Examensarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 1
EINLEITUNG
I. TEIL THEORETISCHE GRUNDLAGEN ZU VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN UND DEM SOZIALEN LERNEN
1. VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
1.1 DEFINITION VERHALTENSAUFFÄLLIGKEIT UND –STÖRUNG
1.2 ABGRENZUNG ZWISCHEN ‚NORMALEM’ UND ‚ABWEICHENDEM’ VERHALTEN
1.3 URSACHEN VON VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN BZW. -STÖRUNGEN
2. SOZIALES LERNEN
2.1 SOZIALES LERNEN IM SPORTUNTERRICHT
2.2 DER KOMPETENZBEGRIFF
2.3 SOZIALE KOMPETENZEN UND DER KOOPERATIONSBEGRIFF
2.4 ENTWICKLUNG SOZIALER KOMPETENZEN
2.5 ERWARTUNGSHORIZONT FÜR DIE ERSTE UND ZWEITE ENTWICKLUNGSSTUFE
3. LERNGRUPPENBESCHREIBUNG
3. 1 LERNVORAUSSETZUNGEN
3.1.1 AUF WELCHER STUFE DER ENTWICKLUNG STEHEN DIE KINDER?
3.1.2 WELCHE KOMPETENZEN SIND IM BEREICH DES SOZIALEN LERNENS VORHANDEN?
3.1.3 WELCHE INNER- UND AUBERSCHULISCHEN FÖRDERMAßNAHMEN ERFOLGTEN BISHER?
II. TEIL THEORETISCHE GRUNDLAGEN ZUM REITPROJEKT
1. REITEN ALS BESONDERE PÄDAGOGISCHE MAßNAHME
1.1 BEZIEHUNGSFÄHIGKEIT DES PFERDES
1.2 BEWEGUNGSLERNEN UND MOTIVATIONSCHARAKTER
1.3 WAHRNEHMUNGSFÖRDERUNG
III. TEIL PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG DES REITPROJEKTES
1. ORGANISATION IM SCHULALLTAG
2. GRUNDMUSTER DER PROJEKTSTUNDEN
3. EXEMPLARISCHE DARSTELLUNG EINZELNER LERNSITUATIONEN IM BEREICH ‚KOOPERATION’
3.1 GEMEINSAME ZIELVERFOLGUNG UND PROBLEMLÖSUNG
3.2 AUFSCHIEBEN EIGENER BEDÜRFNISSE
3. 3 HANDLUNGSWEISEN REFLEKTIEREN
4. REFLEXION EXEMPLARISCHER LERNSITUATIONEN
4.1 REFLEXION DER GEMEINSAMEN ZIELVERFOLGUNG
4.2 REFLEXION ÜBER DAS AUFSCHIEBEN VON BEDÜRFNISSEN
4.3 REFLEXION ÜBERDACHTER HANDLUNGSSTRATEGIEN
5. GESAMTREFLEXION
6. AUSBLICK
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wirksamkeit eines reitpädagogischen Projekts zur Förderung der sozialen Kompetenzen, insbesondere der Kooperationsfähigkeit, bei verhaltensauffälligen Kindern der Grundschule. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, inwieweit der gemeinsame Umgang mit dem Pferd die Kinder dazu befähigt, kooperative Handlungsmuster zu erwerben und diese auf andere Alltagssituationen zu übertragen.
1.2 Abgrenzung zwischen ‚normalem’ und ‚abweichendem’ Verhalten
„Die Kriterien, nach denen ein Verhalten als ‚normal’ oder ‚auffällig’ beurteilt wird, sind sehr unterschiedlich. Die Normalität des Verhaltens ist keine absolute, messbare Größe.“ Es existieren jedoch verbindliche Vorstellungen und Begrifflichkeiten darüber, was als verhaltensauffällig bzw. –gestört oder ‚normal’ gilt. Die Einordnung, ob ein Verhalten noch als „normal“ und altersgemäß bezeichnet wird oder schon als auffällig gilt, „hängt von dem jeweiligen Gesellschaftssystem und der jeweiligen Kultur ab.“ Ebenso entscheiden „Ausmaß, Dauer, Häufigkeit und Ausprägung der Verhaltensmerkmale“, ob ein Verhalten normal oder abweichend ist. METZINGER betont, dass drei wichtige Bezugsnormen zu beachten sind, wenn man ein Verhalten als vom „Normverhalten abweichend bestimmt“:
1. die statistische Norm
„Als Norm gilt ein statistisch errechneter Durchschnittswert.“ Das heißt, das was die Menschen am häufigsten tun, wird als Normwert definiert und muss sich nicht mit dem sozial Wünschenswerten decken.
2. die sozio-kulturelle Norm
Als Orientierung gelten bei diesem Normbegriff die vorherrschenden und allgemein gültigen Normen sowie gesetzliche Bestimmungen. Normal ist also ein Verhalten, das gesellschaftlich wünschenswert ist. Die Gesellschaft gibt einen Norm-Soll-Wert vor, d.h. ein „ideal richtiges Verhalten, das vom Einzelnen erreicht werden soll.“
3. die individuelle Norm
„Normalität wird dann beurteilt, ob es von der persönlichen Norm abweicht oder nicht.“ Hierbei gilt es zu bedenken, dass als Maßstab die subjektive Einschätzung des Beobachters dient, inwieweit das Verhalten den eigenen Normvorstellungen entspricht, d.h. noch im Toleranzbereich liegt oder bereits als Normüberschreitung gilt. Normen können über- oder unterschritten werden.
1. VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN: Dieses Kapitel definiert Verhaltensauffälligkeiten und -störungen als Zuschreibungsprozesse und beleuchtet verschiedene theoretische Erklärungsansätze sowie Bezugsnormen für deren Bewertung.
2. SOZIALES LERNEN: Hier wird der theoretische Rahmen des sozialen Lernens abgesteckt, soziale Kompetenzen definiert und die Entwicklung der Perspektivübernahme als entscheidende Voraussetzung für Kooperation erläutert.
3. LERNGRUPPENBESCHREIBUNG: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse der teilnehmenden Kinder, ihrer individuellen Problematiken und der Lernvoraussetzungen, die den Förderbedarf begründen.
1. REITEN ALS BESONDERE PÄDAGOGISCHE MAßNAHME: Der zweite Teil der Arbeit begründet das Reitprojekt wissenschaftlich durch das besondere Potential von Mensch-Pferd-Interaktionen im Bereich der Beziehungsfähigkeit und Wahrnehmungsförderung.
1. ORGANISATION IM SCHULALLTAG: Hier wird die praktische Einbettung des Reitprojekts in den schulischen Kontext sowie die strukturelle Organisation erläutert.
2. GRUNDMUSTER DER PROJEKTSTUNDEN: Dieses Kapitel stellt den pädagogisch strukturierten Ablauf der einzelnen Projektstunden von der Hinführung bis zum Abschlussgespräch vor.
3. EXEMPLARISCHE DARSTELLUNG EINZELNER LERNSITUATIONEN IM BEREICH ‚KOOPERATION’: Hier werden konkrete pädagogische Situationen beschrieben, in denen Kinder gemeinsam Ziele verfolgen und Probleme lösen.
4. REFLEXION EXEMPLARISCHER LERNSITUATIONEN: Das Kapitel reflektiert und interpretiert die beobachteten Entwicklungen der Kinder in den verschiedenen Lernsituationen basierend auf Videoanalysen.
5. GESAMTREFLEXION: Eine zusammenfassende Analyse der Fortschritte der Kinder in Bezug auf soziale Kompetenzen und der Transfererfolge in den Schulalltag.
6. AUSBLICK: Der Ausblick bewertet das Projekt positiv und spricht sich für eine Fortführung aus, um die gewonnenen Kompetenzen nachhaltig zu festigen.
Soziales Lernen, Verhaltensauffälligkeiten, Kooperationsfähigkeit, Reitprojekt, Sonderpädagogik, Grundschule, Handlungskompetenz, Perspektivübernahme, Inklusion, Wahrnehmungsförderung, Gruppendynamik, Schulsport, Verhaltensbeobachtung, Lernprozesse, Soziale Kompetenz.
Die Arbeit untersucht den Einsatz eines reitpädagogischen Projekts als Interventionsmaßnahme zur Förderung des sozialen Verhaltens bei verhaltensauffälligen Grundschulkindern.
Die zentralen Themen sind Verhaltensauffälligkeiten, soziales Lernen, die Förderung kooperativer Kompetenzen und die pädagogische Nutzung des Lernorts „Reitstall“.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Kinder durch den Umgang mit dem Pferd kooperative Kompetenzen erwerben und inwieweit diese auf den Regelunterricht übertragbar sind.
Es wird ein methodischer Mix aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und einer empirischen teilnehmenden Beobachtung sowie Videoanalyse der Projektstunden genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Lerngruppenbeschreibung, die Begründung des Reitprojekts sowie die praktische Durchführung und Reflexion der Lernsituationen.
Schlüsselbegriffe sind Soziales Lernen, Kooperationsfähigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, Reitpädagogik und Handlungskompetenz.
Amin und Aminta zeigen initiativloses Rückzugsverhalten und soziale Isolation, während Loubna und Figret durch ein dominantes, teils aggressives Verhalten ohne Rücksicht auf Mitschüler auffallen.
Das Pferd agiert als unvoreingenommener, emotionaler Spiegel und „Brücke“ zur Kontaktaufnahme, wobei es unmittelbar durch seine Körpersprache Feedback auf das Verhalten der Kinder gibt.
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