Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2.0
Einleitung
1 Etymologie
1.1 Der Suizid
1.2 Das Alter
2 Die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland
3 Die Epidemiologie des Suizids
3.1 Häufigkeit des Suizids in Deutschland
3.2 Methodenprobleme bei der Erfassung des Alterssuizids
3.3 Suizidalität bei älteren Menschen
3.4 Entwicklung der altersspezifischen Suizidraten in Deutschland
3.5 Methoden der Selbstverletzung
4 Gefährdungspotenziale für den Alterssuizid
4.1 Körperliche Faktoren für den Alterssuizid
4.2 Psychische Faktoren für den Alterssuizid
4.2.1 Depressionen
4.2.2 Alkoholismus
4.2.3 Demenz
4.3 Soziale Faktoren für den Alterssuizid
4.3.1 Die Familiensituation
4.3.2 Zwischenmenschliche und soziale Faktoren
4.3.3 Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben
4.3.4 Soziale Isolation und Einsamkeit
5 Theorien zur Entstehung von suizidalem Verhalten
5.1 Der tiefenpsychologische Ansatz von Henseler
5.2 Der streßtheoretische Ansatz nach Erlemeier
5.3 Durkheims Denkmodell
6 Leitlinien für die Suizidprävention
7 Möglichkeiten der Suizidprävention
7.1 Primärprävention
7.2 Sekundärprävention
7.3 Tertiärprävention
8 Die Rolle der Pflege in der Prävention des Alterssuizids
9 Schlussbetrachtung
Ziel dieser Arbeit ist es, mit dem gesellschaftlichen Tabuthema Alterssuizid zu brechen, die Hintergründe, Bedingungsfaktoren und Motive zu analysieren sowie umfassende und praktikable Präventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um die Suizidgefahr bei älteren Menschen in Deutschland nachhaltig zu senken.
4.2 Psychische Faktoren für den Alterssuizid
Im vorherigen Kapitel wurden die somatischen Faktoren, welche zu suizidalem Verhalten eines älteren Menschen führen können, beschrieben. Jedoch korrelieren körperliche Krankheiten und Behinderungen nicht selten mit psychischen Erkrankungen, vor allem dann, wenn sie mit unmittelbaren Beeinträchtigungen verbunden sind.67
Verschiedene Studien belegen dass Suizidalität eng mit psychischer Morbidität einhergeht.68
Da das Datenmaterial zur Erfassung von psychischen Erkrankungen von älteren Menschen sehr unzuverlässig ist, empfiehlt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf regional begrenzte, jedoch sorgfältig durchgeführte Feldstudien aus den Regionen Berlin, Mannheim, Oberbayern und Göttingen zurückzugreifen. Obwohl diesen Studien unterschiedliche Erhebungsmethoden zugrunde liegen, lässt sich zusammenfassend sagen, dass bei circa 36% - 90% aller Suizidenten psychische Erkrankungen vorkommen.69 In 40% - 70% der Fälle handelt es sich um Depressionen, die einen zentralen Risikofaktor darstellen.70
Sowohl Barnow und Linden, als auch Wolfersdorf und Erlemeier halten die Diagnose „Depression“ für den größten Risikofaktor suizidalen Verhaltens.71 Es kann also davon ausgegangen werden, dass ein Zusammenhang zwischen Depression und suizidalem Verhalten im Alter besteht, deren besondere Brisanz durch die Begleitsymptomatik erhöht wird, da somatische Leiden, vegetative Störungen, kognitive Einbußen, paranoide Krankheitsängste, soziale Verluste sowie Vereinsamung besondere Belastungen für das Alter darstellen. Aus diesem Grund wird im Folgenden das Krankheitsbild der Depression genauer erläutert, da diese gerade in Kombination mit Alkoholmissbrauch, ein gravierend höheres Suizidrisiko birgt. Am Ende dieses Abschnitts der Arbeit wird außerdem Frage nach der Suizidgefährdung von dementen, alten Menschen nachgegangen.
Einleitung: Einführung in die demographische Problematik und Zielsetzung der Untersuchung.
1 Etymologie: Klärung der zentralen Begriffe Suizid und Alter für den weiteren Verlauf der Arbeit.
2 Die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland: Erläuterung des demographischen Wandels und dessen Bedeutung für das Alterssuizid-Risiko.
3 Die Epidemiologie des Suizids: Analyse der statistischen Häufigkeit, Methodenprobleme und der Suizidraten bei älteren Menschen.
4 Gefährdungspotenziale für den Alterssuizid: Untersuchung von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren als Auslöser suizidalen Verhaltens.
5 Theorien zur Entstehung von suizidalem Verhalten: Darstellung wissenschaftlicher Ansätze von Henseler, Erlemeier und Durkheim.
6 Leitlinien für die Suizidprävention: Ethische Diskussion zur Abgrenzung zwischen Suizidverhinderung und dem Recht auf Selbstbestimmung.
7 Möglichkeiten der Suizidprävention: Überblick über Strategien der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.
8 Die Rolle der Pflege in der Prävention des Alterssuizids: Analyse des speziellen Beitrags pflegerischer Berufe und deren notwendige Kompetenzerweiterung.
9 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Ergebnisse und Forderungen an Politik und Gesundheitswesen.
Alterssuizid, Suizidprävention, Depression, demographischer Wandel, Krisenintervention, Alter, Altenpflege, psychische Erkrankungen, Soziale Isolation, Demenz, Copingstrategien, Suizidrisiko, Gesundheitswesen, Fremdbestimmung, Selbstbestimmung.
Die Arbeit untersucht das Gefährdungspotenzial für Suizide bei der Bevölkerungsgruppe ab 75 Jahren in Deutschland und erarbeitet Möglichkeiten für eine effektive Prävention.
Die Arbeit umfasst demographische Trends, epidemiologische Daten, die Analyse körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren, Theorien zur Suizidentstehung sowie Leitlinien für präventive Maßnahmen.
Das Ziel ist es, ein gesellschaftliches Tabu zu brechen und wissenschaftlich fundierte Wege aufzuzeigen, wie suizidale Krisen im Alter frühzeitig erkannt und durch vernetzte Hilfsangebote entschärft werden können.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung bestehender Forschungsdaten und Studien zu Suizid, Depression und Gerontologie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gefährdungspotenziale, die theoretische Fundierung suizidalen Verhaltens sowie die konkrete Darstellung von Präventionsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen.
Die wichtigsten Begriffe sind Alterssuizid, Suizidprävention, Depression, demographischer Wandel, Krisenintervention und die spezifische Rolle der Pflege.
Die Pflege nimmt eine Schlüsselrolle ein, da sie oft zu den letzten Kontaktpersonen zählt und eine wichtige Vermittlerfunktion zwischen Patienten, Ärzten und Angehörigen ausübt.
Es gilt weltweit als das bisher einzige erfolgreich evaluierte Mehrebenen-Aktionsprogramm, das durch gezielte Vernetzung verschiedener Akteure die Suizidrate signifikant senken konnte.
Faktoren wie Verwitwung, soziale Isolation, der Verlust des Berufsstatus und Einsamkeit stellen wesentliche Risikofaktoren dar, die das Gefühl der Nutzlosigkeit verstärken können.
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