Diplomarbeit, 2006
106 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise
1.2 Abklärung wichtiger Begrifflichkeiten
2 Der Islamismus
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Die historische Entwicklung des Islamismus, seine verschiedenen Richtungen und deren geistige Basis
2.2.1 Die Ursprünge
2.2.2 Anfänge einer politischen Bewegung
2.2.3 Aufstieg des Islamismus zum weltpolitischen Faktor
2.3 Islamismus heute: zwischen politischer Einbindung und Terrorismus
3 Der Westen und der Islamismus in der arabisch-islamischen Welt
3.1 Tatsächliche und gefühlte Demütigungen der arabisch-islamischen Welt durch politische Einflussnahme des Westens im arabischen Raum
3.1.1 Der Kolonialismus und sein Erbe
3.1.2 Der Fall Israel/Palästina
3.1.3 Der Fall Saudi-Arabien
3.1.4 Der Fall Irak
3.2 Glorreiche islamische Vergangenheit und bitterer Status Quo - die arabisch-islamischen Staaten in einer vom Westen dominierten globalisierten Welt
3.2.1 Das wirtschaftliche Dilemma
3.2.2 Das soziokulturelle Dilemma
4 Die islamistische Bewegung und ihre Auswirkungen auf den Westen
4.1 Kampf der Kulturen – der Export von islamistisch begründetem Terrorismus in den Westen als Zeichen für die Inkompatibilität von westlicher und islamischer Kultur?
4.1.1 Die Entwicklung des islamistischen Terrorismus
4.1.2 Huntingtons These vom Kampf der Kulturen
4.1.3 Der 11. September 2001 und seine Folgen – Usama bin Ladin und al-Qaida als Vollstrecker der Huntingtonschen Hypothese?
4.2 Der westliche Einfluss auf den Islamismus und die Auswirkungen der islamistischen Bewegung auf den Westen – ein reziproker Prozess
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die reziproken Einflüsse zwischen dem Islamismus und der westlichen Welt vor dem Hintergrund globaler Verflechtungen. Ziel ist es, die tieferliegenden Ursachen für die Popularität islamistischer Strömungen hinter der oberflächlichen Reduzierung auf Terrorismus aufzudecken und das Verhältnis zwischen westlichen und arabisch-islamischen Gesellschaften zu analysieren.
3.1 Tatsächliche und gefühlte Demütigungen der arabisch-islamischen Welt durch politische Einflussnahme des Westens im arabischen Raum
Der Einfluss der westlichen Welt im arabischen Raum wurde, wenn auch schon zuvor gewisse Überschneidungen vorhanden gewesen waren, mit der Invasion Ägyptens durch die Truppen Napoleon Bonapartes im Jahre 1798 offensichtlich. Das Eindringen der französischen Armee in die arabische Welt hatte den Arabern gewissermaßen symbolhaft klar werden lassen, wie die Kräfteverhältnisse tatsächlich waren: Der islamischen Welt, über Jahrhunderte hinweg von der europäischen Entwicklung weitgehend abgeschnitten, wurde deutlich vor Augen geführt, wie rasant sich die europäischen Gesellschaften etwa seit Ende des 15. Jahrhunderts und dann mit einem erneuten Schub im 18. Jahrhundert entwickelt hatten, und zwar in jeglicher Hinsicht – technologisch, naturwissenschaftlich, militärisch, politisch, philosophisch und wirtschaftlich.
In Europa hatten sich die Dinge plötzlich mit einer ungeheuren Geschwindigkeit bewegt und Ereignisse wie die Reformation, die Renaissance, die Bewegung der Aufklärung, die Industrielle Revolution und schließlich die Französische Revolution hatten, gepaart mit bahnbrechenden Erfindungen wie beispielsweise dem Buchdruck, den Handfeuerwaffen oder der Dampfmaschine, einen in jeder Hinsicht atemberaubenden Fortschritt ermöglicht. Die arabisch-islamische Welt hingegen war seit mehreren Jahrhunderten im Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen Völkern erstarrt – ein Gefühl, das sich auf die Zeit zurückführen lässt, die das Goldene Zeitalter des Islam darstellte. In dieser Zeitspanne, etwa vom 8. bis 13. Jahrhundert, erlebten die muslimischen Gesellschaften einen immensen kulturellen Aufschwung: auf den verschiedensten Gebieten wie Sprach- und Geschichtswissenschaften, Philosophie, Naturwissenschaften, Medizin oder Architektur wurden überragende Fortschritte erzielt, getragen von einer offenen, toleranten Atmosphäre im gesamten islamisch beherrschten Gebiet.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, stellt die Forschungsfrage und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Abgrenzung wichtiger Begriffe.
2 Der Islamismus: Dieses Kapitel behandelt die Definition, historische Entwicklung sowie die verschiedenen ideologischen Strömungen des Islamismus bis zur heutigen Situation.
3 Der Westen und der Islamismus in der arabisch-islamischen Welt: Hier werden die politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Einflüsse des Westens auf den arabischen Raum sowie die resultierenden Reaktionen und Identitätskonflikte analysiert.
4 Die islamistische Bewegung und ihre Auswirkungen auf den Westen: Das Kapitel befasst sich mit dem islamistischen Terrorismus, Huntingtons Thesen und der Wechselwirkung zwischen islamistischer Bewegung und westlichem Einfluss.
5 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert mögliche zukünftige Lösungsansätze zur Entschärfung des Spannungsfeldes.
Islamismus, westliche Welt, globalisierte Welt, Kolonialismus, Terrorismus, Identität, Nahostkonflikt, Saudi-Arabien, Irak, al-Qaida, Kampf der Kulturen, Jihad, Globalisierung, Politik, Kultur.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der vielschichtigen Interaktion zwischen dem Islamismus und der westlichen Welt, wobei insbesondere die Ursachen für die Popularität islamistischer Bewegungen im arabischen Raum hinterfragt werden.
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung des Islamismus, der politische und kulturelle Einfluss des Westens auf die arabisch-islamische Welt sowie die daraus resultierenden Identitäts- und Ohnmachtsgefühle.
Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Entstehung und den Ist-Zustand des Islamismus zu schaffen, das über die gängige, oberflächliche Reduktion auf reinen Terrorismus hinausgeht.
Es handelt sich um eine historisch-politische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, Berichten und zeitgenössischen Diskursen basiert.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die traumatischen Erfahrungen mit dem Kolonialismus, die spezifischen Fallbeispiele Israel/Palästina, Saudi-Arabien und Irak sowie die theoretische Auseinandersetzung mit dem „Kampf der Kulturen“.
Zentrale Begriffe sind Reziprozität, globale Verflechtung, Identitätskonstruktion, politische Instrumentalisierung und die kritische Reflektion westlicher Machtpolitik.
Israel wird als ein zentraler Projektionspunkt für arabische Frustration und ein Ventil für den Zorn gegen den „Westen“ identifiziert, der in der Wahrnehmung vieler Araber als Vorkämpfer westlicher Interessen wahrgenommen wird.
Die Autorin betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen und auf „Fördern statt Fordern“ ausgerichteten Politik des Westens sowie die Verantwortung der arabischen Eliten für interne Reformen, um dem Islamismus den Nährboden zu entziehen.
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