Examensarbeit, 2004
88 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Zeitliche und räumliche Eingrenzung
1.3. Quellen- und Forschungsbericht
1.3.1. Quellen
1.3.2. Literatur
1.4. Aufbau und Methode der Arbeit
2. Die Hexen
2.1. Antike und germanische Ursprünge der Hexereivorstellungen
2.2. Der Wandel des Hexenbegriffs im Spätmittelalter durch den Einfluss der mittelalterlichen Kirche
2.2.1. Die Verbindung zwischen Ketzern und Hexen
2.2.2. Die Bulle Summis desiderantes affectibus
2.3. Die Verbreitung des neuen Hexenglaubens
2.3.1. Das Basler Konzil
2.3.2. Die Übernahme der kirchlichen Hexereivorstellungen in der Bevölkerung
3. Der Hexenhammer Malleus Maleficarum
3.1. Der Autor Heinrich Kramer (Institoris)
3.1.1. Der Lebenslauf Kramers
3.1.2. Die Charakteristik des Inquisitors Kramer
3.1.3. Das Verfasserproblem des Hexenhammers
3.2. Der Entstehungskontext des Hexenhammers
3.3. Der Aufbau des Werkes
3.3.1. Aufbau und Inhalt des ersten Teils
3.3.2. Aufbau und Inhalt des zweiten Teils
3.3.3. Aufbau und Inhalt des dritten Teils
3.4. Die Hexenlehre des Hexenhammers
3.4.1. Das Teufelsbild
3.4.2. Frauenfeindlichkeit im Hexenhammer
3.4.3. Der Teufelspakt und die daraus resultierenden Fähigkeiten der Hexen
a.) Vermittlungen von Hexen
b.) Sexualdämonen
c.) Das Anrufen des Teufels
3.5. Hexerei als Mischverbrechen
3.6. Die unmittelbare Rezeption des Hexenhammers als Anleitung zur Hexenverfolgung
4. Die Inquisitionspraxis bei der Verfolgung der Hexen
4.1. Die beteiligten Organe der Inquisition
4.2. Denunzianten und Verdächtige vor der Inquisition
4.2.1. Die der Hexerei Verdächtigten
4.2.2. Die Denunzianten
4.2.3. Das Verhalten der Inquisition gegenüber Verdächtigen und Denunzianten
4.3. Das Prozessverfahren
4.3.1. Die Verhöre und der Einsatz der Folter
4.3.2. Urteilsverkündung und Bestrafung
5. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung und die Etablierung der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert. Ziel ist es zu analysieren, wie unter dem Einfluss kirchlicher Gelehrter und durch den spezifischen Kontext der Inquisitionsverfahren ein neuer, gelehrter Hexenbegriff entstand, der das gesellschaftliche Denken und Handeln maßgeblich beeinflusste.
3.1.2. Die Charakteristik des Inquisitors Kramer
Aus heutiger Sicht wird Heinrich Kramer oft als streitsüchtiger und verschlagener Mensch charakterisiert, der alles tat, um seinen erbitterten Krieg gegen das vermeintlich Böse durchzusetzen und jede Form der Verunreinigung des Glaubens zu verhindern, auch wenn er dafür häufig von seinen Ordensobern getadelt wurde. Beispiele dafür liefert seine Biografie viele. Zum Beispiel klagte er 1475 in Rom zwei seiner Schlettstädter Mitbrüder wegen Verleumdung an. Im Jahr 1482 existierte außerdem ein Haftbefehl gegen ihn wegen des Verdachts der Unterschlagung von Ablassgeldern in Augsburg. Letztlich geriet der Mönch Kramer auch mit seinem Inquisitorenkollegen Sprenger in Konflikt, ohne sich bis zu dessen Tod 1495 mit ihm ausgesöhnt zu haben.
Ihm wird heute eine Neigung zum Verdrehen von Tatsachen und Verfälschen von Texten vorgeworfen, wodurch er sich möglicherweise argumentative Vorteile zu verschaffen versuchte. Für diese Charaktereigenschaften Kramers sprechen auch die Inhalte seines Hexenhammers. Er erweckte unter anderem in diesem Buch den Eindruck, der Brixener Bischof habe seine Tätigkeit befürwortet und unterstützt, obwohl dieser sich gegen Kramer stellte. Außerdem stellte er das Fiasko der Innsbrucker Hexenverfolgung in den 1480er Jahren als Erfolg hin, indem er im Hexenhammer vermeintlichen Hexen Geständnisse in den Mund legte, die in dieser Form niemals über deren Lippen gekommen waren, ihre Aussagen entstellte und stattdessen seine persönliche Meinung wiedergab.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Entstehung der Hexenverfolgung im 15. Jahrhundert vor und erläutert den zeitlichen sowie räumlichen Rahmen der Untersuchung.
2. Die Hexen: Das Kapitel analysiert die antiken und germanischen Vorstellungen von Hexerei und zeigt auf, wie diese durch kirchliche Einflüsse zu einem neuen Hexenbegriff im Spätmittelalter umgewandelt wurden.
3. Der Hexenhammer Malleus Maleficarum: Hier wird das zentrale Werk des Inquisitors Heinrich Kramer untersucht, wobei der Entstehungskontext, der Aufbau und die ideologischen Kernpunkte wie das Teufelsbild und die Frauenfeindlichkeit beleuchtet werden.
4. Die Inquisitionspraxis bei der Verfolgung der Hexen: Dieses Kapitel detailliert die organisatorischen Strukturen der Inquisition, die Methoden der Denunziation sowie den Ablauf der Prozessverfahren, inklusive Verhörtechniken und Folter.
5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird reflektiert, dass die Hexenverfolgung aus einem komplexen Wechselspiel von sozialen Krisen, kirchlichen Ängsten und dem Wirken einzelner Akteure wie Kramer entstand.
Hexenverfolgung, Inquisition, Malleus Maleficarum, Heinrich Kramer, Hexenhammer, Teufelspakt, Ketzer, Spätmittelalter, Dämonologie, Frauenfeindlichkeit, Prozessverfahren, Denunziation, Hexenprozesse, Schadenszauber, Häresie
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Hintergründen der Hexenverfolgung im 15. Jahrhundert durch die päpstliche Inquisition in Europa.
Die Arbeit analysiert die historische Konstruktion des Hexenbegriffs, den Einfluss kirchlicher Traktate wie des Hexenhammers sowie die konkrete inquisitorische Prozesspraxis.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die spätmittelalterlichen Hexenverfolgungen entstehen konnten und welche Rolle der Einfluss der päpstlichen Inquisition bei der Umgestaltung des Hexereibegriffs spielte.
Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere durch die Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zum Thema Inquisition und Hexenglaube.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Hexenbegriffs (antike/germanische Ursprünge und kirchlicher Wandel), die Analyse des Malleus Maleficarum als zentralem Medium der Hexenlehre sowie die Beschreibung der inquisitorischen Verfolgungspraxis.
Wesentliche Begriffe sind Inquisition, Hexenhammer, Teufelspakt, Frauenfeindlichkeit, Häresie und der historische Wandel des Zaubereibegriffs im Spätmittelalter.
Die Autorin argumentiert gegen die klassische Zuschreibung des Hexenhammers an beide als Mitautoren, da Anzeichen auf ein persönliches Zerwürfnis hindeuten und Kramer das Werk maßgeblich zur Durchsetzung seiner eigenen Agenda nutzte.
Die Anwendung der Folter wurde mit "christlicher Barmherzigkeit" begründet, da man vorgab, damit die Seele des Beschuldigten zu retten und ihn zur Wahrheit zu zwingen, um das Seelenheil vor dem endgültigen Abfall zu bewahren.
Das Basler Konzil fungierte als internationaler Knotenpunkt, an dem sich Gelehrte trafen und die neuen Konzepte über eine organisierte Hexensekte in verschiedene Regionen Europas weitertrugen.
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