Diplomarbeit, 2004
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Der Wertbegriff und sein terminologisches Umfeld
2.1 Sozialwissenschaftlicher Ansatz der Wertedefinition
2.2 Werte, Tugenden und die Moral
2.3 Werte und Werteerziehung
3. Werteerziehung und Schule
3.1 Prinzip der Leistungsorientierung
3.2 Prinzip der Wertorientierung
3.3 Zusammenfassung
4. Ansätze der Werte- und Moralerziehung
4.1 Wertevermittlung
4.1.1 Umsetzung der Wertevermittlung in der Schule
4.1.2 Kritik an der Wertevermittlung
4.2 Wertklärung
4.2.1 Wert als Ergebnis eines Bewertungsvorgangs
4.2.2 Wertklärung in der schulischen Praxis
4.2.3 Kritische Anmerkungen zur Wertklärung
4.3 Moralkognitive Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
4.3.1 Lawrence Kohlberg – Biographischer Exkurs
4.3.2 Empirische Grundlage
4.3.3 Das Stufenmodell moralischer Entwicklung
4.3.4 Umsetzung der moralkognitiven Entwicklungstheorie im Rahmen der Pädagogik
4.3.5 Die Dilemmamethode als unterrichtspraktikable Umsetzung der moralkognitiven Entwicklungstheorie
4.3.6 Kritische Betrachtung
5. Theoriegeleiteter Entwurf einer Dilemmadiskussion
5.1 Annahmen zu den Lernvoraussetzungen
5.1.1 Niveau der moralischen Urteilsfähigkeit (nach Kohlberg)
5.1.2 Erfahrung mit verschiedenen Sozialformen des Unterrichts
5.1.3 Themenrelevantes Vorwissen
5.2 Zielvorstellungen des Unterrichtskonzeptes
5.3 Lernaktivitäten und Lehrhandlungen
5.4 Der Unterrichtsprozess
5.4.2 Einführung des Dilemmas
5.4.2 Erarbeitungsphase
5.4.3 Ergebnispräsentation
5.4.4 Diskurs
5.5 Tabellarischer Überblick über die Unterrichtseinheit
5.6 Zusammenfassung
6. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Werteerziehung an berufsbildenden Schulen. Das primäre Ziel ist es, ein theoriegeleitetes Unterrichtskonzept zu entwickeln, das durch die Methode der Dilemmadiskussion die moralische Urteilsfähigkeit der Schüler fördert und zur Gewaltprävention beiträgt.
4.3.2 Empirische Grundlage
Die empirische Grundlage des Entwicklungsmodells nach Kohlberg stellen im Wesentlichen Untersuchungen mit hypothetischen Geschichten, sog. Dilemma-Geschichten dar. In ihnen wird ein Individuum in einer Problemsituation dargestellt, für die es keine eindeutige Lösung gibt. Die Probanden sollen sich in die Lage der Protagonisten versetzen und an ihrer Stelle in den jeweilig beschriebenen Dilemma-Situationen begründete Entscheidungen treffen. Das berühmteste Dilemma, das so genannte ›Heinz-Dilemma‹, wurde von Kohlberg immer wieder in seinen Aufsätzen verwandt. Es lautet in der deutschen Übersetzung folgendermaßen:
„In einer fernen Stadt liegt eine Frau, die an einer besonderen Krebsart erkrankt ist, im Sterben. Es gibt eine Medizin, von der die Ärzte glauben, sie könne die Frau retten. Es handelt sich um eine besondere Form von Radium, die ein Apotheker in der gleichen Stadt erst kürzlich entdeckt hat. Die Herstellung war teuer, doch der Apotheker verlangt zehnmal mehr dafür, als ihn die Produktion gekostet hat. Er hat 2000 Mark für das Radium gezahlt und verlangt 20 000 Mark für eine kleine Dosis des Medikaments.
Heinz, der Ehemann der kranken Frau, sucht alle seine Bekannten auf, um sich das Geld auszuleihen, und er bemüht sich auch um eine Unterstützung durch die Behörden. Doch er bekommt nur 10 000 Mark zusammen, also die Hälfte des verlangten Preises. Er erzählt dem Apotheker, daß seine Frau im Sterben liegt, und bittet, ihm die Medizin billiger zu verkaufen bzw. ihn den Rest später bezahlen zu lassen. Doch der Apotheker sagt: »Nein, ich habe das Mittel entdeckt und ich will damit viel Geld verdienen«. Heinz hat nun alle legalen Möglichkeiten erschöpft; er ist ganz verzweifelt und überlegt, ob er in die Apotheke einbrechen und das Medikament für seine Frau stehlen soll.“
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Debatte um Werteverfall und definiert die Notwendigkeit, Schulen als Orte der Werteerziehung zu begreifen.
2. Der Wertbegriff und sein terminologisches Umfeld: Dieses Kapitel arbeitet die Mehrdeutigkeit des Wertbegriffs auf und grenzt Werte von Tugenden und Normen ab.
3. Werteerziehung und Schule: Es werden zwei gegensätzliche Positionen zur Rolle der Schule – Leistungs- versus Wertorientierung – diskutiert und legitimiert.
4. Ansätze der Werte- und Moralerziehung: Hier werden die drei theoretischen Hauptansätze der Wertevermittlung, Wertklärung und Moralkognition analysiert und kritisch hinterfragt.
5. Theoriegeleiteter Entwurf einer Dilemmadiskussion: Dieses Kernkapitel konstruiert ein konkretes, praxisnahes Unterrichtskonzept zur moralischen Förderung an berufsbildenden Schulen.
6. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die langfristige Bedeutung der Werteerziehung für die Persönlichkeitsbildung in der Schule.
Werteerziehung, Schule, Moralentwicklung, Lawrence Kohlberg, Dilemmamethode, Wertklärung, Wertevermittlung, Urteilskompetenz, Gewaltprävention, Berufsbildende Schulen, Soziales Lernen, Ethik, Pädagogik, Werteorientierung, Urteilsfähigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und praktischen Umsetzung von Werteerziehung an berufsbildenden Schulen, um moralische Urteilskompetenz zu fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung des Wertbegriffs, der Analyse verschiedener erziehungswissenschaftlicher Ansätze und der Entwicklung eines Unterrichtsentwurfs zur Dilemmadiskussion.
Das Ziel ist die Erstellung eines Unterrichtskonzepts, das als Beitrag zur Gewaltprävention dient und Schüler zum kritischen Nachdenken über moralische Konflikte anregt.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen der aktuellen Erziehungswissenschaft sowie die Anwendung der Dilemmamethode nach Lawrence Kohlberg als methodisches Instrument für den Unterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Gegenüberstellung von Wertevermittlung, Wertklärung und dem moralkognitiven Ansatz sowie einen konkreten Entwurf für eine Unterrichtseinheit.
Zentrale Begriffe sind Werteerziehung, moralische Urteilsfähigkeit, Dilemmamethode, Gewaltprävention und Berufsschulpädagogik.
Das Heinz-Dilemma dient als klassisches Beispiel, um die Theorie der moralischen Stufenentwicklung nach Kohlberg zu illustrieren und den kognitiven Konflikt in einer Dilemmadiskussion zu verdeutlichen.
Während hypothetische Dilemmata fiktive, abstrakte Situationen zur reinen Strukturanalyse nutzen, basieren Realdilemmata auf lebensnahen Alltagserfahrungen, die eine stärkere motivationale Kraft entfalten.
Die Indoktrination beschneidet die Autonomie der Lernenden, verhindert eine kritische Reflexion und führt oft nur zu einer äußeren Konformität statt zu echter moralischer Einsicht.
Der Autor argumentiert, dass eine starre Anwendung in heterogenen Klassen für den Lehrer kaum spontan umsetzbar ist und stattdessen die Förderung durch "Pro-und-Contra-Diskussionen" effektiver ist.
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