Diplomarbeit, 2006
35 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Leiharbeit
2.1 Rechtliche und tarifvertragliche Aspekte der Leiharbeit
2.2 Wesen und Struktur
2.3 „Prekarität“ der Leiharbeit
3. Personalstrategien
3.1 Stabilisierungsstrategie
3.2 Flexibilisierungsstrategie
4. Anwendung der Transaktionskostentheorie zur Erklärung der Leiharbeit
4.1 Elemente der Transaktionskostentheorie
4.2 Personalwirtschaftliche Transaktionskosten
4.3 Transaktionskostentheoretische Erklärung der Personalstrategien
4.4 Theorie der internen Arbeitsmärkte nach Williamson
4.5 Transaktionskostenspezifische Merkmale der Leiharbeit
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie, um theoretisch zu begründen, warum Unternehmen zunehmend auf diese Beschäftigungsform zurückgreifen und ob sich dies als effizientes Instrument zur Flexibilisierung der Personalstrategie erklären lässt.
4.3 Transaktionskostentheoretische Erklärung der Personalstrategien
Der Transaktionskostenansatz ermöglicht eine theoretisch fundierte Analyse des Problems der Entscheidung zwischen unternehmensinterner Durchführung von Personalfunktionen und deren externem Bezug mit Hilfe der sogenannten „Make or Buy“-Entscheidung. Unterschiedliche Personalfunktionen können daraufhin untersucht werden, ob eine Eigenerstellung oder der Marktbezug kostengünstiger ist. Durch die Einbeziehung von Transaktionskosten umgeht er die einseitige Ausrichtung der Entscheidung an Produktionskosten. Die Untersuchungsmerkmale sind dabei Spezifität, Häufigkeit und Unsicherheit.
Nicht oder gering spezifische personalwirtschaftliche Transaktionen verursachen selbst bei Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung oder über das Verhalten der Akteure keine Probleme. Da für unspezifische Leistungen jederzeit andere Transaktionspartner zu finden sind, besteht über diesen Konkurrenzdruck ein Anreiz für die Akteure, schnell auf geänderte Bedingungen zu reagieren und Kostenvorteile weiterzugeben. Einseitige Abhängigkeiten, die das Risiko opportunistischen Verhaltens des nicht durch Investitionen gebundenen Transaktionspartners in sich bergen, existieren nicht bzw. können durch den Wechsel des Transaktionspartners leicht umgangen werden. Vorteile des Marktbezugs sind dabei sowohl hohe autonome Anpassungsfähigkeit und geringe Kontrollkosten als auch die Möglichkeit zur Realisierung von Produktionskostenvorteilen durch Aggregation der Nachfrage. Gering spezifische personalwirtschaftliche Transaktionen werden am kostengünstigsten über Personaldienstleister abgewickelt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Leiharbeit in der Bundesrepublik Deutschland, ihre wachsende Bedeutung seit den neunziger Jahren sowie die gesetzlichen Regulierungen bis hin zum Hartz-Konzept.
2. Leiharbeit: Dieses Kapitel erläutert das Wesen der Leiharbeit, beleuchtet rechtliche Aspekte und diskutiert den oft als „prekär“ bezeichneten Charakter dieser Beschäftigungsform in Bezug auf Arbeitsplatzunsicherheit und Status.
3. Personalstrategien: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Personalstrategien dargelegt, wobei zwischen der auf Humankapitalbindung fokussierten Stabilisierungsstrategie und der auf Anpassung ausgerichteten Flexibilisierungsstrategie differenziert wird.
4. Anwendung der Transaktionskostentheorie zur Erklärung der Leiharbeit: Dieses zentrale Kapitel überträgt den Transaktionskostenansatz auf die Leiharbeit, analysiert die Rolle von Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit und diskutiert die Theorie der internen Arbeitsmärkte nach Williamson.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Einsatz von Leiharbeit aus transaktionskostentheoretischer Sicht vor allem bei geringen Anforderungen an die Humankapitalspezifität eine effiziente Strategie zur numerischen Flexibilisierung darstellt.
Leiharbeit, Transaktionskostentheorie, Personalstrategie, Flexibilisierung, Normalarbeitsverhältnis, Make-or-Buy-Entscheidung, Humankapital, Prekarität, Interne Arbeitsmärkte, Williamson, Arbeitnehmerüberlassung, Personalkosten, Personalmanagement, Ex-ante-Transaktionskosten, Ex-post-Transaktionskosten.
Die Arbeit untersucht, warum Unternehmen Leiharbeit als personalpolitische Strategie einsetzen, und nutzt hierfür den wissenschaftlichen Erklärungsrahmen der Transaktionskostentheorie.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland, die Abgrenzung zwischen Stabilisierungs- und Flexibilisierungsstrategien von Betrieben sowie die ökonomische Bewertung von Fremdpersonal durch den Transaktionskostenansatz.
Das Ziel besteht darin, theoretisch zu untermauern, unter welchen Bedingungen (z.B. geringe Humankapitalspezifität) der Fremdbezug von Arbeitskräften effizienter ist als deren interne Eigenerstellung.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse betriebswirtschaftlicher Ansätze, insbesondere der Transaktionskostentheorie nach Williamson, und verknüpft diese mit empirischen Befunden zur Leiharbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Leiharbeit, eine Erläuterung der betrieblichen Personalstrategien und eine detaillierte Anwendung der Transaktionskostentheorie auf personalwirtschaftliche Transaktionen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Leiharbeit, Transaktionskostentheorie, Personalstrategie, Humankapital, Flexibilisierung und Make-or-Buy-Entscheidung.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Leiharbeit neben der direkten Kostenersparnis auch indirekte Effekte wie die Disziplinierung der Stammbelegschaft durch Droheffekte bewirken kann.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der gewählte theoretische Rahmen das Phänomen weitgehend erklären kann, jedoch bei hoher Umweltunsicherheit noch Forschungsbedarf besteht.
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