Bachelorarbeit, 2006
95 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Vorgehensweise und Aufbau
2. Der Sarbanes-Oxley Act of 2002
2.1. Anlass und Auslöser
2.1.1. Der Fall Enron
2.1.2. Der Fall Worldcom
2.2. Ziele des Sarbanes-Oxley Act
2.2.1. Geltungsbereich des Sarbanes-Oxley Act
2.2.2. Die Securities and Exchange Commission – Die Durchsetzungsbehörde
2.3. Inhalt des Gesetzes
2.3.1. Title I – Public Company Accounting Oversight Board
2.3.2. Title II – Auditor Independence
2.3.3. Title III – Corporate Responsibility
2.3.4. Title IV – Enhanced Financial Disclosures
2.3.5. Title V – XI
2.4. Corporate Governance
2.4.1. Der Begriff Corporate Governance
2.4.2. Corporate Governance Systeme
2.4.2.1. Monistische Systeme
2.4.2.2. Dualistische Systeme
2.5. Unterschiedliche Managementmethoden im Zusammenhang mit dem SOA
2.5.1. Compliance Management
2.5.2. Risikomanagement
2.5.3. Anti-Fraud Management
2.5.4. Verflechtungen
3. Auswirkungen des SOA auf deutsche Unternehmen
3.1. Section 301 – Einrichtung eines Audit Committee
3.1.1. Aufgaben eines Audit Committee gemäß Sarbanes-Oxley Act
3.1.2. Das Audit Committee in deutschen Unternehmen
3.1.3. Vergleich Section 301 – deutsches Recht
3.2. Section 302 – Disclosure Controls and Procedures
3.2.1. Ausgestaltung von Disclosure Controls and Procedures
3.2.2. Aufgaben eines Disclosure Committee
3.2.3. Vergleich Section 302 – deutsches Recht
3.3. Section 404 – Einrichtung und Dokumentation eines Internen Kontrollsystems der Finanzberichterstattung
3.3.1. Begriff des Internen Kontrollsystems
3.3.2. COSO als Rahmenwerk für das Interne Kontrollsystem
3.3.3. Definition des Internen Kontrollsystems nach COSO
3.3.4. Komponenten des Internen Kontrollsystems
3.3.4.1. Kontrollumfeld
3.3.4.2. Risikobeurteilungen
3.3.4.3. Kontrollaktivitäten
3.3.4.4. Information und Kommunikation
3.3.4.5. Überwachung des internen Kontrollsystems
3.3.5. Vergleich Section 404 – deutsches Recht
3.4. Der Deutsche Corporate Governance Kodex
4. Empirische Untersuchung
4.1. Literaturanalyse zu Kosten - Nutzenaspekten
4.1.1. Studie: SEC Final Rule Management’s Reports on Internal Control Over Financial Reporting and Certification of Disclosure in Exchange Act Periodic Reports
4.1.2. Studie: FEI Survey on Sarbanes-Oxley Section 404 Implementation
4.1.3. Studie: Sarbanes-Oxley Section 404 Work - Looking at the benefits
4.1.4. Studie: Auswirkungen des SOA auf deutsche Unternehmen: Kosten, Nutzen Folgen für US-Börsennotierungen
4.1.5. Studie: Der SOA als Instrument der Corporate Governance
4.1.6. Zusammenfassung
4.2. Die eigene Befragung
4.2.1. Vorgehensweise und Aufbau
4.2.2. Abschnitt 1: Fragen zu den Unternehmen
4.2.3. Abschnitt 2: Fragen zu den Zielen des SOA
4.2.4. Abschnitt 3: Fragen zu Nutzenaspekten des SOA
4.2.5. Abschnitt 4: Fragen zu der Kosten-/ Nutzenrelation des SOA
4.2.6. Ergebnis
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des US-amerikanischen Sarbanes-Oxley Act (SOA) auf deutsche börsennotierte Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf den Umsetzungsstand der gesetzlichen Anforderungen sowie eine kritische Kosten-Nutzen-Analyse der eingeführten Maßnahmen.
2.1.1 Der Fall Enron
Enron wurde 1985 durch die Fusion zweier Gaskonzerne gegründet und wurde schnell ein Begünstigter der liberalisierten und deregulierten Energiemärkte in den USA. Mit der Freigabe der Preise für Strom und Gas wurde die Produktion und der Transport immer weiter in den Hintergrund geschoben. Stattdessen verdiente der schnell wachsende Konzern immer mehr Geld mit dem Großhandel von Energie, seit 1998 auch über EnronOnline, einer Rohstoff-Handelsplattform im Internet. Um weiteres Wachstum zu generieren, dehnte Enron seine Geschäftstätigkeit aus und verfolgte dabei eine Diversifikationsstrategie. Bis 2001 wurde das Unternehmen zu einem Mischkonzern, das international Gasleitungen, Elektrizitätswerke, Faserstoffe und Papierwerke, Breitbandkapazitäten und Wasserwerke besaß, betrieb und mit den gleichen Produkten und Dienstleistungen in den Finanzmärkten großflächig handelte. Dieses Wachstum und das neue Geschäftsmodell beeindruckte die Finanzmärkte und wenige hinterfragten die Unternehmensstrategie Enrons.
Die Grundidee des damaligen CEO Skilling war das „Asset light“ Unternehmen. Assets, Vermögenswerte, die nicht für das Geschäft erforderlich waren, lagerte Enron in andere Unternehmungen aus. Diese Strategie sollte einer Minderung von Gewinnen durch fehlende Anlagenrenditen vorbeugen. Viele Unternehmensbereiche waren unprofitabel, aber solange das Unternehmen Gewinne vermeldete, störte das niemanden.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik des Vertrauensverlusts durch Finanzskandale, die Rolle des Sarbanes-Oxley Act und die Zielsetzung der Bachelor-Thesis.
2. Der Sarbanes-Oxley Act of 2002: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Gesetzes, seine Ziele, die wesentlichen Inhalte sowie die Bedeutung für die Corporate Governance und verschiedene Managementmethoden.
3. Auswirkungen des SOA auf deutsche Unternehmen: Es werden die konkreten Anforderungen der Sections 301, 302 und 404 für deutsche Gesellschaften detailliert analysiert und mit deutschem Recht verglichen.
4. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel vergleicht existierende Studien zur Kosten-Nutzen-Problematik und präsentiert die Ergebnisse einer eigenen Befragung deutscher Unternehmen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Auswirkungen auf deutsche Unternehmen zusammen und bewertet das Kosten-Nutzen-Verhältnis langfristig.
Sarbanes-Oxley Act, SOA, Corporate Governance, Internes Kontrollsystem, IKS, Finanzberichterstattung, Compliance, Section 404, Kosten-Nutzen-Analyse, Wirtschaftsprüfer, Enron, Worldcom, Anlegervertrauen, Risikomanagement
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act (SOA) auf deutsche börsennotierte Unternehmen und bewertet, ob der hohe Implementierungsaufwand durch einen entsprechenden Nutzen gerechtfertigt ist.
Die zentralen Felder umfassen Corporate Governance, die Einrichtung von Internen Kontrollsystemen (IKS), das Audit Committee, Compliance Management sowie die Kosten-Nutzen-Relation aus Sicht betroffener Unternehmen.
Das Ziel ist es, die Konsequenzen der SOA-Vorschriften für deutsche Unternehmen zu identifizieren und empirisch zu prüfen, ob neben den hohen Kosten auch positive Nutzenpotenziale wie Prozessoptimierungen oder eine verbesserte Transparenz existieren.
Neben einer intensiven Literaturanalyse, die offizielle Studien (u.a. der SEC und FEI) einbezieht, führt die Autorin eine eigene empirische Befragung bei 19 deutschen, in den USA gelisteten Unternehmen durch.
Im Fokus stehen vor allem Section 301 (Audit Committee), Section 302 (Disclosure Controls and Procedures) und insbesondere Section 404 (Einrichtung und Dokumentation eines Internen Kontrollsystems), da letztere den höchsten Implementierungsaufwand erfordert.
Die wichtigsten Begriffe sind neben Sarbanes-Oxley Act und Corporate Governance vor allem internes Kontrollsystem (IKS), Compliance, Kosteneffizienz, Investorenvertrauen und Prozessoptimierung.
Da es für deutsche Unternehmen kaum ein vergleichbares spezifisches Rahmenkonzept gibt, nutzen die meisten deutschen Firmen das COSO-Framework als Leitlinie für Aufbau und Bewertung ihres Internen Kontrollsystems.
Die befragten Unternehmen beurteilen das Kosten-Nutzen-Verhältnis kurzfristig überwiegend negativ, wobei die Kosten den Nutzen deutlich übersteigen, auch wenn langfristig eine Verringerung der Aufwände erwartet wird.
Die Befragten sind sich einig, dass eine klare Haltung und ein Commitment der Unternehmensführung gegenüber den SOA-Vorschriften entscheidend für die Akzeptanz und den Erfolg des Implementierungsprojekts sind.
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