Magisterarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der geschichtliche und philosophische Hintergrund
2.1 Überblick über die Forschungsliteratur
2.2 Erste Erfolge in der Atomforschung
2.3 Die Geschichte der ersten Atombombe
2.4 Die fortschreitende Atombedrohung im Kalten Krieg
2.5 Die philosophische Rezeption der Atombedrohung
2.6 Das Atomzeitalter im Spiegel der Weltliteratur
3. Der Wissenschaftler im deutschen Drama des Atomzeitalters
3.1 Frühe Kritik an Wissenschaft und Technik
Georg Kaiser „Gas“
3.2 Die Rolle des Intellektuellen im Atomzeitalter
Max Frisch „Die chinesische Mauer“
3.3 Die „Erbsünde der Naturwissenschaft“ als historischer Präzedenzfall
Bertolt Brecht „Leben des Galilei“
3.4 Die schlimmstmögliche Wendung als Konsequenz einer unüberschaubaren Welt
Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“
3.5 Die Literarisierung einer wahren Begebenheit
Heinar Kipphardt „In der Sache J. Robert Oppenheimer“
3.6 Das Schauspiel als Form des Protests
Günther Weisenborn „Göttinger Kantate“ und „Die Familie von Makabah“
3.7 Der Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit
Hans Henny Jahnn „Die Trümmer des Gewissens“
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Rolle des Wissenschaftlers im deutschen Drama des Atomzeitalters, insbesondere im Hinblick auf deren ethische Verantwortung sowie ihre moralische Zerrissenheit angesichts der Möglichkeiten und Gefahren nuklearer Technologien nach 1945.
2.2 Erste Erfolge in der Atomforschung
Die Geburtsstunde der Atomphysik kann auf das Jahr 1900 datiert werden, als in den um die Weltherrschaft konkurrierenden Staaten, besonders in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA, wesentliche Fortschritte gemacht wurden. Der plötzliche Aufschwung der Atomforschung ging von wenigen Forschungseinrichtungen aus, wie z. B. dem Niels-Bohr-Institut in Dänemark, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Deutschland oder der McGill Universität in Kanada, und war zumeist von dem Wohlwollen großzügiger Spender, wie etwa dem deutschen Kaiser Wilhelm II. abhängig. Aus diesem Grund stand die Atomforschung von Anfang an in engem Zusammenhang mit den Interessen der Politik und der Machthaber. Weitere Gründe für den großen Fortschritt der Forschung waren die Herausbildung einer internationalen Wissenschaftler-Gemeinschaft, genauso wie die Tatsache, dass den Forschern an den wichtigen Instituten eine relativ teure Ausstattung und enorme Geldmittel zur Verfügung standen. Dadurch bekamen diese die Möglichkeit zahlreicher und ausgiebiger zu publizieren, ihre Reise- und Vortragstätigkeit zu verstärken und die internationale Kommunikation und den Austausch von Wissen zu verbessern.
Der Prototyp dieser modernen Art von Wissenschaftler war der britische Physiker Ernest Rutherford, der 1911 mit der Hilfe des Chemikers Frederick Soddy sein Atommodell aufstellte, das an John Daltons Atomtheorie von 1803 anknüpfte. Vor ihnen hatten bereits Conrad Röntgen, Antoine Henri Becquerel und Pierre und Marie Curie Endeckungen über die Radioaktivität von Stoffen wie Uran oder Thorium gemacht, während Joseph John Thomson 1897 herausfand, dass im Atom Elektronen enthalten sind. Schon damals verhieß die Atomforschung einerseits die Aussicht auf großartigen Fortschritt zum Wohle der Menschheit, als z. B. Soddy die Behauptung aufstellte, man könnte bald mit der Energie eines Fläschchen Radiums von England bis nach Australien fahren, andererseits waren die Forschungsergebnisse auch mit düsteren Vorahnungen verknüpft, z. B. von Seiten Rutherfords, der bereits die Kettenreaktion und die damit verbundenen Möglichkeiten gedanklich antizipierte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der wissenschaftlichen Verantwortung im Atomzeitalter ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die literarische Darstellung von Atomwissenschaftlern zu analysieren.
2. Der geschichtliche und philosophische Hintergrund: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die historische Entwicklung der Atomforschung, die nukleare Bedrohung und die philosophische Auseinandersetzung mit diesen Themen.
3. Der Wissenschaftler im deutschen Drama des Atomzeitalters: Das Hauptkapitel untersucht die Darstellung und Rolle von Wissenschaftlern in ausgewählten Dramen von Autoren wie Kaiser, Frisch, Brecht, Dürrenmatt, Kipphardt, Weisenborn und Jahnn.
4. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kategorisiert die untersuchten Wissenschaftlertypen sowie deren Darstellung im Spiegel der Dramatik.
Atomzeitalter, Atombombe, Wissenschaftler, Verantwortung, Drama, Literaturgeschichte, Kernforschung, Moral, Apokalypse, Rüstungswettlauf, Günther Anders, Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt, ethische Konflikte.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Rolle und moralischen Verantwortung von Wissenschaftlern im deutschen Drama nach Beginn des Atomzeitalters.
Zentrale Themen sind die ethische Ambivalenz des wissenschaftlichen Fortschritts, das Spannungsfeld zwischen Forscherdrang und gesellschaftlicher Verantwortung sowie die Darstellung dieser Konflikte in der Literatur.
Ziel ist es zu untersuchen, wie deutsche Dramatiker das Bild des Wissenschaftlers zwischen technischem Optimismus und der Angst vor der nuklearen Vernichtung inszenieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Dramen und setzt diese in den Kontext historischer und philosophischer Texte der Zeit.
Der Hauptteil analysiert spezifische Dramen von Autoren wie Brecht, Dürrenmatt und Kipphardt, um verschiedene Typen des Wissenschaftlers und ihre Reaktion auf die technologische Macht zu beleuchten.
Atomzeitalter, Atombombe, Wissenschaftler, Verantwortung, Ethik, Drama, Apokalypse.
Während Brecht in Galilei einen Menschen mit Verantwortung zeigt, der jedoch an den Umständen scheitert, stellt Dürrenmatt seine Figuren als Opfer einer unüberschaubaren, paradoxen Welt dar, in der individuelles Handeln kaum noch Einfluss hat.
Die "Göttinger Kantate" wird als Beispiel für ein politisches Theaterstück untersucht, das direkt auf den "Göttinger Appell" und die Proteste gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr reagiert.
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