Examensarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Die Bedeutung der Feste
1.1 Geschichtliche Entwicklung der Festtheorie
1.2 Kategorisierungsversuche
1.3 Folgerungen für die Festkultur in der Grundschule
2 Das Osterfest
2.1 Die Zeitstruktur des Osterfestes
2.1.1 Ostern als Erfindung der Kirche?
2.1.2 Passionsgeschichte und Auferstehung als Kern des Osterfestes
2.2 Die Symbolik des Osterfestes
2.2.1 Was ist ein Symbol?
2.2.2 Symbole des Osterfestes
2.3 Theologische Dimension des Osterfestes
2.3.1 Auferstehung als Kernaussage des christlichen Glaubens
3 Ostern als Thema des Religionsunterrichts in der Grundschule
3.1 Curriculare Rahmenbedingungen
3.2 Die Bedeutung des Osterfestes im Alltag der Schülerinnen und Schüler
3.2.1 Symbole, Riten, Bräuche und biblische Hintergründe des Osterfestes im Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler
3.2.2 Chancen und Probleme der Auferstehungsthematik
3.3 Der Religionsunterricht als Vor- und Nachbereitung des Osterfestes
3.4 Medien und Methoden
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die didaktische Bedeutung des Osterfestes für den Religionsunterricht an Grundschulen, wobei sie theoretische Festtheorien mit der konkreten Schulpraxis und den Lebenswelten der Kinder verknüpft, um Möglichkeiten für eine authentische, symbolorientierte Auseinandersetzung mit der Auferstehungsthematik aufzuzeigen.
2.2.1 Was ist ein Symbol?
Zur Begriffsklärung, möchte ich in Anlehnung an Hubertus Halbfas zunächst Merkmale des Symbols nennen und dann auf ihre Bedeutung eingehen.
Eine erste Eigenschaft von Symbolen ist ihre Funktion über sich hinaus „auf eine Wirklichkeit, die nicht unmittelbar ergriffen werden kann und der wir auf keinem anderen Weg begegnen können als auf dem Weg des Symbols“, hinzuweisen. Ein Symbol ebnet also den Weg zum Verständnis solcher Ereignisse, die auf anderem Wege unverständlich bleiben. Es ist folglich auch unmöglich ein Symbol verbal zu „erklären“, weil es somit wieder durch rationale Begriffe ersetzt werden könnte und somit überflüssig würde.
Diese Ereignisse werden dann durch das Symbol jedoch nicht nur erinnert, sondern auch als bestehende Wirklichkeit bewusst gemacht. In dem Symbol ereignet sich also bereits die Wirklichkeit auf die es hinweist. Bildsymbole erfüllen dieses Kriterium zwar primär nicht, weisen aber in ihrer Funktion auch nur repräsentativ auf das eigentliche Symbol hin, indem sie es bildlich darzustellen versuchen.
Symbole erfordern demnach immer auch die bereitwillige Deutung und Erkenntnis dieser hinter ihnen stehenden Wirklichkeit. „Erst die deutende Erkenntnis, der erkennende Vollzug, macht also das »Symbol« zum Symbol.“ Damit etwas zum Symbol wird, muss es demnach als Repräsentant einer verborgenen Wahrheit empfunden werden. Um seine Funktion erfüllen zu können, muss das Symbol außerdem von der Gesellschaft erkannt, anerkannt und vermittelt werden. Die bewusste Konstruktion eines Symbols ist damit unmöglich und Symbole sind nie willkürlich.
Die Notwendigkeit des „Empfindens“ von Symbolen, die es erst zu einem Symbol macht, hat wiederum zur Folge, dass jedes Symbol affektiv besetzt ist und im Erfahren und Vermitteln von Symbolen etwas ausgedrückt wird, was auf anderem Wege im Unterbewussten verschlossen bliebe.
1 Die Bedeutung der Feste: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung verschiedener Festtheorien und leitet daraus die Bedeutung der Festkultur für den schulischen Alltag ab.
2 Das Osterfest: Der Hauptteil analysiert die historische Entstehung, die inneren Zeitstrukturen, zentrale Symbole und die theologische Dimension der Auferstehung als Kern des Osterfestes.
3 Ostern als Thema des Religionsunterrichts in der Grundschule: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem schulischen Lehrplan, beleuchtet die kindliche Lebenswelt und erörtert didaktische Methoden zur Behandlung der Osterthematik.
Ostern, Religionsunterricht, Grundschule, Festtheorie, Auferstehung, Symbolik, Didaktik, Kirchenjahr, Lebenswelt, Schülerschaft, Lernperspektiven, Passionsgeschichte, Feiertag, Christentum, Unterrichtsgestaltung
Die Arbeit analysiert die didaktische Bedeutung des Osterfestes für den Grundschul-Religionsunterricht unter Einbeziehung theoretischer Festtheorien und praktischer Unterrichtsansätze.
Die zentralen Themen sind Festtheorien, die Zeitstruktur und Symbolik von Ostern, die theologische Dimension der Auferstehung sowie die didaktische Einbettung in den Religionsunterricht.
Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie die Osterthematik trotz schulfreier Feiertage authentisch und kindgerecht durch Symbole und Rituale im Unterricht erschlossen werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse theologischer und pädagogischer Festtheorien, ergänzt durch die Reflexion eigener Erfahrungen aus der schulischen Kinder- und Jugendarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Festverständnisses, eine Analyse der österlichen Zeit- und Symbolstruktur sowie die didaktische Reflexion von Lehrplänen und Schülervoraussetzungen.
Wichtige Begriffe sind Ostern, Religionsunterricht, Grundschule, Symbolik, Auferstehung, Festtheorie und didaktische Erschließung.
Während der evangelische Lehrplan eher die entdeckende Eigeninitiative der Kinder betont, misst der katholische Lehrplan Symbolen, Riten und dem Festcharakter explizit einen höheren Stellenwert bei.
Die Auferstehung wird als zentraler Kern des christlichen Glaubens identifiziert, dessen Behandlung im Unterricht existenzielle Lebens- und Sinnfragen der Kinder berührt und ernst nehmen muss.
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