back aus Sicht des Leasinggebers
4.6.2 Gründe für Sale-and-lease-back aus Sicht des Leasingnehmers
4.6.3 Rechtliche Aspekte beim Sale-and-lease-back
5 Vergleich Leasing und Kauf mittels Kredit
5.1 Qualitativer Vergleich
5.2 Quantitativer Vergleich
5.2.1 Berechnungsgrundlagen
5.2.2 Die beiden Finanzierungsalternativen
5.2.3 Auswirkungen auf das Nachsteuerergebnis
5.2.4 Wertung des Vergleichs
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die betriebswirtschaftliche Analyse von Leasing im Vergleich zur klassischen Finanzierung über Kreditkauf. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, ob Leasing tatsächlich die beworbenen Vorteile bietet und wie sich dieses Instrument auf den Liquiditätsstatus, das Bilanzbild sowie die steuerliche Belastung eines Unternehmens auswirkt.
1.1 Historische Entwicklung des Leasing
Wie im vorherigen Kapitel bereits ausgeführt startete das moderne Leasing der Neuzeit unter dem Motto „Vermieten statt Verkaufen“. Gerade im Bereich hochpreisiger Investitionsgüter konnten die Unternehmen so ihren Vertriebs- und damit Absatzerfolg deutlich verbessern (vgl. KRATZER 2005, 9). Allerdings blieb das Volumen derartiger Geschäfte zunächst gering. Nur wenige Hersteller setzten diese rein absatzpolitisch motivierte Maßnahme ein. Das Jahr 1952 brachte eine entscheidende Wende, da in San Francisco mit der United States Leasing Corporation die erste unabhängige Leasinggesellschaft gegründet wurde. Anders als bisher war das Vermieten von Wirtschaftsgütern kein Bestandteil der Marketing-Strategie eines Hersteller-Unternehmens, sondern wurde zum originären Geschäftszweck eines herstellerunabhängigen Unternehmens.
Die Geschäftsidee bestand darin, den Herstellern die Vermietung und Finanzierung der Wirtschaftsgüter abzunehmen. In gewisser Weise stellt dies einen frühen Ansatz hin zum aktuellen Trend des Outsourcings dar. Die erste deutsche Leasinggesellschaft wurde 1962 mit der Deutschen Leasing GmbH in Düsseldorf gegründet (vgl. SPITTLER 1999, 3f).
Parallel zur Entstehung der Leasinggesellschaften wurde das Bilanz- und Steuerrecht dem neuen Finanzierungsinstrument entsprechend weiterentwickelt. Im Jahre 1970 schaffte ein Urteil das BFH und ein Erlass des BMF Klarheit, wie Leasing steuerlich zu behandeln ist (vgl. SPITTLER 1999, 127ff.). Anschließend erlebte das Leasing in Deutschland einen wahren Boom. So wuchs die Leasing Industrie in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts achtmal schneller als das Bruttosozialprodukt. In den 80er Jahren entdeckte dann die Automobil-Industrie das Leasing zur Verstärkung des Fahrzeugabsatzes. Fast alle Hersteller gründeten in dieser Zeit eigene Leasing-Töchter. Diese boten neben der reinen Finanzierung des Fahrzeugs auch weitere Serviceleistungen an, bis hin zum „Full-Service“-Leasing, bei dem sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten im Leasingvertrag mit enthalten sind. Zusätzlich rückte auch der Privatkunde in den Blickpunkt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ursprünge des Leasings und definiert das Grundprinzip als Form der langfristigen Fremdfinanzierung.
2 Verträge im Leasing: Hier werden die begrifflichen Grundlagen sowie die verschiedenen Arten des Leasings nach Leasinggeber, Verpflichtungscharakter und Objekt detailliert erläutert.
3 Bilanzierung von Leasing: Dieses Kapitel behandelt die unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften nach deutschem HGB und internationalen IAS/IFRS-Standards.
4 Einsatz und Auswirkungen von Leasing: Der Autor untersucht hier den Einfluss des Leasings auf Liquidität, Bilanzkennzahlen, Steuerlast und externe Unternehmensbewertungen sowie das Sale-and-lease-back-Verfahren.
5 Vergleich Leasing und Kauf mittels Kredit: Dieser Abschnitt stellt Leasing und Kreditkauf in einer qualitativen Gegenüberstellung sowie einer quantitativen Beispielrechnung einander gegenüber.
6 Fazit: Das Fazit fasst die identifizierten Vor- und Nachteile zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, strategisch abgestimmten Investitionspolitik.
Leasing, Betriebswirtschaft, Finanzierung, Bilanzierung, HGB, IAS, IFRS, Kreditkauf, Liquidität, Steuerlast, Rating, Basel II, Sale-and-lease-back, Investition, Unternehmensbewertung.
Die Arbeit befasst sich mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten von Leasing und untersucht dessen Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung und -steuerung.
Zu den Kerngebieten zählen die rechtlichen und vertraglichen Grundlagen, die unterschiedliche bilanzielle Behandlung im HGB und nach internationalen Standards sowie die Auswirkungen auf Unternehmensrating und Steuerlast.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob Leasing im Vergleich zum Kauf eines Anlagegutes die beworbenen betriebswirtschaftlichen Vorteile tatsächlich bietet.
Der Autor führt eine qualitative Analyse der verschiedenen Leasingformen durch und ergänzt diese durch eine quantitative Vergleichsrechnung (Barwertvergleich) zwischen Leasing und Kreditfinanzierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die vertragliche Gestaltung, die Bilanzierung nach deutschen und internationalen Normen, die Auswirkungen auf Finanzkennzahlen und Ratings sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von Leasing und Kreditkauf.
Wesentliche Begriffe sind Leasing, Bilanzierung (HGB/IAS), Finanzierung, Liquidität, Steueroptimierung und Unternehmensrating.
Es dient der Kapitalfreisetzung und kann durch die Reduktion von Aktiv- und Passivpositionen die Bilanzstruktur sowie Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote verbessern.
Da Basel II die Kreditvergabe stärker an individuelle Bonitätsratings bindet, zwingt es Unternehmen dazu, ihre Bilanzpolitik von einer reinen Steueroptimierung hin zu einer bonitätsorientierten Strategie anzupassen.
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