Diplomarbeit, 2005
97 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Der Gesundheitsmarkt im Überblick
1.2 Die besondere Rolle der Logistik für Krankenhäuser
1.3 Zielsetzung
2 Versorgungskonzepte
2.1 Kostenrechnung im Krankenhaus
2.2 Prozessketten und Prozesskosten
2.3 Konventionelles Konzept: Stationsversorgung
2.3.1 Konzeption des Modells
2.3.2 Konventionelle Arzneimittelversorgung nach dem KANBAN-Prinzip
2.3.3 Freiheitsgerade und Barrieren
2.4 Patientenindividuelle Versorgung – ein neues Konzept
2.4.1 Konzeption des Modells
2.4.2 Freiheitsgerade und Barrieren
2.5 Gegenüberstellung der Versorgungskonzepte
2.6 Logistikkosten
2.6.1 Prozesskostenrechnung
3 Ist-Situation
3.1 Klinikverbund
3.2 Stationen
3.2.1 Verordnungsprozess
3.2.2 Bestellprozess
3.2.3 Einlagerungsprozess
3.2.4 Verteilungsprozess
3.2.4.2 Parenterale Arzneimittel
3.3 Apotheke
3.3.1 Bestellabwicklung der Stationen
3.3.2 Lagerhaltung
3.3.2.1 Bestellung beim Lieferanten
3.3.2.2 Wareneingang vom Lieferanten
3.3.3 Retourenbearbeitung
4 Veränderungen der Prozesse durch Implementierung des Unit-Dose-Konzeptes
4.1 Klinikverbund
4.2 Stationen
4.2.1 Verordnungsprozess
4.2.2 Bestellprozess
4.2.3 Bestellungsannahme
4.2.4 Verteilungsprozess
4.2.4.1 Enterale Arzneimittel
4.2.4.2 Parenterale Arzneimittel
4.3 Apotheke
4.3.1 Bestellabwicklung der Stationen
4.3.2 Lagerhaltung
4.3.2.1 Bestellung beim Lieferanten
4.3.2.2 Wareneingang vom Lieferanten
4.3.3 Retourenbearbeitung
5 Wirtschaftliche Betrachtung der Einführung des Unit-Dose-Konzeptes
5.1 Wirtschaftlichkeitsvergleich
5.2 Veränderung der Kostenstrukturen
6 Empfehlungen für den betrachteten Klinikverbund
6.1 Der Übergang zur Prozessorganisation
6.2 Das empfohlene Versorgungskonzept
6.2.1 Überprüfung der Möglichkeit der Implementierung des Unit-Dose-Konzepts
6.2.2 Weiterer Untersuchungsbedarf
7 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht das Optimierungspotenzial innerhalb der internen Medikamentenlogistik eines Klinikverbunds unter besonderer Berücksichtigung des Unit-Dose-Konzepts. Ziel ist es, durch die theoretische Analyse der Prozessstrukturen und eine detaillierte Betrachtung der Ist-Situation zu klären, ob und inwieweit die Einführung patientenindividueller Versorgung die Qualität der Medikamententherapie steigern und gleichzeitig zu einer wirtschaftlichen Optimierung unter den Rahmenbedingungen der DRG-Abrechnung führen kann.
2.4.1 Konzeption des Modells
Das System der patientenindividuellen Versorgung basiert auf der Verwendung so genannter Unit-Doses. Diese Einzeldosen eines Arzneimittels werden industriell oder durch die Apotheke hergestellt. Das Pflegepersonal übernimmt im Rahmen der Arzneimittelversorgung lediglich die Aufgabe, die fertigen Einzeldosen an die Patienten auszugeben. Auf den Stationen werden nur noch Bestände für die Notfallversorgung vorgehalten.
Die patientenindividuelle Arzneimittelverteilung wird zentral aus der Krankenhausapotheke gesteuert. Die Apotheke hat somit einen Überblick über den gesamten Prozess der Verteilung, nicht nur über die Teilprozesse, die in der Apotheke stattfinden.
Die Arzneimittel werden zunächst in der Apotheke mit Hilfe automatischer Verpackungsautomaten in Einzeldosen verpackt. Je nach Typ des angewendeten Verpackungsautomaten können neben festen Darreichungsformen wie Tabletten und Dragees auch kleine Ampullen, Flaschen, Zäpfchen und Tuben in Einzeldosen verpackt werden.
Entweder wird Bulkware verwendet – welche aber in Deutschland kaum vertrieben wird – oder der Verpackungsautomat schneidet die in Blister verpackten Präparate auseinander. Dabei wird die licht- und luftdichte Blisterverpackung um die Einzeldosis erhalten. Ampullen und kleine Flaschen können aus den Aufbewahrungskartons dem Verpackungsautomaten zugeführt werden.
1 Einleitung: Beschreibt den Wandel im Gesundheitsmarkt durch Kostendruck und DRG-Reformen sowie die wachsende Bedeutung der Krankenhauslogistik.
2 Versorgungskonzepte: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Arzneimittelversorgung, unterteilt in die konventionelle Stationsversorgung und das patientenindividuelle Unit-Dose-Konzept.
3 Ist-Situation: Analysiert die aktuellen logistischen Prozesse in einem Berliner Klinikverbund bei der Anwendung der konventionellen Stationsversorgung.
4 Veränderungen der Prozesse durch Implementierung des Unit-Dose-Konzeptes: Zeigt detailliert auf, welche strukturellen und prozessualen Anpassungen auf Stationen und in der Apotheke durch die Einführung des neuen Konzepts notwendig sind.
5 Wirtschaftliche Betrachtung der Einführung des Unit-Dose-Konzeptes: Bewertet die monetären Auswirkungen und Veränderungen der Kostenstrukturen trotz fehlender detaillierter Prozesskostendaten.
6 Empfehlungen für den betrachteten Klinikverbund: Gibt strategische Handlungsempfehlungen zum Übergang zur Prozessorganisation und überprüft die Umsetzbarkeit des Unit-Dose-Modells anhand der Stammdaten.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse der Arbeit und beleuchtet zukünftige Entwicklungen im Bereich der Arzneimittellogistik und Medikationssicherheit.
Medikamentenlogistik, Unit-Dose-Konzept, Krankenhaus, Arzneimittelversorgung, Prozesskostenrechnung, Patientenindividuelle Versorgung, Medikationssicherheit, DRG, Fallpauschalen, Klinikverbund, Krankenhausapotheke, Prozessmanagement, Stationsversorgung, Patientenorientierung, Digitalisierung
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der internen Medikamentenlogistik im Krankenhaus. Im Zentrum steht der Vergleich zwischen dem traditionellen Versorgungssystem über Stationen und dem modernen, computergestützten Unit-Dose-Konzept für die patientenindividuelle Medikamentenversorgung.
Die zentralen Felder umfassen die Kostenrechnung im Krankenhaus, die Analyse von Prozessketten, die Arzneimittelsicherheit, die Rolle der Krankenhausapotheke sowie die notwendige organisatorische Neuausrichtung hin zur Prozessorientierung.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen des Unit-Dose-Konzepts für einen konkreten Klinikverbund zu bewerten, um dem steigenden Kostendruck durch die Einführung von Fallpauschalen (DRG) zu begegnen und gleichzeitig die Qualität der Patientenversorgung zu sichern.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Prozessketten, um die derzeitigen Schwachstellen der stationsbasierten Versorgung aufzudecken. Sie kombiniert qualitative Expertenansätze mit einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Kostenstrukturen und einer Untersuchung der Artikelstammdaten zur Implementierbarkeit.
Der Hauptteil beschreibt detailliert die Ist-Situation der Logistik in den untersuchten Kliniken, erläutert die Funktionsweise von Unit-Dose-Systemen, analysiert die Veränderungen in den Abläufen durch deren Einführung und diskutiert die ökonomischen sowie qualitativen Auswirkungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Medikamentenlogistik, Unit-Dose-Konzept, Prozesskostenrechnung, patientenindividuelle Versorgung und DRG-Fallpauschalen.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie unterschiedliche Verabreichungsformen und Hygieneanforderungen bedingt. Während enterale Medikamente (Tabletten) gut in das Unit-Dose-Verfahren integrierbar sind, erfordern parenterale Mittel (Spritzen, Infusionen) eine direkte medizinische Verabreichung und teilweise besondere Lagerbedingungen.
Die Einführung ist mit hohen Investitionskosten für Technik und Software verbunden. Zudem ist der Prozess organisatorisch komplex, da nicht alle Arzneimittel gleichermaßen für das automatisierte System geeignet sind und eine parallele Versorgung für bestimmte Sonderfälle vorerst beibehalten werden muss.
Sie fungiert als zentrales Steuerungselement, das nicht nur die Medikation effizienter dokumentiert, sondern durch automatische Abgleiche von Wechselwirkungen und Allergien die Arzneimittelsicherheit erheblich erhöht und Medienbrüche in der Kommunikation zwischen Arzt, Apotheke und Pflege minimiert.
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