Magisterarbeit, 2006
135 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Ausgangssituation und Problemstellung der Arbeit
2.1 Forschungsstand
2.2 Forschungszusammenhänge
2.2.1 Kommunikationsgeschichte
2.2.2 Professionalisierungsforschung
2.2.3 Verbandsforschung
2.3 Funktionen von Berufsverbänden
2.4 Erkenntnisinteresse
2.5 Herangehensweise: Quellen und Methoden
3. Journalisten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert
3.1 Entstehung der Massenpresse
3.2 Ausdifferenzierung des Journalistenberufes und seiner Merkmale
3.2.1 Stellung im Zeitungsbetrieb
3.2.2 Sozioökonomische Lage
3.2.3 Bildungsstand
3.2.4 Arbeitsrechtliche Stellung
3.2.5 Selbstverständnis und Ansehen des Standes
4. Organisationen der Journalisten und Verleger
4.1 Entwicklung und Probleme journalistischer Berufsorganisationen
4.2 „Reichsverband der deutschen Presse“
4.3 „Verein Deutscher Zeitungs-Verleger“ und „Arbeitgeberverband für das deutsche Zeitungsgewerbe“
5. Das ungelöste Problem der Journalistenausbildung
6. Auswertung der Quellen
6.1 Aussagewert benutzter und potenzieller Quellen
6.2 „Verband der Rheinisch-Westfälischen Presse“ und „Verein Wuppertaler Presse“
6.3 Konkrete Ergebnisse der Quellenauswertung
6.3.1 Sozialpolitische Forderungen
6.3.2 Rechtliches
6.3.3 Professionalisierung
a) Standesbewusstsein
b) Berufsethik
c) Ausbildung
d) Kontrolle des Berufszugangs
e) Normen der Berufsausübung
f) Gesellschaftlicher Status
g) Autonomie
h) Schutz der Berufsinteressen
6.3.4 Verbandsleben und organisatorische Probleme
6.3.5 Beziehungen zum Reichsverband
7. Fazit
Ziel der Arbeit ist die Rekonstruktion der berufspolitischen Aufgaben und des Selbstverständnisses regionaler Journalistenverbände im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts unter Anwendung des soziologischen Konzepts der Professionalisierung. Dabei wird untersucht, welchen Beitrag diese Organisationen zur Professionalisierung des Berufsstandes geleistet haben.
3.2.1 Stellung im Zeitungsbetrieb
Die wesentlichste Veränderung die der Journalistenberuf im Zeitalter der Massenpresse erfuhr, war die Trennung von Verlag und Redaktion, die in der Entwicklung der Zeitung von einem Handwerksbetrieb hin zu einem modernen Unternehmen begründet war. Der Verleger war nunmehr der Herr im Haus, der den Inhalt der Zeitung bestimmte, und der Journalist lediglich sein Angestellter. Die Massenproduktion von Zeitungen machte eine arbeitsteilige Vorgehensweise auch der journalistischen Tätigkeit notwendig. Grundsätzlich wurde die Tätigkeit des Journalisten unpersönlicher: Der Arbeit des Redakteurs entfernte sich zusehends von der des Schriftstellers, er wurde immer mehr Sammler, Lektor, Bearbeiter und Manager von Nachrichten. Mit der Trennung von Verlag und Redaktion einher ging die Trennung und Aufteilung der Produktionsmittel, die den Verleger zum alleinigen Besitzer machte und den Journalisten endgültig von den Produktionsmitteln löste und ihm damit auch seinem Produkt entfremdete. „Die Unterordnung der geistigen Arbeit unter das Prinzip der Vermarktung sowie die wachsenden Lohnabhängigkeit kennzeichnen die Arbeitssituation der Journalisten ab 1900.“
1. Einführung: Vorstellung des Dilemmas des Journalismus zwischen freiem Beruf und den Anforderungen an Professionalisierung.
2. Ausgangssituation und Problemstellung der Arbeit: Diskussion des Forschungsstandes und Darlegung der forschungsleitenden Fragen zur Rolle der Verbände.
3. Journalisten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert: Analyse der Massenpresse und der damit verbundenen strukturellen Veränderungen im Journalistenberuf.
4. Organisationen der Journalisten und Verleger: Darstellung der Entstehung und Entwicklung maßgeblicher Berufsverbände wie des Reichsverbandes der deutschen Presse.
5. Das ungelöste Problem der Journalistenausbildung: Erörterung der Debatte um eine standardisierte Journalistenausbildung und die Etablierung der Zeitungswissenschaft.
6. Auswertung der Quellen: Empirische Untersuchung der Verbandstätigkeit anhand von Aktenmaterial regionaler Verbände.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle von Verbänden im Professionalisierungsprozess.
Journalismus, Professionalisierung, Berufsverbände, Interessenvertretung, Reichsverband der deutschen Presse, Sozialgeschichte, Pressegeschichte, Journalistenausbildung, Standesbewusstsein, Berufsethik, Tarifverträge, Weimarer Republik, Medienpolitik, Redaktion, Journalisten.
Die Magisterarbeit untersucht die Geschichte und die berufspolitische Rolle journalistischer Berufsverbände, insbesondere des "Verbandes der Rheinisch-Westfälischen Presse" und des "Vereins Wuppertaler Presse", im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Zu den Schwerpunkten gehören der Prozess der Professionalisierung, die Interessenvertretung der Journalisten gegenüber Verlegern und dem Staat, Fragen zur Berufsethik sowie die langwierige Debatte über eine institutionalisierte Journalistenausbildung.
Ziel ist es zu klären, welche berufspolitischen Aufgaben regionalen Verbänden zukamen und inwieweit diese zur Institutionalisierung und Professionalisierung des Journalistenberufs beigetragen haben.
Die Arbeit nutzt als Paradigma das soziologische Konzept der Professionalisierung und analysiert induktiv historisches Aktenmaterial, Protokolle und Vereinszeitschriften der genannten regionalen Verbände.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Massenpresse, die sozioökonomische Lage der Journalisten, die Organisationsstrukturen der Verbände und die inhaltliche Arbeit in Bereichen wie Ausbildung, Rechtsschutz und Standespolitik.
Journalismus, Professionalisierung, Berufsverbände, Interessenvertretung, Reichsverband der deutschen Presse, Weimarer Republik und Journalisten.
Der 1910 gegründete RdP fungierte als erste nationale Interessenvertretung der hauptberuflichen Journalisten, war jedoch föderalistisch gegliedert und oft von regionalen Strukturen und unterschiedlichen Interessenlagen geprägt.
Die Arbeit dokumentiert die ab 1933 beginnende "Gleichschaltung" der Verbände, die zu einer Unterordnung unter die Reichskulturkammer und dem Ausschluss jüdischer und marxistischer Journalisten führte.
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